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Agrarminister reagiert auf Kritik der Landwirte
Lokales 24.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Jongbaueren- a Jongwënzerdag

Agrarminister reagiert auf Kritik der Landwirte

Etgen will den Dialog mit den Bauern besser pflegen.
Jongbaueren- a Jongwënzerdag

Agrarminister reagiert auf Kritik der Landwirte

Etgen will den Dialog mit den Bauern besser pflegen.
Tania Feller
Lokales 24.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Jongbaueren- a Jongwënzerdag

Agrarminister reagiert auf Kritik der Landwirte

Agrarminister Fernand Etgen hat auf die harsche Kritik aus dem Agrarsektor reagiert. Etgen sicherte den Bauern Anerkennung und Dialog zu. Der Glaube daran scheint mittlerweile aber stark gesunken.

(jl) - Wenige Tage nach einer Protestkundgebung der Luxemburger Landwirte hat Agrarminister Fernand Etgen am Sonntag im Rahmen des "Jongbaueren- a Jongwënzerdag" in Ettelbrück auf die harsche Kritik aus dem Agrarsektor reagiert. Etgen sicherte den Bauern dabei Anerkennung und Dialog zu. Der Glaube daran scheint mittlerweile aber stark gesunken.

Die Regierung kenne die Leistungen der Bauern an, nehme ihre Sorgen ernst und setze in Sachen Landesplanung, Biotopkataster und Umweltauflagen auf Dialog und Transparenz gegenüber dem Agrarsektor, versicherte Fernand Etgen, der zugleich auch auf Distanz zu manchen Darstellungen des Umweltsektors ging, die der Landwirtschaft Vorwürfe im Zusammenhang mit der Belastung der Gewässer im Lande gemacht hatten.

"Landesplanung darf Höfe nicht gefährden"

Die Bauern hätten an sich nichts Falsches getan, so Etgen. Auch die Versäumnisse im Bereich des Gewässerschutzes seien der Politik und nicht den Bauern anzulasten. Er werde sich zudem voll dafür einsetzen, dass die sektoriellen Leitpläne nicht die Produktionsgrundlagen und die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe gefährdeten.

Wie der Agrarminister dies konkret zu tun gedenkt, bleibt bislang jedoch offen. Im Namen der  "Jongbaueren a Jongwënzer" mahnte Präsident Jeff Boonen denn auch an, den Landwirten endlich konkret zu sagen, was sie im Zuge von Agrarreformen und Landesplanung erwarte, statt einfach zu beschwichtigen, man möge sich keine Sorgen machen.

"Dialog heißt, Anliegen ernst nehmen"

Weiterhin zweifelte Boonen aber auch das Regierungsverständnis von Dialog an. Wahrer Dialog bestehe darin, die Anliegen des Sektors auch ernsthaft zu berücksichtigen. Viele Betriebe machten sich schließlich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft.

An die Regierung erging am Sonntag denn auch der eindringliche Appell, die Wettbewerbsfähigkeit der Luxemburger Landwirtschaft wieder in den Mittelpunkt ihrer Agrarpolitik zu stellen und diese nicht einfach den Interessen anderer Ministerien zu unterwerfen.


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