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Acht Tote durch Überdosen in 2017
Lokales 12.02.2019

Acht Tote durch Überdosen in 2017

Das Durchschnittsalter der Betroffenen von tödlichen Überdosen hat in den vergangenen 25 Jahren deutlich zugenommen.

Acht Tote durch Überdosen in 2017

Das Durchschnittsalter der Betroffenen von tödlichen Überdosen hat in den vergangenen 25 Jahren deutlich zugenommen.
Foto: Shutterstock
Lokales 12.02.2019

Acht Tote durch Überdosen in 2017

Die Zahl der als problematisch eingestuften Drogenkonsumenten nimmt ab - dies teilt das Gesundheitsministerium mit. Auch bei den HIV-Übertragungen durch Spritzbesteck sei erstmals ein Rückgang feststellbar. Immer mehr Abhängige suchen sich derweil professionelle Unterstützung.

(DL) - Acht Menschen starben im Jahr 2017 an einer Überdosis. Dies geht aus dem aktuellen Drogenbericht Relis 2018 hervor, den das Gesundheitsministerium am Dienstag veröffentlicht hat. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren noch 26 tödliche Überdosen verzeichnet worden. In 2016 waren es deren fünf. Das Alter der Betroffenen nimmt derweil deutlich zu: 2017 waren die Betroffenen im Schnitt 41,5  Jahre alt. 25 Jahre zuvor, 1992, lag das Durchschnittsalter der Drogentoten bei 28,4 Jahren.

Rückläufig war 2017 laut Gesundheitsministerium die Zahl der HIV-Übertragungen unter Drogenkonsumenten - dies zum ersten Mal. Zwischen 2014 und 2016 sei hier noch eine Steigerung festgestellt worden, dies unter anderem wegen des verstärkten Kokainkonsums durch Injektion.

Inhalation statt Injektion

Beim Drogenkonsum durch Injektion sei allgemein ein Abwärtstrend erkennbar. Im Gegenzug nimmt der Konsum durch Inhalation zu. Im Drogenkonsumraum würden inzwischen 54 Prozent der Konsumenten ihre Drogen inhalieren.


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Geschätzt wird, dass die Zahl der problematischen Drogenkonsumenten hierzulande aktuell bei rund 2.200 liegt. Dies entspreche etwa 5,8 Personen von 1.000 bei den 15- bis 64-Jährigen. Im Jahr 2000 habe dieser Wert noch bei neun von 1.000 Menschen gelegen - einer der höchsten in der Europäischen Union.

437.946 sterile Spritzen verteilt

Die Zahl der Drogenabhängigen in Behandlung steigt indes an, immer mehr Menschen suchen Hilfe und Unterstützung in den bestehenden Hilfsstrukturen. 2017 wurden mehr als 164.000 Kontakte gezählt, 2014 waren es deren 131.000. Parallel dazu werden zunehmend sterile Spritzen verteilt, allein in 2017 waren es deren 437.946.

Bei den 13- bis 18-Jährigen bleibt Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge. Es wird geschätzt, dass 17,1 Prozent der 15-Jährigen schon mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert haben. Im Jahr 2006 lag dieser Wert bei 22,6 Prozent. Die Zahl der Jugendlichen, die in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis eingenommen haben, sei dem Bericht zufolge zwischen 2010 und 2014 stabil geblieben, derweil beim rezenten Konsum (in den vergangenen 30 Tagen) ein leichter Anstieg zu verzeichnen war.


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