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Adoptionspraxis:Kinderwunsch kann immer seltener erfüllt werden
Vermittelt wurden 2012 insgesamt 16 Kinder: 14 kamen aus Südkorea, Kolumbien, Haiti und Nepal zu ihren neuen Eltern ins Großherzogtum.

Adoptionspraxis:Kinderwunsch kann immer seltener erfüllt werden

Symbolfoto: Shutterstock
Vermittelt wurden 2012 insgesamt 16 Kinder: 14 kamen aus Südkorea, Kolumbien, Haiti und Nepal zu ihren neuen Eltern ins Großherzogtum.
Lokales 05.04.2013

Adoptionspraxis:Kinderwunsch kann immer seltener erfüllt werden

Der relativ großen Nachfrage nach Adoptionen kann immer seltener entsprochen werden. In Luxemburg sind die Möglichkeiten ohnehin begrenzt, und ausländische Kinder werden vermehrt in ihrer Heimat vermittelt.

(aa) - Im vergangenen Jahr wurden in Luxemburg insgesamt 222 Anträge auf Adoption gestellt. In 75 Prozent der Fälle bemühten sich dabei Eltern in spe um Kinder aus dem Ausland. Die Herkunftsländer waren Bulgarien, die Kapverden, Südkorea, Kolumbien, Haiti, Indien und Portugal.

Die vier zugelassenen Adoptionsdienste haben diese Anträge bearbeitet, was nicht zwangsläufig bedeutet, dass es in jedem Fall auch zu einer Adoption gekommen ist oder kommen wird.

Die wenigsten stammen aus Luxemburg

Vermittelt wurden 2012 insgesamt 16 Kinder: 14 kamen aus Südkorea, Kolumbien, Haiti und Nepal zu ihren neuen Eltern ins Großherzogtum. Zwei stammten aus Luxemburg selbst.

40 Adoptionen wurden im letzten Jahr abgeschlossen, d.h. das in Pflege befindliche Kind wurde rechtsgültig adoptiert.

Diese Daten teilte Familienministerin Marie-Josée Jacobs den beiden Abgeordneten Marie-Josée Frank und Martine Mergen mit. Beide hatten eine parlamentarische Anfrage zur Adoptionspraxis in den vergangenen Jahren gestellt.

Nachfrage übersteigt die Möglichkeiten

Wie auch in anderen Ländern übersteige in Luxemburg die Nachfrage nach internationalen Adoptionen die Zahl der tatsächlich adoptierbaren Kinder bei weitem, so die Ministerin. Die Ursache dafür seien sozioökonomischer und politischer Natur.

So würden immer mehr ausländische Kinder vorzugsweise in ihrer jeweiligen Heimat vermittelt. Neue Eltern im Ausland würden dagegen eher für ältere Kinder, Geschwister oder kranke sowie behinderte Kinder gesucht.

Weniger internationale Adoptionen

Kamen 2010 durch das Erdbeben in Haiti außergewöhnlich viele ausländische Kinder nach Luxemburg, waren es 2011 nur 24 und im vergangenen Jahr die genannten 14.

Die Aussicht ein Kinder aus Luxemburg adoptieren zu können, sind denkbar gering. In den letzten Jahren kamen gerade einmal zwei bis vier zu neuen Eltern.