Acht Schafe gerissen

War es der Wolf?

Am Mittwoch vor einer Woche hatte ein Foto, das von einem Landwirt nahe Leudelingen geschossen worden war, in Luxemburg für Aufregung gesorgt.
Am Mittwoch vor einer Woche hatte ein Foto, das von einem Landwirt nahe Leudelingen geschossen worden war, in Luxemburg für Aufregung gesorgt.
Foto: Gaston Origer /SIP

(lb/tom) - Bisher fehlte es an DNS-Spuren, um wissenschaftlich zu belegen oder zu widerlegen, dass es sich bei dem Tier, das vor fast zwei Wochen nahe Leudelingen gesichtet worden war, tatsächlich um einen Wolf handelt. Ob der Wolf in dieser Gegend heimisch ist, könnte nun ein Vorfall in Garnich klären.

Wie das Umweltministerium am Montag mitteilte, wurden am Samstag acht Schafe auf einer Weide in Garnich gerissen - nur wenige Kilometer von besagtem Ort nahe Leudelingen entfernt. Der Landwirt, der die toten Tiere entdeckte, verständigte umgehend die Naturverwaltung, die sich am späten Samstagabend mit einigen Experten mehrere Stunden vor Ort begab, um DNS-Spuren an den Bisswunden der Tiere zu entnehmen.

Untersuchungen im Feld hätten ergeben, dass ein Wolf als Verursacher der Schafrisse nicht ausgeschlossen werden könne, so das Umweltministerium am Montag. Dennoch weist das Ministerium darauf hin, dass auch Haushunde regelmäßig Schafe reißen.

"Eine definitive Schlussfolgerung kann daher im Falle Garnich erst dann getroffen werden, wenn die Resultate der DNS-Proben vorliegen", so das Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

Diese Untersuchung könne nun mehrere Wochen dauern. Die Proben werden in den nächsten Wochen am Senckenberg-Institut Gelnhausen in Deutschland untersucht.

Luxemburg ist auf Wolf vorbereitet

Der Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg, der unter anderem zusammen mit Akteuren aus dem landwirtschaftlichen Sektor erstellt wurde, sieht im Falle von Wolfsrissen eine finanzielle Entschädigung der betroffenen Landwirte vor. Luxemburg hat sich in den letzten Jahren bereits auf die mögliche Rückkehr des Wolfs vorbereitet, um von vorne herein den Umgang mit dieser Tierart zu definieren.

Vor fast zwei Wochen hatte ein Foto von einem wolfsähnlichen Tier, das von einem Landwirt nahe Leudelingen geschossen worden war, in Luxemburg für Aufregung gesorgt. Befragten Fachleuten zufolge deuteten mehrere Hinweise darauf hin, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handeln könnte. Eine 100-prozentige Bestätigung war allerdings nicht möglich gewesen, weil keine DNS-Spuren wie Haare oder Kot am Ort der Sichtung gesichert werden konnten. Die geschützten Tiere sind seit Jahren wieder in der Region heimisch - Sichtungen gab es unter anderem in Rheinland-Pfalz und in Lothringen.