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Agrarsektor beklagt enttäuschende Ernte
Lokales 03.09.2020

Agrarsektor beklagt enttäuschende Ernte

Beim jährlichen Erntegespräch wurden am Donnerstag im Agrarzenter in Colmar-Berg erneut die Körner unter die Lupe genommen.

Agrarsektor beklagt enttäuschende Ernte

Beim jährlichen Erntegespräch wurden am Donnerstag im Agrarzenter in Colmar-Berg erneut die Körner unter die Lupe genommen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 03.09.2020

Agrarsektor beklagt enttäuschende Ernte

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Eine Ernte mit teils starken Ertragsverlusten und eine von der Corona-Krise überschattete Marktlage: Der Agrarsektor zog am Donnerstag in Colmar-Berg eine enttäuschende Bilanz der Getreidesaison.

Der wolkenverhangene Himmel über Colmar-Berg, er entsprach am Donnerstagmorgen wohl der allgemeinen Stimmungslage im Luxemburger Agrarsektor, der am neuen Standort der Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft (LSG) anlässlich seines traditionellen Erntegesprächs auf die Getreidesaison 2019/2020 zurückblickte.


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Im Gutland ist sie weitestgehend eingefahren, im Ösling geht sie allmählich in den Endspurt: Noch einige trockene Sommertage und die Getreideernte 2020 dürfte abgeschlossen sein.

Ein alles in allem enttäuschendes Jahr, wie dabei festgestellt wurde, liegen die Erträge doch im Durchschnitt 25 bis 30 Prozent unterhalb der Vorjahre. Bei der Wintergerste sind es, je nach Standort, gar bis zu 40 Prozent. Einbußen, die auch die insgesamt gute Qualität der angelieferten Körner nicht ausgleichen kann.

In den neuen Anlagen der Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft läuft die Arbeit zurzeit auf Hochtouren. Die Corona-Krise hatte deren Inbetriebnahme empfindlich in Verzug gebracht.
In den neuen Anlagen der Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft läuft die Arbeit zurzeit auf Hochtouren. Die Corona-Krise hatte deren Inbetriebnahme empfindlich in Verzug gebracht.
Foto: Chris Karaba

Als Ursachen für die vermieste Ernte benannte Klaus Palzkill von der Agrargenossenschaft De Verband vor allem die teils extremen Witterungsbedingungen. Auf eine vom Regen erschwerte Aussaat im Herbst folgte ein triefnasser Winter, der die Feldbewirtschaftung in Verzug geraten ließ. Im Frühjahr setzte dann eine Trockenperiode ein, die manchen Kulturen so zusetzte, dass der Regen im Juni allzu spät kam.

Die immer häufiger auftretenden Wetterextreme hinterlassen mittlerweile auch dauerhaft ihre Spuren im Landschaftsbild der Äcker. Da viele Milchviehbetriebe zunächst einmal ihre Grünfutter- und Maiserträge sichern wollen, seien die Anbauflächen für Getreide und Raps seit 201o um 10 bzw. gar 40 Prozent gesunken, so Palzkill.

Als Direktionsmitglieder der Agrargenossenschaft De Verband ging Klaus Palzkill näher auf die Ursachen der insgesamt  enttäuschenden Ernte 2020 ein.
Als Direktionsmitglieder der Agrargenossenschaft De Verband ging Klaus Palzkill näher auf die Ursachen der insgesamt enttäuschenden Ernte 2020 ein.
Foto: Chris Karaba

Neben diesen Gegebenheiten drückt 2020 aber auch die Corona-Krise auf den Agrarsektor. So ist der Markt für Braugerste angesichts der Einschränkungen im Gastronomie- und Veranstaltungsbereich quasi zusammengebrochen.

Landwirtschaftsminister Romain Schneider zeigte sich angesichts der Lage besorgt, dankte den Bauern und allen Akteuren der Luxemburger Lebensmittelbranche aber für ihre tägliche Arbeit, die sich besonders während des Lockdowns als systemrelevant erwiesen habe.


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Als direkt Betroffene setze er zudem auf die Mitarbeiter der Landwirtschaft beim Umgang mit dem Klimawandel. Im Gegenzug wolle man dank Innovation und Forschung aber auch dem Sektor helfen, alternative Anbaumöglichkeiten auszuloten, die sich in Zukunft als trockenresistenter oder Standort-angepasster erweisen könnten.

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