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Acel-Präsident Tom Hermes: „Studieren heißt auch, erwachsen werden“
"Es ist normal, dass man nicht von Anfang an einen Plan hat!"

Acel-Präsident Tom Hermes: „Studieren heißt auch, erwachsen werden“

Foto: Guy Jallay
"Es ist normal, dass man nicht von Anfang an einen Plan hat!"
Lokales 4 Min. 14.11.2014

Acel-Präsident Tom Hermes: „Studieren heißt auch, erwachsen werden“

Studieren kann man bei der Acel nicht. Dafür aber sich beraten lassen - etwa auf der "Foire de l'étudiant". Und einen Blick ins Studentenleben erhaschen. Im LW-Interview spricht Präsident Tom Hermes über lustige Fragen, vielfältige Aufgaben und die Forderungen der Vereinigung.

(DL) - Studieren kann man bei der Acel nicht – dafür aber sich beraten lassen, Probleme ansprechen und einen Blick ins Studentenleben erhaschen. Im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ redet Präsident Tom Hermes über lustige Fragen, vielfältige Aufgaben und die Forderungen der „Association des cercles d'étudiants luxembourgeois“.

Warum lohnt sich ein Besuch auf der Foire de l'étudiant?

Der Vorteil bei der Studentenmesse besteht darin, dass alle wichtigen Akteure an einem Ort vereint sind – das Cedies, die Studentenverbindungen aus den verschiedenen Städten und die Vertreter der einzelnen Hochschulen. Die Besucher erhalten somit Informationen zu den Unis selbst, etwa zu den Einschreibungsmodalitäten, aber auch zu den Uni-Städten – z. B., wie sie vor Ort eine Wohnung finden. Die Schüler sollten keine Angst haben, uns anzusprechen. Die Studenten wollen angesprochen werden – sonst würden sie nicht extra für die Studentenmesse zurück nach Luxemburg kommen!

Acel-Präsident Tom Hermes studiert im fünften Jahr Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen.
Acel-Präsident Tom Hermes studiert im fünften Jahr Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen.
Foto: Guy Jallay

Was erwartet die Schüler und Studenten am Acel-Stand?

Wir bieten ziemlich viel an! Darunter unseren „Guide du futur étudiant“, den wir in Zusammenarbeit mit den einzelnen Studentenvereinigungen publizieren. Die Idee ist, die einzelnen Länder und Uni-Städte kurz vorzustellen. Dann gibt es noch unseren „Guide du futur diplômé“, der sich eigentlich an jene richtet, die vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen. Allerdings findet man darin ebenfalls Tipps zum Verfassen eines Bewerbungsschreibens oder seines Lebenslaufs, was zum Beispiel interessant für jene Studierende ist, die sich für ein Praktikum bewerben möchten. Von „Wie rechne ich meine Rente aus?“ bis hin zu „Was bedeutet Steuern zahlen“ findet sich darin alles. Es ist somit ein interessantes Nachschlagewerk für jedermann. Weiter verteilen wir den „Zoom“ – eine Zeitung, bei welcher das Augenmerk auf die Studentenszene gelegt wird.

A propos Studentenszene: Wie das Studentenleben so ausschaut, können die Schüler bei euch ebenfalls erfahren?

Genau – bei unseren „Student fir een Dag“-Schülerreisen. Die genauen Termine dafür stehen zwar noch nicht fest, doch können die Schüler sich bereits auf der Foire bei uns eintragen, und werden dann zum gegebenen Zeitpunkt über die Details informiert. Die Reisen finden während der Osterferien statt und führen in die Städte jener Mitgliedsvereinigungen, die nicht weiter als 200 bis 300 Kilometer von Luxemburg entfernt liegen. Hier haben sie die Gelegenheit, sich von Luxemburgern, die vor Ort studieren, alles zeigen zu lassen – etwa, wo man den besten Kaffee bekommt. Die Schülerreisen dauern je einen Tag.

Mit welchen Fragen richten sich die Messebesucher denn in der 
Regel an euch?

(Lacht) Eine Frage, die immer wiederkehrt, lautet: Was kann man denn bei der Acel studieren? Dann erklären wir erst mal, dass wir die Studentenvertretung sind, und worin unsere Aufgabe besteht. Ansonsten sind die Anliegen ganz unterschiedlich. So wissen einige schon genau, was sie studieren wollen, aber noch nicht wo. Andere wiederum wissen, wohin sie wollen, aber nicht was sie dort studieren können. Für uns ist es jedenfalls sehr interessant. Was wir ebenfalls immer hervorheben, ist, dass Studieren nicht nur die Fortsetzung der Schule ist; sondern, dass man viel mehr lernt als das, was man in den Vorlesungen sieht!

Vor kurzem kamen die Luxemburger Studenten bei der Reel in München zusammen. Wie war es?

Wir haben uns darüber gefreut, dass Claude Meisch schon den ersten Abend mit uns verbracht hat, sozusagen den weniger formellen Teil. Am darauffolgenden Tag stand die Debatte zwischen den Studentenvertretern und dem Minister auf dem Programm. Thematisiert wurden u. a. die Studienbeihilfen. Der Minister hat uns zugesichert, dass eine Umfrage bei den Studenten durchgeführt wird – um herauszufinden, ob die Reform den Bedürfnissen der Hochschüler gerecht wird. Weiter ging es um die gesetzlich verankerte Studentenvertretung. Wir sind der Meinung, dass ein Student oftmals als „älterer Schüler“ wahrgenommen wird, und damit sind wir nicht einverstanden. Die Regierung sagt, sie wünscht sich eine Wissensgesellschaft – und davon ist der Student ein wichtiger Bestandteil. Wir möchten also, dass sich der Student konstruktiv stärker einbringen kann.

Welche weiteren Anliegen beschäftigen derzeit die Studenten?

Ein Thema sind die Rundfunkgebühren in Deutschland, welche die Studenten direkt betreffen. Das bedeutet zusätzliche Kosten und wir versuchen, diesbezüglich eine Lösung zu finden. Studenten, die Bafög beziehen (deutsche Studienbeihilfe), können sich davon befreien lassen, unsere „Bourse“ wird dagegen noch nicht anerkannt.

Was geben Sie den zukünftigen Studierenden mit auf den Weg?

Es ist normal, dass man anfangs nicht immer einen Plan hat – und das ist auch nicht unbedingt wichtig. Viele glauben, sie müssten bereits am Studienanfang genau wissen, wie der Rest ihrer Karriere bis zur Rente aussieht. Doch studieren heißt auch, erwachsen werden! Während des Studiums gewinnt man so viele Erfahrungen, man lernt dermaßen viel, dass man sich auch bewusst wird, was man wirklich möchte.


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