Affäre Bommeleeër

Neue Gerüchte und Behauptungen

Guy Santer: Viele Behauptungen, keine Beweise.
Guy Santer: Viele Behauptungen, keine Beweise.
Foto:Anouk Antony

( jag ) - Obwohl der Prozess ausgesetzt ist, sorgt die Bommeleeër-Affäre weiter für Gesprächsstoff. Auf einer Pressekonferenz hat sich der frühere Geschäftspartner von Ben Geiben, Guy Santer, zu Wort gemeldet. Der Ex-Polizist Santer und Geiben sollten 1985 den luxemburgischen Ableger der belgischen Sicherheitsfirma Monitor gründen. Die Geschäfte liefen aber schlecht, und es kam zum Zerwürfnis zwischen beiden Geschäftspartnern.

Ben Geiben soll wortwörtlich gesagt haben, dass er das Profil eines Bombenlegers habe, ohne aber zu behaupten, dass er selber der Täter sei. Die Aussagen stehen wie viele andere, die im Laufe der Pressekonferenz gemacht wurden, im Raum, ohne bewiesen oder widerlegt werden zu können.

Dazu gehört auch die Behauptung, dass Ben Geiben einen schlechten Einfluss auf Jos Steil gehabt haben soll. „Seine ehemalige Frau, Alice Fuchs, hat immer wieder behauptet, dass Geiben Steil negativ beeinflusst habe. Steil dagegen habe Geiben vergöttert", so Santer.

Französische Spezialeinheit soll Attentate verübt haben

Der abenteuerlichen Behauptungen aber noch nicht genug: Die GIGN, eine Spezialeinheit der französischen Gendarmerie, sei für einen Teil der Attentate verantwortlich, so noch Santer. Die BMG sei für die „Kinderspielattentate" verantwortlich gewesen, die GIGN für die schwierigen und gefährlichen Fälle.

Santer bleibt auch bei der Darstellung, dass er Geiben nach dem Attentat auf den Kasematten im „Café des Artistes" im Grund begegnet sei. Des Weiteren behauptet er, dass Ben Geiben in Paris eine Verbindung zu Prinz Jean gehabt habe, dies über die „société de l'eau”.

Allgemein kritisiert Santer den Prozessverlauf, die eigentlichen Hintermänner müssten demnach wegen Terrorismus scharf verurteilt werden.

  

Die vielen unbewiesenen Aussagen blieben nicht ohne Reaktion, nur wenige Stunden nach der Pressekonferenz hat Maitre Gaston Vogel bereits rechtliche Schritte angekündigt. Sie betreffen Armand Giwer, der Marc Scheer und Jos Wilmes im Laufe der Pressekonferenz als Mitläufer bezeichnete. Sie sollten endlich die Namen der Hintermänner nennen. 

Maitre Gaston Vogel interessieren aber auch die Aussagen von Guy Santer, der nie als Zeuge vorgeladen wurde.