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Abschlussbericht bestätigt Fehler der Copilotin
Lokales 01.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxair-Unfall in Saarbrücken

Abschlussbericht bestätigt Fehler der Copilotin

Die Maschine kam nach rund 800 Meter zum Stehen. Verletzt wurde beim Zwischenfall niemand.
Luxair-Unfall in Saarbrücken

Abschlussbericht bestätigt Fehler der Copilotin

Die Maschine kam nach rund 800 Meter zum Stehen. Verletzt wurde beim Zwischenfall niemand.
Foto: BeckerBredel
Lokales 01.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxair-Unfall in Saarbrücken

Abschlussbericht bestätigt Fehler der Copilotin

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Abschlussbericht zum Luxair-Zwischenfall voriges Jahr in Saarbrücken liegt nun vor. Der Fehler der Copilotin wurde bestätigt, allerdings soll das Sicherheitssystem am Flugzeug auch verändert werden.

(jag) - Am Mittwoch veröffentlichte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU den Abschlussbericht zum Luxair-Zwischenfall am 30. September 2015 am Flughafen Saarbrücken. Die 27-jährige Copilotin hatte das Fahrwerk der Bombardier verfrüht eingezogen, die Maschine prallte beim Start auf den Bauch. Geistesgegenwärtig kann der Pilot die Maschine in der Mitte der Piste halten. Sie kommt nach einer insgesamt 875 Meter langen Rutschpartie zum Stehen. Mannschaft und Passagiere bleiben unverletzt.

Was sich im Zwischenbericht im Februar bereits andeutete, wird jetzt bestätigt:

Mangelnde Aufmerksamkeit der Copilotin, Nichteinhalten der Kommunikationsprozeduren zwischen Pilot und Copilot und schließlich das frühzeitige Einziehen des Fahrwerkes werden im Bericht als Ursachen  ausfindig gemacht. Die Experten sprechen von einem Glitch, einem Lapsus also. Das Unterbewusstsein leitet dabei eine Handlung ein, die man sich bewusst verbietet.

Technische Änderungen als Konsequenz

Interessant ist allerdings der Umstand, dass auch das Sicherheitssystem des Flugzeuges kritisiert wird. Die Gewichtssensoren im Fahrwerk der Bombardier waren so ausgelegt, dass man das Fahrwerk einziehen konnte, wenn die vorderen oder die hinteren Räder den Boden nicht mehr berührten.

Die kanadischen Luftahrtbehörden, welche für den Hersteller Bombardier zuständig sind, reagierten daraufhin sehr schnell. In einem Schreiben fordern sie die Hersteller auf, das System umzugestalten. Einfahren kann man das Fahrwerk künftig nur dann, wenn sämtliche Räder den Boden verlassen haben. Wäre dieses System in Saarbrücken bereits Vorschrift gewesen, wäre es nie zum Zwischenfall gekommen. 

Justiz in Saarbrücken aktiv

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren gegen die Copilotin eingeleitet, dies wegen fahrlässiger Gefährdung des Luftverkehrs. Die für die abschließende Beurteilung des Falles maßgeblichen Untersuchungsergebnisse der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stehen allerdings noch aus.

Wann mit einem Abschluss der Ermittlungen gerechnet werden kann, steht zurzeit noch nicht fest. Die Dash-8 indes wurde schwer beschädigt, sie wurde aus dem Verkehr gezogen und ersetzt.

 


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