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Abgespeckte Version: Neue Pläne für Asylbewerberheim in Esch-Neudorf
Lokales 3 Min. 22.11.2016

Abgespeckte Version: Neue Pläne für Asylbewerberheim in Esch-Neudorf

Die geplante Infrastruktur für Asylbewerber soll in Neudorf oberhalb des Parkplatzes entstehen.

Abgespeckte Version: Neue Pläne für Asylbewerberheim in Esch-Neudorf

Die geplante Infrastruktur für Asylbewerber soll in Neudorf oberhalb des Parkplatzes entstehen.
Foto: Raymond Schmit
Lokales 3 Min. 22.11.2016

Abgespeckte Version: Neue Pläne für Asylbewerberheim in Esch-Neudorf

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Nach hitzigen Diskussionen wird es im neuen Asylbewerberheim in Esch/Alzette nur Platz für 150 statt 300 Flüchtlinge geben. Auf dem Areal sind zudem auch Sozialwohnungen vorgesehen.

(rsd) - Der Entscheidung waren hitzige Diskussionen vorangegangen: Als vor einem Jahr in Esch/Alzette Pläne für ein Asylbewerberheim für 300 Menschen im Stadtteil Neudorf vorgestellt wurden, hielt sich die Begeisterung der Anwohner durchaus in Grenzen.

Jetzt liegt ein neues Projekt vor, das eine Struktur für 150 Menschen vorsieht. Dass dies eine abgespeckte Version des ursprünglichen Projekts ist, trägt offenbar zur Beruhigung der Gemüter bei. Die Akzeptanz für das Asylbewerberheim scheint zugenommen oder das Interesse am Thema abgenommen zu haben.

Das war unschwer festzustellen, als Bürgermeisterin Vera Spautz und Innenminister Dan Kersch die Light-Version des Projekts im Rahmen einer öffentlichen Informationsversammlung im Rathaus vorstellten.

Da sie einen regelrechten Ansturm erwarteten, hatten die Gemeindeverantwortlichen den Sitzungssaal großzügig bestuhlen lassen. Die Frage scheint die Anwohner aber nicht mehr in dem Maße zu beschäftigen wie noch vor einem Jahr, denn gut die Hälfte der Sitzplätze blieb leer.

150 statt 300 Menschen

Als sie versuchten, den Bürgern ihr Projekt schmackhaft zu machen, schienen die Bürgermeisterin und der Innenminister diesmal mit einem weniger unguten Gefühl vor die Öffentlichkeit zu treten. Vera Spautz erinnerte daran, dass die Regierung vor einem Jahr mit der Bitte an die Gemeinden herangetreten war, Infrastrukturen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Auch Esch sei damals bereit gewesen, Verantwortung zu übernehmen.

Doch für das Vorhaben, 300 Asylbewerber auf dem sogenannten Quai in Neudorf unterzubringen, gab es kaum Zustimmung bei den Anwohnern. Diese befürchteten größere Problem durch die neue Unterkunft. Um sich gegen die Pläne zu wehren, wurde im Viertel eine Bürgerinitiative gegründet.

Nach ersten Kontakten mit der Bürgerinitiative und dem Interessenverein Neudorf, dem das Vorhaben, gelinde gesagt, auch nicht ganz geheuer erschien, scheinen sich jetzt die Wogen geglättet zu haben.

Auch Sozialwohnungen geplant

Neben Platz für 150 Asylbewerber soll auf dem vorgesehenen Standort den neuen Plänen zufolge ebenfalls Wohnraum für Menschen entstehen, die auf der Suche nach einer Sozialwohnung sind. Mit der abgespeckten Version des Projekts hat sich inzwischen auch der Gemeinderat beschäftigt.

Auch Innenminister Dan Kersch besänftigte die Gegner des Projekts und versicherte, man habe den Ängsten der Anwohner Rechnung getragen. Diese hatten die Zahl von 300 Asylbewerbern als zu hoch erachtet. Kersch erinnerte daran, dass im ganzen Land, bis auf wenige Ausnahmen, die Solidarität gegenüber Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten, groß sei.

Es gelte nicht nur, sie aufzunehmen, sondern sie später auch in die Gesellschaft zu integrieren. Und das, so der Innenminister, sei eine große Herausforderung.

4000 Quadratmeter

Das Projekt soll sich den Planern zufolge gut in das Viertel einfügen. Auf einem Areal von 0,50 Hektar sollen zwei zweistöckige Gebäude mit einer Nutzfläche von knapp 4000 Quadratmetern entstehen. Die Bauweise ist nicht neu, denn ein ähnliches Konzept wurde beispielsweise schon in Steinfort, Diekirch, Junglinster und Mamer umgesetzt.

Im Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume und Räume für die Verwaltung vorgesehen. Eine Zubereitungsküche soll nicht eingerichtet werden, da das Essen angeliefert werden soll. Die Wohnräume sollen im ersten Stockwerk untergebracht werden. Die vorgesehenen Gemeinschaftsräume sollen zudem auch als Ausbildungssäle genutzt werden können.

Die Entscheidung über den Bau soll, wie in der Sitzung verlautete, nicht von staatlichen Stellen getroffen werden. Der Gemeinderat der Stadt Esch soll im Rahmen eines Sondereinteilungsplans über die Baugenehmigung befinden. Auch die Befürchtungen, dass der Parkplatz in Neudorf verschwinden könnte, wurden zerstreut. Der, so hieß es in der Versammlung, werde auf jeden Fall erhalten bleiben.


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