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Ärger mit dem Rotlicht
Lokales 2 Min. 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Escher Bahnhof

Ärger mit dem Rotlicht

Wenn, wie in diesem Fall, die Ampel gleich hinter dem Zebrastreifen auf Grün und die davor auf Rot geschaltet ist, kommt es schon mal zum unbeabsichtigten Fehlverhalten ortsunkundiger Autofahrer. Die überfahren dann die rote Ampel im Glauben sie hätten Vorfahrt. Das kann schon mal gefährlich werden.
Escher Bahnhof

Ärger mit dem Rotlicht

Wenn, wie in diesem Fall, die Ampel gleich hinter dem Zebrastreifen auf Grün und die davor auf Rot geschaltet ist, kommt es schon mal zum unbeabsichtigten Fehlverhalten ortsunkundiger Autofahrer. Die überfahren dann die rote Ampel im Glauben sie hätten Vorfahrt. Das kann schon mal gefährlich werden.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Escher Bahnhof

Ärger mit dem Rotlicht

Luc EWEN
Luc EWEN
Wie eine Escher Ampelanlage Aufsehen erregt und warum auch Fußgänger gebührenpflichtig verwarnt werden können.

(L.E.) - Ein Morgen in Esch/Alzette. Vor wenigen Sekunden ist ein Zug in Esch/Alzette angekommen. Die Fahrgäste sind ausgestiegen, mehrere Dutzend von ihnen stehen vor der roten Ampel am Hauptbahnhof. Viele warten die etwas mehr als 30 Sekunden, die zwei Grünschaltungen mindestens voneinander trennt, nicht ab. Sie überqueren bei Rot. Die anderen gehen erst bei Grün los. Die sechs Sekunden, während denen die Ampel grün bleibt, reichen auch einem schnellen Fußgänger kaum aus, die beiden Fahrspuren zu überqueren.

Eine ältere Dame, die beim Warten nicht in der ersten Reihe stand, hat gerade den ersten Fuß auf den Zebrastreifen gesetzt, als die Ampel wieder auf Rot schaltet. Sie setzt ihren Weg fort und hofft auf das Verständnis der Autofahrer. Sogar wenn sie sofort zu Beginn der Grünschaltung auf dem Zebrastreifen gewesen wäre, in der kurzen Zeit hätte sie es höchstens bis zur Fahrbahnmitte geschafft.

Die Verkehrspolizei aus Esch/Alzette und Capellen führte am Mittwochmorgen am Boulevard Kennedy in Esch/Alzette eine Fahrzeug- und Fußgängerkontrolle durch.
Die Verkehrspolizei aus Esch/Alzette und Capellen führte am Mittwochmorgen am Boulevard Kennedy in Esch/Alzette eine Fahrzeug- und Fußgängerkontrolle durch.
Foto: Police Lëtzebuerg

„Bei Rot sollst Du stehn, bei Grün darfst Du gehn“, heißt es im Verkehrsunterricht. Dass nicht jeder sich hieran erinnert, zeigt eine Polizeikontrolle, die am Mittwoch, eben an dieser Stelle, durchgeführt wurde. 14 Fußgänger erhielten dabei eine gebührenpflichtige Verwarnung von je 49 Euro, für drei weitere hat der Vorfall gar ein juristisches Nachspiel. Auch mussten drei Autofahrer, die durch Rot gefahren waren, 149 Euro zahlen. Ihnen wurden zusätzlich zwei Punkte abgezogen.

Zwei Ampeln dicht hintereinander

Dazu gibt die Polizei in einer Pressemitteilung an, dass am Vorabend an dieser Stelle eine Person angefahren worden war. Am gleichen Tag hatte es in Luxemburg drei ähnliche Vorfälle gegeben. Der Hintergrund ist also ernst. Im Falle der Ampelanlage vor dem Escher Hauptbahnhof lohnt aber ein Blick auf die spezifische Situation vor Ort.

So ist diese Anlage bei Ortskundigen berüchtigt. Zum Einen wegen der eingangs beschriebenen kurzen Schaltung. Zum Zweiten, weil Fußgänger ihre Grünphasen hier nicht immer nutzen können. Dies weil für Autofahrer eine zweite Ampel am Busbahnhof, gleich auf jene am Zebrastreifen folgt. Daraus ergibt sich, dass Lastwagen oder Busse häufig den Zebrastreifen während der Grünphase für Fußgänger blockieren. Andererseits übersieht auch so mancher ortsunkundige Fahrer eine der beiden Ampeln, wenn die gerade Rot anzeigt, da er auf die grüne fokussiert ist. Daher missachten immer wieder Autos die Ampel vermutlich unbeabsichtigt.

Die ältere Dame hat die gegenüberliegende Straßenseite mittlerweile erreicht. Niemand hat gehupt. Ein Autofahrer der geduldig trotz Grün gewartet hat, lächelt ihr verständnisvoll zu und fährt los.

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