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92 Prozent der Züge sollen bis 2024 pünktlich sein
Vergangenes Jahr fuhren 23,3 Millionen Menschen mit dem Zug.

92 Prozent der Züge sollen bis 2024 pünktlich sein

Foto: Steve Remesch / LW-Archiv
Vergangenes Jahr fuhren 23,3 Millionen Menschen mit dem Zug.
Lokales 2 Min. 25.04.2019

92 Prozent der Züge sollen bis 2024 pünktlich sein

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Zugverspätungen und Ausfälle treiben Passagiere oftmals an den Rand der Verzweiflung. Konkrete Maßnahmen sollen die Situation verbessern

9.024 Züge fielen im vergangenen Jahr in Luxemburg aus – das sind rund 25 Stück am Tag. Für die rund 90.000 Zugpassagiere, die täglich in Luxemburg unterwegs sind, stellt dies eine Belastung dar. Die Gründe für die Ausfälle sind vielfältig, wie eine Analyse der CFL-Statistiken des „Luxemburger Wort“ Ende März zeigte. Der ADR-Abgeordnete Jeff Engelen nahm den Artikel zum Anlass, eine parlamentarische Frage zu stellen. Er wollte von Mobilitätsminister François Bausch wissen, welche Schritte gegen die Ausfälle unternommen werden.


Rund 1 000 Züge der CFL sind täglich auf dem überlasteten Schienennetz unterwegs.
Wenn der Zug gerade nicht verfügbar ist
Im vergangenen Jahr fielen 30 Prozent der ausgefallenen Züge wegen "Nichtverfügbarkeit des Rollmaterials" aus. Eine Suche nach den Ursachen.

In seiner Antwort betonte der Minister, dass externe Faktoren (32 Prozent), wie Bahnstreiks im Ausland, und fehlendes Rollmaterial (31 Prozent), das wegen technischer Defekte nicht zur Verfügung steht, zu den Hauptursachen der Ausfälle zählen. Aber auch Störungen an den Eisenbahninfrastrukturen (zehn Prozent) sowie die Folgen von Fehlfunktionen im Nachbarnetz (neun Prozent) sorgen dafür, dass Abfahrten verhindert werden.

Ambitiöse Ziele

Die CFL sei bemüht, gegen diese Ursachen vorzugehen, so François Bausch. Alle Ausfälle und Verspätungen werden systematisch erfasst. Die dafür zuständigen CFL-Dienste werden daraufhin mit der Datenanalyse und der Ausarbeitung von Maßnahmen betraut.

Außerdem sei die nationale Eisenbahngesellschaft bemüht, den Aktionsplan „Pénktlechkeet“ umzusetzen. Dessen Ziel sei es, dass bis zum Jahr 2024 92 Prozent der Züge hierzulande pünktlich sind und lediglich ein Prozent der Fahrten ausfällt. Zurzeit liegen die Werte bei 89 Prozent, beziehungsweise bei etwa 2,5 Prozent.

Dafür ist vor allem der Ausbau des Zugnetzes unabdinglich, so Bausch in der Antwort. Denn nur die Umsetzung von Großprojekten, wie zum Beispiel der Ausbau des Hauptbahnhofs Luxemburg-Stadt und die Schaffung einer neuen Zugverbindung zwischen Luxemburg und Bettemburg, könne zu einer Verbesserung der Situation führen. Bis 2027 sollen denn auch 3,9 Milliarden Euro in den Bahnverkehr investiert werden.

Luxemburgs Schienennetz ist vollkommen überlastet. Vergangenes Jahr fuhren 23,3 Millionen Menschen mit dem Zug – 70 Prozent mehr als noch vor 15 Jahren. Die Schienenkapazität hat sich indes nicht verändert. Jeden Tag fahren etwa 1.-000 Züge durch Luxemburg.


30,6 Prozent der Züge sind 2018 aufgrund von fehlendem Rollmaterial ausgefallen.
Die Bahn ohne Züge: CFL erklärt Gründe für Verspätungen
Vergangenes Jahr erreichten 89 Prozent der Züge ihren Zielort pünktlich. Die hohen Werte entsprechen nicht unbedingt der allgemeinen Wahrnehmung der Passagiere. Eine Suche nach der Ursache dieses Widerspruchs.

Der Aktionsplan umfasst aber auch mehrere kurzfristigere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Optimierung des überlasteten Belegungsplanes des Hauptbahnhofs Luxemburg. Nach und nach sollen zudem die Gleise mit Vorrichtungen aufgerüstet werden, die es ermöglichen, Pannen im Vorfeld zu erkennen.

Einige der Schritte des Aktionsplans wurden bereits umgesetzt. So sei etwa seit September 2018 die Betriebsleitzentrale operativ, durch die die Entscheidungsprozesse für Anpassungen des Verkehrs verbessert wurden, betont Bausch.


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