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Acht Jahre Haft nach Menschenschmuggel
Lokales 04.04.2019

Acht Jahre Haft nach Menschenschmuggel

Die Arme des internationalen Menschenhandels reichen bisweilen auch nach Luxemburg, wie der Prozess in Diekirch gezeigt hat.

Acht Jahre Haft nach Menschenschmuggel

Die Arme des internationalen Menschenhandels reichen bisweilen auch nach Luxemburg, wie der Prozess in Diekirch gezeigt hat.
Foto: Nico Muller
Lokales 04.04.2019

Acht Jahre Haft nach Menschenschmuggel

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Acht Jahre Haft lautet das Urteil gegen einen Mann, der an der Einschleusung von Migranten nach England mitgewirkt hatte.

Acht Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 7500 Euro wurden am Donnerstagmorgen am Bezirksgericht in Diekirch in erster Instanz gegen jenen 46-jährigen Mann verhängt, der offenbar zwischen Oktober 2015 und März 2017 von Luxemburg aus in mindestens elf Fällen die logistischen Mittel zur illegalen Einschleusung von Migranten durch den Eurotunnel bei Calais nach Großbritannien organisiert hatte.

Konkret soll der zur Tatzeit in Echternach wohnhafte Armando P. bei der Anmietung der Transporter sowie bei der Anheuerung der Fahrer als Auftraggeber gewirkt haben, wie die zuständigen Ermittler der Police judiciaire während des Prozesses dargelegt hatten.

In Möbeln und Holzplattenstapeln versteckt

Mal als Beifahrer mit gestohlenen Ausweisen, mal im Frachtraum in Möbelstücken oder ausgehöhlten Holzplattenstapeln versteckt, sollen in manchen Fällen bis zu 15 Menschen pro Fahrt an die französische Kanalküste verbracht worden sein, um sie von dort aus nach England zu schleusen. Die vorrangig aus Albanien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran stammenden Migranten waren dabei meist bei Zwischenstopps in Belgien oder Frankreich zugestiegen, dies anscheinend mal mit, mal ohne Wissen der Fahrer.


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Da einige der Transporte bei Kontrollen aufflogen, war Armando P. durch die Aussagen mehrerer festgenommener Fahrer allmählich ins Visier der Ermittler geraten, die in der Folge eine immer schwerer wiegende Indizienlast gegen den Beschuldigten zusammengetragen hatten.

Mit ihrem Urteil blieben die Richter am Donnerstag nur knapp hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft zurück, die zehn Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte zuvor beteuert, der Angeklagte sei durch widrige Umstände zwar zum Komplizen des illegalen Menschenschmuggels geworden. Die wahren Köpfe des Geschäfts seien dagegen in Großbritannien zu suchen.


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