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Ab Sonntag: Neue Fahrpläne bei der Bahn: Wer hat an der Uhr gedreht?
Kein Kinderspiel: Die kleinste Änderung innerhalb des Zugfahrplans hat Folgen in der gesamten Organisation des öffentlichen Transports.

Ab Sonntag: Neue Fahrpläne bei der Bahn: Wer hat an der Uhr gedreht?

Foto: Guy Jallay
Kein Kinderspiel: Die kleinste Änderung innerhalb des Zugfahrplans hat Folgen in der gesamten Organisation des öffentlichen Transports.
Lokales 5 Min. 08.12.2014

Ab Sonntag: Neue Fahrpläne bei der Bahn: Wer hat an der Uhr gedreht?

Ab dem 14. Dezember gibt es auf dem gesamten Netz der nationalen Eisenbahngesellschaft Neuerungen bei den Fahrplänen. Auch die RGTR-Buslinien sind davon betroffen. Am Montag wurden die größten Änderungen auf der Pressekonferenz der CFL bekannt.

(hip) - Ab kommendem Sonntag gibt es auf dem nationalen Eisenbahnnetz zahlreiche Neuerungen betreffend die Fahrpläne. Die wichtigste Information der Pressekonferenz der CFL am Montag dürfte aber der Aufruf an die Bahnkunden gewesen sein, sich rechtzeitig über die Änderungen zu erkundigen.

Ab dem 14. Dezember kommt es u. a. auf vier wichtigen Bahnlinien zu tief greifenden Fahrplanänderungen. Taktzeiten werden verdoppelt, die Anzahl der Waggons werden bei einzelnen Zügen erhöht, oder das lästige Umsteigen wird teilweise entfallen. Es gibt viele positive Ansätze, aber vor allem im Norden Luxemburgs bereiten die Neuerungen manchem Bahnkunden Sorgen.

Bahnhof „Rote Brücke“

Zu den morgendlichen Spitzenstunden zwischen etwa 6.30 Uhr und 8 Uhr werden zwischen Ettelbrück und der Hauptstadt zwei Schnellzüge entfallen. Ursache für diese Entscheidung ist die Baustelle des neuen Bahnhofs „Rote Brücke“ in Pfaffenthal und damit die Verbindung zur zukünftigen Schrägseilbahn nach Kirchberg. Während der etwa dreijährigen Bauzeit wird die Strecke an dieser Stelle nur eingleisig befahrbar sein. Zwischen 6.30 Uhr und 9 Uhr sinkt die Anzahl der Züge zwischen Ettelbrück und Luxemburg von 13 auf zehn, zwischen Mersch und der Hauptstadt von 14 auf zwölf. Diese Ausfälle aber, so verspricht es die „Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois“ (CFL), sollen mit der Erhöhung der Anzahl an Waggons ausgeglichen werden.

Wegen dem Bau der Bahnhofs "Roud Bréck" wird die Strecke in Pfaffenthal während den kommenden drei Jahren nur eingleisig befahrbar sein.
Wegen dem Bau der Bahnhofs "Roud Bréck" wird die Strecke in Pfaffenthal während den kommenden drei Jahren nur eingleisig befahrbar sein.
Zeichnung: CFL

Linie 10 Ulflingen-Luxemburg

Die Nordlinie Nummer 10 wird ab kommendem Sonntag über eine neue Taktzeit verfügen. Die Bahnhöfe Ulflingen, Wiltz, Kautenbach und Diekirch werden dann alle 30 Minuten bedient. Für die Schüler in Limpertsberg sei daran erinnert, dass ab Dommeldingen die Busline 952 direkt zum „Lyzeenplateau“ fährt. Der Zug erreicht Dommeldingen um 7.39 Uhr, und der genannte Bus fährt um 7.43 Uhr ab. Auch die Fahrpläne sämtlicher RGTR-Buslinien, die einen Stopp an einem Bahnhof einlegen, wurden angepasst.

Die größten Änderungen gibt es in Dommeldingen, Mersch, Cruchten und Ettelbrück. So erinnerte Marc Hoffmann, Direktor für den Bereich Personenverkehr, daran, dass sich die Benutzer des öffentlichen Transports rechtzeitig über die Neuerungen via Internet, Smartphone-Applikation oder die kostenlos ausliegenden Fahrpläne informieren sollen, damit es auf ihrem Weg zur Arbeit oder zur Schule nicht zu unnötigem Ärgernis kommt. Die Haltestation „Maulusmühle“ wird ab dem Stichdatum nicht mehr bedient.

