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800 Ladestationen für Elektromobilität
Lokales 2 Min. 11.02.2019

800 Ladestationen für Elektromobilität

Das Netz der Ladestationen wird in Luxemburg ausgebaut.

800 Ladestationen für Elektromobilität

Das Netz der Ladestationen wird in Luxemburg ausgebaut.
shutterstock
Lokales 2 Min. 11.02.2019

800 Ladestationen für Elektromobilität

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Reicht die Leistungsstärke der Stromnetze, wenn die Elektromobilität künftig kräftig wächst? Laut dem zuständigen Minister besteht kein Grund zur Sorge.

Bis Ende 2020 sollen in Luxemburg rund 800 öffentliche Chargy-Ladestationen mit jeweils zwei Ladepunkten installiert werden. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Jeff Engelen (ADR) verweist Energieminister Claude Turmes auf die zusätzlichen Chargy-OK-Stationen, die von weiteren öffentlichen und privaten Anbietern errichtet würden. Damit belege Luxemburg einen der europäischen Spitzenplätze, was die Netzdichte betrifft. Das Chargy-Netz wird ausschließlich mit 22 Kilowatt Wechselstrom betrieben, das es erlaubt, ein Auto innerhalb weniger Stunden aufzuladen. So könnten innerhalb einer Stunde 150 Kilometer Fahrautonomie erreicht werden.

Grüner Strom

Die Stationen würden laut Turmes zudem mit grünem Strom betrieben. Mit diesem Netz wolle man hauptsächlich Kunden ansprechen, die ihr Auto am Tage während längerer Zeit auf öffentlichen Parkplätzen abstellen und währenddessen aufladen wollen. Mit dem aktuell bestehenden Netz könnten auf diese Weise zehn Prozent des gesamten Fuhrparks, also rund 40 000 Fahrzeuge, bedient werden. Laut Turmes könne das Netz bei Bedarf ausgebaut werden, sodass bis zu 20 Prozent des Fuhrparks aufgeladen werden könnten. Probleme mit der Strominfrastruktur sieht Turmes nicht. Selbst, wenn 20 Prozent des nationalen Fuhrparks aus Elektroautos bestünde und diese im Schnitt 20 000 Kilometer jährlich zurücklegen würden, entspreche dies gerade mal 4,9 Prozent des gesamten nationalen Stromverbrauchs. Schnelllader, die mit mindestens 150 Kilowatt Gleichstrom betrieben werden und ein Auto innerhalb einer Stunde aufladen können, seien für den täglichen Kurzstreckenbetrieb laut Turmes nicht notwendig.


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Schnelllader für die Autobahn

Dazu muss man wissen, dass Autofahrer in Luxemburg laut Luxmobil-Studie gerade einmal 39 Kilometer am Tag zurücklegen. Den größten Teil der Zeit stehen die Autos irgendwo im öffentlichen oder privaten Raum und werden nicht genutzt, weshalb das Laden mit den langsameren Stationen an diesen Stellen auch Sinn habe. Die Regierung empfiehlt deshalb auch die Anwendung der 11-Kilowattstunden-Stationen für das Laden im eigenen Heim. Schnelllader hingegen sind dann sinnvoll, wenn längere Strecken überbrückt werden müssen. Sie können einen Akku innerhalb von 15 Minuten auf bis zu 80 Prozent der Kapazität laden und sollen vorrangig entlang von Autobahnen eingerichtet werden. Momentan ist das Schaffen eines europaweiten Schnellladesystems in Planung

Insgesamt seien laut Turmes bisher europaweit 6.300 Schnelllader über 22 Kilowatt und insgesamt 12o.000 Ladepunkten bis 22 Kilowatt aktiv. Was die privaten Stationen in der eigenen Garage betrifft, so rät das Energieministerium zum Einsatz von Elf-Kilowatt-Ladeboxen. Damit kann ein Elektroauto innerhalb weniger Stunden aufgeladen werden, ohne dass das Netz überlastet wird oder Mehrkosten durch den Netzbetreiber anfallen. Von Schnellladeboxen wird für den Hausgebrauch abgeraten. Zudem sind diese meist nicht notwendig, da der Wagen ohnehin längere Zeit am Wohnort abgestellt wird.


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Wer sich eine solche Ladestelle zulegen will, sollte einen Elektrofachbetrieb hinzuziehen. Einen guten Überblick mit zahlreichen Tipps bietet aber auch der Internetauftritt von myenergy. Sowohl für den Haushaltsgebrauch als auch für das Laden an den Chargy-Stationen kann der Kunde sich den Anbieter frei auswählen. Es gelten dabei die üblichen Strompreise.


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