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9,8 Kilometer mit 160 km/h
Die neue Zugstrecke zweigt unweit des Peripheriebahnhofs Howald in Richtung Süden ab (1) und überquert dann in Höhe Kockelscheuer die Autobahn A3 (2). Die Autobahnbrücke an der Rue de Roeser (3) zwischen Kockelscheuer und Biwingen wird abgerissen und durch eine neue ersetzt. Kurz vor Bettemburg (4) führt die Zuglinie dann unter der N31 hindurch. Hier wird eine neue Brücke für den Straßenverkehr gebaut.

9,8 Kilometer mit 160 km/h

Foto: Grafik: Michèle Winandy
Die neue Zugstrecke zweigt unweit des Peripheriebahnhofs Howald in Richtung Süden ab (1) und überquert dann in Höhe Kockelscheuer die Autobahn A3 (2). Die Autobahnbrücke an der Rue de Roeser (3) zwischen Kockelscheuer und Biwingen wird abgerissen und durch eine neue ersetzt. Kurz vor Bettemburg (4) führt die Zuglinie dann unter der N31 hindurch. Hier wird eine neue Brücke für den Straßenverkehr gebaut.
Lokales 3 Min. 15.03.2012

9,8 Kilometer mit 160 km/h

9,8 Kilometer ist sie lang, die neue Bahnstrecke von Luxemburg nach Bettemburg. Zweispurig wird sie westlich von der Autobahn A3 an der Aire de Berchem vorbei laufen. Fünf Brücken werden neu gebaut, eine davon führt über eine Länge von knapp 150 Metern über die Autobahn. Die Bagger werden frühestens Ende 2015 anrollen.

(str) - 9,8 Kilometer ist sie lang, die neue Bahnstrecke von Luxemburg nach Bettemburg. Zweispurig wird sie westlich von der Autobahn A3 an der Aire de Berchem vorbei laufen. Fünf Brücken werden neu gebaut, eine davon führt über eine Länge von knapp 150 Metern über die Autobahn. Die Bagger werden frühestens Ende 2015 anrollen.

Vergangene Woche hatte der Regierungsrat grünes Licht für die Variante 3 der neuen Zugstrecke zwischen Howald und Bettemburg gegeben. Ein Ausbau der Verbindung in Richtung Frankreich war offenbar schon schon länger überfällig – nicht als schnelle TGV-Strecke, wie viele meinten, sondern weil die bestehende Strecke völlig überlastet ist. „Das ist der meistbefahrene Streckenabschnitt im Luxemburger Schienennetz“, erklärt Romain Meyer, Pressesprecher der CFL, gegenüber wort.lu.

„Zu Spitzenstunden schleusen wir hier 16 reguläre Passagierzüge in beide Richtungen durch. Dazu kommen noch internationale Verbindungen, wie etwa die Züge nach Basel und Südeuropa, die TGV-Züge und der Güterverkehr. Damit sind wir mit den Kapazitäten am Ende“, so Meyer.

Neue Eisenbahnbrücke in Höhe Kockelscheuer

Ihren Ausgangspunkt findet die neue Strecke in dem im Gleichklang mit dem urbanen Ausbau der Cloche d'Or geplanten Peripheriebahnhof Howald. Die Gleise kreuzen wie bisher die Trierer Autobahn A1, die neue Linie führt gleich in Richtung Süden weiter. Bereits nach nur wenigen hundert Metern kreuzen die Schienen die Düdelinger Autobahn in einem sehr flachen Winkel.

Die CFL errichtet zu diesem Zweck eine knapp 150 Meter lange Eisenbahnbrücke, die zur Seite von Kockelscheuer dort anschlägt, wo derzeit die Rue de Kockelscheuer die Autobahn überquert. Die bestehende Brücke wird abgerissen und durch eine neue Konstruktion mehrere hundert Meter südlich ersetzt.

Die Gleise verlaufen am Fentinger Schießstand vorbei entlang der A3 bis zur Aire de Berchem. Die Autobahnbrücke an der Rue de Roeser wird ebenfalls abgerissen und durch eine ersetzt, die ebenfalls über die Bahnlinie führt.

Aktuelle Strecke bleibt bestehen

Die Schienen führen anschließend westlich an der Autobahnraststätte vorbei und kreuzen dann, 200 Meter von Hotel Ibis an der Autobahnausfahrt Livingen entfernt, die Nationalstraße 31. Hier werden die Gleise tiefer verlegt und eine Brücke für den Straßenverkehr errichtet. An der Rue de Livange in Bettemburg wird die neue Zuglinie über ein Überwerfungsbauwerk – von Eisenbahnern liebevoll „Saut de Mouton“ genannt – an das bestehende Schienennetz angebunden.

Die gerade Linienführung erlaubt auf einem Großteil der Zugstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h. Die aktuelle Strecke über Fentingen und Berchem bleibt indes bestehen und wird parallel betrieben. Der Personenverkehr im Roeserbann bleibt wie gehabt. Sollte es zum Bau des Nationalen Fußballstadions mit Einkaufsmeile kommen, kann auch hier ein Haltestelle hinzugefügt werden.

In Bettemburg wird parallel zu den Bauarbeiten an der neuen Strecke auch weitere Veränderungen eingeführt: So wird etwa die Bahnschranke an der Rue Michel Lentz abgeschafft, es werden neue Gleise durch den Bahnhof verlegt und die Bahnsteige werden durch eine neue Unterführung behindertengerecht ausgelegt. Auch ist eine neue Schaltzentrale im Bahnhof im Gespräch.

Variante 2: Tunnel unter der Autobahnraststätte

Insgesamt drei Varianten hatte die CFL der Regierung unterbreitet. Eine erste Alternative sollte östlich der Autobahn verlaufen und dann erst kurz vor Bettemburg die Autobahn kreuzen. Der zweite Vorschlag sah einen Eisenbahntunnel unter der Aire de Berchem vor. Die dritte Variante, die vom Regierungsrat zurückbehalten wurde, war nicht nur günstiger als der Tunnelbau, sondern auch jene mit dem geringstem Landverbrauch.

„Natürlich werden wir im Sinne des Umweltschutzes auch Kompensierungsmaßnahmen ergreifen“, betont CFL-Projektleiter Norbert Leisch. Auch seien Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen der internationalen Richtlinien vorgesehen.

Nach der Entscheidung der Regierung laufen jetzt umfangreiche Genehmigungsprozeduren an, die Baupläne werden im Detail ausgearbeitet und das Gesamtpaket wird schließlich dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Verläuft alles reibungslos, kann im Dezember 2015 mit dem Bau begonnen werden. 2020 könnte die neue Strecke dann in Betrieb genommen werden.