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Air Rescue: Rettungsflieger weiter im Einsatz
Lokales 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Air Rescue: Rettungsflieger weiter im Einsatz

Für die sechs Learjets der Air Rescue werden die Einsätze im Ausland schwieriger.

Air Rescue: Rettungsflieger weiter im Einsatz

Für die sechs Learjets der Air Rescue werden die Einsätze im Ausland schwieriger.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 20.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Air Rescue: Rettungsflieger weiter im Einsatz

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Die Luxembourg Air Rescue (LAR) fliegt weiterhin Einsätze in In- und Ausland. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Präsident René Closter fordert Hotelzimmer für seine Piloten.

Ab Montag steht der Flughafen Findel still. Kommerzielle Flüge werden ab dann nicht mehr starten. Wie in immer mehr europäischen Ländern hat auch die luxemburgische Regierung den Flugverkehr eingeschränkt. Ausgenommen sind Cargoflüge, koordinierte Rückholaktionen und Krankentransporte. Und eben diese leistet seit 32 Jahren die Luxembourg Air Rescue (LAR). Gegenwärtig allerdings nicht ohne Hürden. 

Als das „Luxemburger Wort“ LAR-Präsident René Closter erreicht, sind die Flieger des privaten Rettungsdienstes bei gleich drei Einsätzen in der Luft. „Während wir miteinander reden, fliegen wir Einsätze in Marokko, den Kanaren und Portugal. Des Weiteren steht heute noch ein Organtransport von Straßburg nach Paris an“, erklärt Closter. 

Einsätze im Ausland schwieriger 

Doch auch für die Rettungsflieger sind die Auswirkungen des Corona-Virus deutlich zu spüren. René Closter berichtet: „Normalerweise brauchen wir rund eine Stunde, um alle Abfluggenehmigungen zu haben. Momentan dauert es bis zu sechs Stunden.“ Die Aufrechterhaltung des Betriebs verdanke man derzeit allein den 32 Jahren Erfahrung und persönlichen Kontakten vor Ort. „Aber es wird immer schwieriger. Ich kann mir etwa vorstellen, dass es in Kürze bei den Organtransporten einen Rückgang geben wird“, befürchtet der CEO. 


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Zudem könne man bereits jetzt Rettungseinsätze im Ausland nicht mehr wie gewohnt durchführen: „Normalerweise fliegen wir ,Bed-to-Bed‘, das heißt, wir holen Patienten vor Ort im Krankenhaus ab und bringen sie ins Krankenhaus nach Luxemburg. Jetzt müssen wir auf dem Flugfeld warten, bis die Patienten aus dem Krankenhaus gebracht werden.“ 

Einen Corona-Patienten hat die Air Rescue bislang nicht nach Hause geholt. Doch man sei auf alles vorbereitet: „Wir haben insgesamt zwölf Ebola-Einsatzkits, mit denen wir unsere Flugzeuge ausstatten könnten, um infizierte Patienten isolieren zu können.“ Generell stehe die Fluggesellschaft sowohl für Rückholungen von Infizierten, aber auch für im Ausland gestrandete Luxemburger zur Verfügung. Bisher habe es aber noch keinen Kontakt mit dem Gesundheitsministerium gegeben. „Bislang hat nur das französische Corona-Koordinierungszentrum uns kontaktiert, um nachzufragen, ob wir Kranke aus dem Elsass ausfliegen könnten“, berichtet René Closter. 

Air-Rescue-Präsident René Closter fordert Hotelzimmer für Piloten und Bodenpersonal.
Air-Rescue-Präsident René Closter fordert Hotelzimmer für Piloten und Bodenpersonal.
Foto:Gerry Huberty

Auf Inlandsflüge mit den Rettungshelikoptern hätte die Pandemie indes bisher keine Auswirkungen: „Unsere beiden Rettungshelikopter in Luxemburg fliegen wie gewohnt. Auch unser Hubschrauber, der in Rheinland-Pfalz und dem Saarland Rettungsflüge fliegt, tut normal seinen Dienst.“ 

 Hotelzimmer für Piloten gefordert 

Dennoch spüren die Rettungsflieger die Auswirkungen des Corona-Virus, erklärt René Closter: „Wir mussten bereits 40 Leute in den Chômage partiel entlassen. Außerdem wird vermehrt auf Telearbeit zurückgegriffen.“ Ein ganz anderes Problem stellt sich jedoch bei den Piloten und dem technischen Bodenpersonal der Rettungsfluggesellschaft. „Wir sind auf unsere Piloten und Ingenieure angewiesen, um Rettungsflüge fliegen zu können. Es ist natürlich begrüßenswert, dass die Regierung Krankenhauspersonal Hotelzimmer zur Verfügung stellt. Dies müsste jedoch auch für unser Flugpersonal gelten. Viele unserer Piloten sind Pendler aus Deutschland und es wäre wichtig, sie direkt vor Ort zu haben“, fordert René Closter. Der Kontakt mit dem zuständigen Tourismusministerium stelle sich aber als schwierig dar. „Wir haben versucht, das Ministerium zu kontaktieren, aber leider bisher ohne Erfolg“, so CEO Closter zum Schluss. 

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