Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Prävention geht uns alle an"
Lokales 2 Min. 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Achte Nationale Gesundheitskonferenz

"Prävention geht uns alle an"

Achte Nationale Gesundheitskonferenz

"Prävention geht uns alle an"

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Achte Nationale Gesundheitskonferenz

"Prävention geht uns alle an"

Wie können Suizid und Krebs verhindert werden? Diese Frage versuchten am Mittwoch eine Reihe von Experten bei der achten nationalen Gesundheitskonferenz in Kirchberg zu beantworten.

(rr) - Wie  können Suizid und Krebs verhindert werden? Diese Frage versuchten am Mittwoch eine Reihe von Experten bei der achten nationalen Gesundheitskonferenz in Kirchberg zu beantworten.

In einer Orientierungsdebatte beschäftigte sich die Abgeordnetenkammer am Dienstag mit dem Thema Suizid. Aufhorchen ließen die Zahlen, welche die Gesundheitsministerin nannte: 80 Suizide und 1 600 Selbstmordversuche im vergangenen Jahr. Für die Jahre 2015 bis 2019 hat sie einen Präventionsplan angekündigt. Das bislang 34 Maßnahmen umfassende Dokument soll Ende 2014, spätestens Anfang 2015 vorgestellt werden.

Was die Selbsttötung angeht, gelte es, die Signale früh genug zu erkennen, sagte Lydia Mutsch. Das Wort „Prävention“ müsse mit Leben gefüllt werden. Eltern, das schulische und das medizinische Milieu müssten für das Thema sensibilisiert, die Kräfte gebündelt werden.

Dr. Paul Hedo, Psychiater am „Centre hospitalier de Luxembourg“, gab zu bedenken, dass 90 Prozent der Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen, an einer schweren psychischen Krankheit leiden. Wichtig sei es, die Krankheit zu erkennen und zu behandeln. Leider seien psychiatrische Krankheiten noch immer mit einem Stigma behaftet. Vielen Familien falle es schwer zu akzeptieren, dass ein Familienmitglied an einer solchen Krankheit leide.

Anders als im Ausland werde in Luxemburg keine psychologische Autopsie gemacht, sagte Dr. Fränz D'Onghia, Psychologe und Direktionsbeauftragter des „Centre d'information et de prévention“. Im nationalen Präventionsplan sind deshalb psychologische Studien vorgesehen. Diese können frühestens sechs Wochen nach einem Suizid durchgeführt werden und liefern laut D'Onghia viele Informationen. Er betonte auch, dass Prävention dann wirksam sei, wenn alle dahinterstehen.

Nationale Pläne
 werden extern bewertet

„Was den nationalen Krebsplan betrifft, so gehört Luxemburg zwar zu den letzten Ländern, das sich einen solchen gibt, doch wir belassen es nicht bei einer Absichtserklärung. Der Plan hat Zielvorgaben, die zu einem großen Teil bis 2018 umgesetzt werden“, sagte die Ministerin. Viele Vorarbeiten, wie zum Beispiel die Erstellung eines nationalen Krebsregisters, seien bereits geleistet worden. Schätzungen zufolge gibt es 3 000 neue Krebsfälle pro Jahr in Luxemburg. Bei den Männern ist der Krebs mittlerweile die Todesursache Nummer eins, bei den Frauen die zweithäufigste.

Beide Pläne, der „Plan national prévention suicide“ und der „Plan national cancer 2014–2018“, werden übrigens extern bewertet werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Information und Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit über psychische Krankheiten. Das ist das Ziel einer vom Centre d'Information et de Prévention organisierten Wanderausstellung.
Ältere Personen gehören zu den Risikogruppen bei der Suizidprävention.
Europäische Woche gegen den Krebs
Im Rahmen des nationalen Krebsplans sollen ab Herbst Reihenuntersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs durchgeführt werden. Geplant ist auch ein Rauchverbot in privaten Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren.
Um das Strahlenrisiko zu minimieren, sollen in Zukunft alle Röntgenaufnahmen eines Patienten im "carnet radiologique électronique" erfasst werden.
Bestandsaufnahme von Plans d'action
Die Anzahl der Aktionspläne ist in den letzten Jahren exponentiell gestiegen. Ob Probleme dadurch effizienter gelöst werden können, bleibt offen.
Sportminister Romain Schneider bei der Vorstellung des Aktionsplans "Gesond iessen, mei bewegen".
85 Menschen haben sich im vergangenen Jahr in Luxemburg das Leben genommen. Vermutlich liegt die Dunkelziffer darüber. Um Selbstmorde zu verhindern, hat das Gesundheitsministerium nun einen Aktionsplan vorgestellt.
Die Selbstmordrate bei Männern liegt deutlich höher im Vergleich zu Frauen.
In Luxemburg treten jedes Jahr rund 2.500 neue Krebsfälle auf. Über 1.000 Personen sterben jedes Jahr infolge eines Krebsleidens. Mit einem nationalen Krebsplan will die Regierung die Zahl der Fälle langfristig reduzieren und die Behandlung der Patienten verbessern.
30 Prozent aller Todesfälle in Luxemburg gehen auf eine Krebserkrankung zurück. Die häufigste Krebserkrankung ist Lungenkrebs.