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Ab in die Dose statt in die Tonne
Mit der ECOBOX soll weniger Essen in den Müll wandern.

Ab in die Dose statt in die Tonne

Foto: Pierre Matgé
Mit der ECOBOX soll weniger Essen in den Müll wandern.
Lokales 3 Min. 31.05.2018

Ab in die Dose statt in die Tonne

Weniger Plastik – das hat die EU-Kommission vergangenen Montag gefordert. Luxemburg startet jetzt ein Pilotprojekt: Die ECOBOX soll Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung reduzieren.

(SCH) Wer kennt das nicht: Man hat im Restaurant sein Lieblingsessen bestellt, aber die Augen waren wieder mal größer als der Bauch, deshalb bleibt die Hälfte übrig. Entweder, das Essen wandert jetzt in den Müll oder man kann es mitnehmen – verpackt in Einwegplastik oder Styropor. Um das zu verhindern, gibt es in Luxemburg nun die ECOBOX.

Das Prinzip: eine wiederverwertbare Dose aus PBT (Polybutylenterephthalat, ein thermoplastischer Kunststoff) mit einem Deckel aus PE (Polyethylen). Bleibt nun etwas vom Essen übrig oder will der Kunde eines Restaurants sein essen “to go”, bekommt er es in der grünen Box. Teilnehmende Betriebe haben diese vorher für eine Vorauszahlung von fünf Euro gekauft. Für eine Pfandgebühr von ebenfalls fünf Euro bekommt der Kunde seine Box mit dem Essen. Nach der Nutzung, kann er sie wieder zurückgeben und entweder sein Geld oder eine neue Box bekommen. Die benutzen Behälter werden dann professionell im Restaurant gereinigt und wieder verwendet.

124 Kilo pro Kopf wandern in den Müll

In Luxemburg liege die Lebensmittelverschwendung nach Studienergebnissen von 2014 bei 124 Kilogramm pro Kopf, sagte Umweltministerin Carole Dieschbourg bei der Vorstellung der Box. Dies sei moralisch und ökonomisch verwerflich. Der Nationale Abfallplan sieht eine Verringerung dieser Menge um 50 Prozent bis 2022 vor. Einen wichtigen Schritt dazu soll die ECOBOX beitragen. „Wir müssen zu einer Kreislaufwirtschaft kommen“, so die Ministerin.


Eco Box - Gaspillage alimentaire - Photo : Pierre Matgé
Dem Essen ist egal, wo es weggeschmissen wird
Die ECOBOX soll Plastikmüll und Lebensmittelverschwendung bekämpfen. Aber ob eine grüne Dose dazu führt, dass weniger Lebensmittel im Müll landen, ist fraglich.

Die Box ist in zwei Größen erhältlich: 500 Milliliter und 1000 Milliliter. Für 10 Euro kann der Kunde sich außerdem das passende Besteck dazu kaufen. Wenn die Dose irgendwann nicht mehr verwendbar ist, kann man sie zurückgeben. Aus dem Material werden dann neue Produkte hergestellt. „Bereits nach 20 Mal hat sich die Box schon gelohnt“, erklärte Cheryl Klemens von der SuperDrecksKëscht. Der Dienstleister ist zusammen mit Horesca (Fédération Nationale des Hôteliers Restaurateurs et Cafetiers ) Projektpartner.

Mahlzeiten, auch flüssige, könnten in einem dicht verschlossenen Gefäß sicher transportiert werden. Außerdem sei es spülmaschinenfest, mikrowellengeeignet und temperaturbeständig (von -20°Celsius bis 100°Celsius). Da die Box kein Ecken und Kanten hat, sei auch die Hygiene gewährleistet, so Klemens.

Auch Gesellschaft muss umdenken

Doch die Initiative alleine kann die Umwelt nicht retten. François Koepp von Horesca ist sich sicher, dass es neben solchen Projekten auch ein Umdenken in der Gesellschaft braucht. „Früher war es möglich, sich im Restaurant etwas nachzuholen. Heute gibt es einfach große Portionen.“ Er plädierte für einen intelligenten und vor allem pragmatischen Umgang mit dem Problem der Lebensmittelverschwendung.

Im Übrigen gelte es, so Umweltministerin Dieschbourg, die Regeln anzupassen. „Wir müssen auch neu definieren, ab wann etwas eigentlich als Abfall gilt.“

Weitere Informationen und teilnehmende Restaurants unter www.ecobox.lu


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