Abschied vom Parlament: Fernand Boden (CSV)
30 Jahre in der Regierung, und noch ein paar weitere Jahre in der Abgeordnetenkammer: So lässt sich die eindrucksvolle politische Karriere von Fernand Boden zusammenfassen. Nun will der CSV-Politiker aus Echternach nicht mehr bei den Landeswahlen antreten. Diese Entscheidung fällt ihm allerdings nicht leicht.
Plötzlich von "Hundert auf Null" zu schalten, das sei gar nicht einfach, schildert Fernand Boden im Gespräch mit dem Wort. Die letzten drei Jahrzehnte war er immer auf Achse - als Minister für Bildung und Jugend, Tourismus, Familie und Solidarität, Mittelstand, Landwirtschaft und Weinbau, Wohnungsbau, sowie öffentlicher Dienst... Seine Sporen hat sich der ehemalige Mathematiklehrer zunächst mit Reformen im Bildungswesen verdient. "Damals wie heute war die Schulpolitik umstritten", erklärt er. Früher hätten die Politiker allerdings mehr diskutiert und argumentiert, um in der Sache voranzukommen; heute gebe es hingegen zu viele persönlichen Attacken und übereilte Aussagen, so Boden in einem ausführlichen Interview, das am Samstag im Wort veröffentlicht wird.
Auf die Frage hin, welches Ressort ihn am meisten geprägt und gefordert hat, verweist Fernand Boden auf die Landwirtschaft. In den langen EU-Nachtsitzungen habe er die Interessen des Landes mit Ausdauer und Hartnäckigkeit verteidigt. Im direkten Kontakt mit den Wählern wusste er auch, wie hier beim "Dag um Baurenhaff" vor 15 Jahren, ganz praktisch mitanzupacken.