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Abgesagte Operationen und fehlendes Personal
Lokales 15.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Abgesagte Operationen und fehlendes Personal

Abgesagte Operationen und fehlendes Personal

Foto: Lex Kleren
Lokales 15.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Abgesagte Operationen und fehlendes Personal

Nicht-dringende chirurgische Eingriffe finden derzeit in den meisten Krankenhäusern nicht statt. In den Kliniken ist die Arbeitslast dennoch hoch. Zudem fehlt viel Personal.

(SC/SH) - Die Corona-Pandemie hat weiter Einfluss auf die Abläufe in den Krankenhäusern. So werden derzeit beispielsweise im Centre hospitalier du Nord (ChdN) nur dringende chirurgische Eingriffe sowie solche, die sich nicht verschieben lassen, durchgeführt. Dies ist eine provisorische Maßnahme, die im Prinzip bis Anfang 2021 anhalten soll, um sicherzustellen, dass in den Intensivstationen das notwendige Personal einsatzbereit ist und ein Teil des Pflegepersonals sich nach intensiven Arbeitswochen etwas erholen kann.


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Denn die Arbeitslast ist durch die Pandemie in allen Krankenhäusern ohnehin hoch. Zudem kommt es auch beim Personal zu Ausfällen. Wie aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Martine Hansen hervorgeht, haben zum 8. Dezember insgesamt 586 Angestellte aus dem Krankenhaussektor gefehlt. Sie seien entweder krank oder in Quarantäne gewesen, oder hätten aus anderen Gründen, wie zum Beispiel Schwangerschaft, nicht zur Arbeit erscheinen können.

Interne und externe Gründe für Absagen

In ihrer parlamentarischen Frage erkundigte sich die CSV-Abgeordnete Martine Hansen auch nach den Entscheidungsprozessen, die dazu führen, dass chirurgische Eingriffe entweder als "dringend" oder "nicht dringend" eingestuft werden. Welche Eingriffe durchgeführt werden, werde auf individueller Basis in Absprache mit dem Patienten entschieden, so die Antwort. Im Zuge der Phase 4 des Krankenhausplans werden zurzeit nur dringende Eingriffe durchgeführt - dies stelle je nach Krankenhaus einen Rückgang von zwischen 14,5 Prozent und 50 Prozent dar, wenn man die erste Dezemberwoche 2019 mit der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember 2020 vergleicht, hieß es in der Antwort.


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Die Absagen könnten sowohl auf interne wie auch auf externe Gründe zurückgehen. Zu den internen Gründen zählt etwa ein Mangel an qualifiziertem Personal oder die Umstrukturierung einer Einheit, in der fortan lediglich Covid-19-Patienten empfangen werden. Zu den externen Gründen zählen strengere Hygienemaßnahmen, durch die weniger Patienten aufgenommen werden können. Zudem würden auch die Patienten selbst - aus Angst vor dem Virus, oder weil sie sich in Quarantäne befinden - Eingriffe absagen. 

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