Nachtzüge: Alles kann, nichts muss
Nachtzüge: Alles kann, nichts muss
(SH) - Mit der Umstellung des CFL-Fahrplans werden ab dem 11. Dezember Nachtzüge Partygänger sicher von der Hauptstadt aus in den Norden und Süden des Landes bringen.
Dass die Züge vorerst nur auf zwei Linien - zwischen Luxemburg und Rodange sowie zwischen Luxemburg und Ulflingen - zirkulieren werden, sorgte für Diskussionen. Nachhaltigkeitsminister François Bausch kontert. Bereits im Januar dieses Jahres hätte er sich in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage für den Einsatz von Nachtzügen eingesetzt. Die Umsetzung dieses Planes müsse nun mit Verstand erfolgen. Deshalb beschränke sich das Angebot vorerst auf jene beide Linien, für die es bereits Erfahrungswerte gibt.
Am Vorabend des Nationalfeiertags wurden auf den Strecken Richtung Rodange und Ulflingen bereits Nachtzüge eingesetzt - dies mit Erfolg. "Wir wissen nicht, wie es sich auswirkt, wenn diese Züge nun an jedem Wochenende fahren", erklärt François Bausch. Eben dies wolle man während der Testphase, die voraussichtlich bis Ende 2017 andauern wird und mit Kosten von 1,5 Millionen Euro im Jahr zu Buche schlägt, herausfinden.
Gemeinden müssen mitspielen
Bausch glaubt daran, dass das Angebot von zahlreichen Nachtschwärmern genutzt wird. Dazu soll auch eine Werbekampagne beitragen. "Ich gehe nicht davon aus, dass es kein Erfolg wird. Im Ausland funktionieren solche Initiativen schließlich auch."
Verläuft die Testphase erfolgreich, kann das Projekt auf weitere Strecken ausgebaut werden. Dann wäre auch eine Anbindung an den Osten des Landes denkbar, so der Minister.
Damit das Konzept jedoch aufgeht, müssen auch die Gemeinden mitspielen, indem sie durch Nachtbusse einen Zubringerdienst zu den Bahnhöfen und in die diversen Ortschaften anbieten. Deshalb wurde den Kommunen seitens des Staates eine verstärkte finanzielle Unterstützung zugestanden. Im Süden des Landes soll der TICE als Vorzeigebeispiel dienen. Es soll während der Testphase am Wochenende auch nachts zirkulieren.
"Grundsätzlich kann das Einsetzen von Nachtzügen viel bringen", erklärt François Bausch. "Sie sollen es Jugendlichen ermöglichen, kostengünstig ausgehen zu können. Sie sollen jedoch auch dazu beitragen, dass die Straßen sicherer werden und Menschen, die getrunken haben, nicht mehr fahren."
Sicherheit nicht nur in Nachtzügen
Allerdings gibt es auch immer wieder Kritik an der Sicherheit in den Zügen. Dass erst am Dienstag drei Mädchen von 17 bis 18 Jahren in einem Zug von einem Mann unsittlich berührt wurden, trägt nicht dazu bei, die Bedenken herunterzuspielen.
François Bausch ist sich bewusst, dass die Sicherheitsfrage nicht nur Nachtzüge betrifft. Verstärkte Zugpatrouillen könnten Abhilfe schaffen und eine abschreckende Funktion haben. "Das Zugpersonal soll die Möglichkeit haben, schneller auf eine Patrouille zurückgreifen zu können", erklärt der Minister. Er betont jedoch auch, dass das Personal geschult werden soll, um selber handeln zu können und in einem Notfall schnell eingreifen zu können.
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