Linie 30 Luxemburg-Koblenz

Die Strecke über Wasserbillig nach Trier wird künftig erst in Koblenz ihre Endstation haben. Das Angebot findet stündlich statt und dies insgesamt 16 Mal pro Tag. Ein Umsteigen in Trier wird künftig entfallen, so der eigentliche Plan. Denn, wie die CFL gestern mitteilten, wird in Trier der Zug aus Luxemburg mit dem Zug aus Saarbrücken zusammengekoppelt, bevor die Reise weiter nach Koblenz geht. Dies geht aber nur mit einem gemeinsamen Kupplungssystem. Bei der Deutschen Bahn (DB) gab es allerdings eine Verspätung bei der Lieferung neuer Personenwaggons, sodass in einer Übergangszeit, bis etwa 15. März 2015, trotzdem am Hauptbahnhof Trier umgestiegen werden muss.

Nur drei Züge werden in dieser Zeit durchfahren. Die Bahnhöfe in Sandweiler, Contern und Luxemburg-Cents werden zwischen dem 16. Februar und dem 12. Dezember des kommenden Jahres wegen dem Ausbau auf zwei Gleise gar nicht bedient. Die besagte Zugstrecke wird während der zehn Monate über Syren umgeleitet, die geschlossenen Bahnhöfe Sandweiler und Contern mittels eines Busdienstes bedient. In Cents muss auf die städtische Buslinie 13 zurückgegriffen werden. Die Abfahrtszeiten der Übergangsbusse werden erst Ende Januar bekannt.

Linie 50 Luxemburg-Brüssel

Auch die Eisenbahngesellschaft in Belgien bekommt es 2015 mit langfristigen Baustellen zu tun. Nach Angaben der CFL werden diese Arbeiten etwa drei Jahre dauern. Die Fahrzeit bis zur belgischen Metropole, Brüssel, verlängert sich wegen der Baustellen um zehn Minuten. Dadurch muss der Fahrplan zwischen Luxemburg und Kleinbettingen abgeändert werden. Zwischen Luxemburg und Arlon werden ab Sonntag mehr Züge in den Spitzenzeiten eingesetzt. Bis zur „Areler Knippchen“ fahren künftig täglich 41 Züge. Heute sind es deren noch 34. Zwischen den Jahren 2009 und 2014 ist der Personenverkehr von 17,2 Millionen auf voraussichtliche 21,5 Millionen Bahnbenutzter gestiegen.

Linie 90 Thionville-Luxemburg

Die große Nachfrage bestätigt auch den Entschluss der nationalen Bahngesellschaft, ab Sonntag zwei weitere Züge auf der Linie 90 zu den morgendlichen Spitzenzeiten einzusetzen. CFL-Generaldirektor Marc Wengler gab auf der Pressekonferenz auch einen Einblick in weitere Zukunftsprojekte des Ressortministeriums und der CFL. So wird der Hauptbahnhof Luxemburg einen fünften und sechsten Bahnsteig bekommen. Es entstehen neue Bahnhöfe in Howald und Hollerich. Ettelbrück, Bettemburg und Esch/Alzette werden modernisiert.

Geringfügige Änderungen wird es auf der Bahnlinie 60 (Luxemburg-Bettemburg-Esch/Alzette) mit der Schaffung der neuen Haltstelle „Belval-Lycée“ geben. Auf der Linie 70, ggf. 70 A 
(Luxemburg-Rodange-Longwy-Arlon) wurden die meisten Züge zwischen Luxemburg und Petingen um ein bis zwei Minuten versetzt.

Ein Versprechen: Wohl wissend, dass während den Weihnachtsferien weniger Menschen die Bahn benutzen, werden vor allem die ersten Januarwochen genauestens beobachtet. Sollten gewisse Züge regelmäßig überfüllt, oder manche Anschlusszeiten nicht perfekt abgestimmt sein, können und werden Änderungen am Fahrplan vorgenommen oder die Anzahl der Waggons erhöht.

Wo finde ich die neuen Fahrpläne?

Die neuen Fahrpläne liegen in den insgesamt zehn zugänglichen Bahnhöfen kostenlos als Faltpläne aus. 
Zudem kann der Bahnkunde sich 
über die digitalen Wege wie 
etwa Smartphone-Applikationen 
oder das Internet informieren. Eine telefonische Auskunft gibt es bei der CFL unter der Rufnummer 2489-2489.


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