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7. Januar 1945: „GI with a Dog“
Lokales 07.01.2015

7. Januar 1945: „GI with a Dog“

Auf den Hund gekommen: Begegnung von Mensch und Tier mitten auf dem Schlachtfeld.

7. Januar 1945: „GI with a Dog“

Auf den Hund gekommen: Begegnung von Mensch und Tier mitten auf dem Schlachtfeld.
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 07.01.2015

7. Januar 1945: „GI with a Dog“

„GI with a Dog near Foxhole“ – so ist das heutige Foto unserer Bilderreihe zur Ardennenoffensive überschrieben. Ein merkwürdiges Bild.

(mt) „GI with a Dog near Foxhole“ – so ist das heutige Foto unserer Bilderreihe zur Ardennenoffensive überschrieben. Es zeigt, wie ein Soldat immer noch Mensch sein kann, auch wenn er vielleicht Stunden zuvor seinen Feind getötet hat. Dieser Soldat hat sich an einem verschneiten Wintertag im Luxemburger Ösling in einen Hund vernarrt. Oder auch umgekehrt: Der Hund hat sich einen neuen Freund gesucht. Das Bild soll nach Angaben der Mitarbeiter des Nationalen Militärhistorischen Museums aus Diekirch in der Nähe von Eschdorf aufgenommen worden sein.

Vielleicht kann man sich diese Begegnung folgendermaßen vorstellen: In seinem Unterschlupf mitten auf einer „Éislecker Kopp“ harrt der amerikanische Soldat der Dinge, die da kommen sollen – Feind im Anmarsch, Kanonenfeuer, Geschütze, heranrollende Panzer – als plötzlich ein Vierbeiner schwanzwedelnd herbeigelaufen kommt und die Pfote zur Begrüßung hebt: „Na, hab ich dich gefunden, so einfach verstecken kannst du dich nicht.“ Was der Soldat wohl dabei empfunden hat? War es ein Lichtblick für ihn an diesem Kriegstag? Etwas Wärme an einem Wintertag, etwas Leben in einer Welt des Todes? Vielleicht kamen dem Soldaten Erinnerungen an sein Zuhause, das sich am anderen Ende der Welt befindet? Vielleicht auch Erinnerungen an seine Kindheit, der er bestimmt noch nicht lange entschlüpft ist? Der Hund und der Soldat, ein merkwürdiges Bild vom Krieg.

Tagesverlauf

„Am Samstag unternahmen die Deutschen einen Gegenangriff auf amerikanische Stellungen um Bastogne. 14 km westlich Bastogne säuberten die Amerikaner die Stadt Tillet. Ein deutsches Grenadierbataillon und 20 Panzer gingen nahe Harlange zum Angriff über. Der deutsche Angriff brach im Feuer der amerikanischen Artillerie zusammen und 6 Panzer wurden zerstört. Rundstedt setzte den Großteil seiner Panzer im Raum Bastogne ein, um seine Stellungen, um Houffalize zu schützen und um die Amerikaner davon abzuhalten, seine letzte in westlicher Richtung verlaufende Nachschubstraße zu durchschneiden. Weiter östlich überschritten amerikanische Truppen den Fluß Sauer südlich Wiltz und eroberten Goesdorf und Dahl. Im ganzen- Kampfraum erhöhen sich weiterhin die deutschen Verluste. Unoffiziellen Berechnungen zu Folge verloren die Deutschen seit Beginn der Rundstedt-Groß-Offensive am 16. Dezember 100.000 Mann.“ (Luxemburger Wort, 8. Januar 1945)


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6. Januar 1945: Die amerikanische Lufthoheit
Wie von den Deutschen eingeplant, können die Alliierten zu Beginn der Ardennenoffensive ihre uneingeschränkte Lufthoheit nicht ausnutzen, da die Flugzeuge aufgrund der Schlechtwetterlage nicht einsatzfähig sind.
Mustang-Jagdbomber starten in Frankreich.
5. Januar 1945: Krieg um Treibstoff
Dieses Bild aus unserer Bilderreihe zur Ardennenoffensive zeigt, wie US-Soldaten vor dem Vormarsch der deutschen Truppen ihre eigenen Treibstoffreserven zerstören, um sie nicht dem Feind zu überlassen.
Eigene Treibstoffkanister wurden in Stavelot von den US-amerikanischen Soldaten in Brand gesteckt.
3. Januar 1945: Handarbeit in einem motorisierten Krieg
Die Fotos und das Filmmaterial, die uns von der Ardennenoffensive in Erinnerung bleiben, sind zumeist Kriegsbilder – Panzer, Geschütze, Soldaten im Schnee – oder aber zerstörte Häuser. Dieses Bild ist etwas aus der Reihe.
GIs bei Holzarbeiten während der Ardennenoffensive.
30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck
Wer Ardennenoffensive sagt, der denkt an Schumannseck. Am 30. Dezember 1944, nach heftigen Kämpfen, erreicht die 26. US Infanterie Division diese Straßenkreuzung zwischen Wiltz und Bastogne und stößt hier auf heftigen Widerstand der 9. Volksgrenadierdivision, die sich in den Wäldern verschanzt hat.
Ein mörderischer Stellungskrieg am Schumanns-Eck.
29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee
Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.
Schneetarnung der US-Soldaten.
24. Dezember 1944: Briefpost an die Front
Schreiben im Krieg, Schreiben vom Krieg: Dank der Feldpost lässt sich auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Ardennenoffensive ein Bild über die Kriegswirren und vor allem über den schrecklichen Alltag der Soldaten an der Front zeichnen.
Feldpost an der Front.
23. Dezember 1944: Ein Panzer wird gekalkt
Dieses Bild wurde in Düdelingen aufgenommen. Ein US-Soldat streicht einen M36-Panzer mit Kalk, damit er später in den Ardennen, wo meterhoher Schnee liegt, auf Distanz weniger sichtbar sein wird.
Ein Sherman-Panzer wird in Düdelingen gekalkt.
22. Dezember 1944: Schnee und Stahl
Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.
Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.
Der 16. Dezember 1944: "Es geht ums Ganze!"
Der Tagesbefehl mit dem martialischem Aufruf „Wir greifen an!“ und das Bild eines deutschen Volksgrenadiers mit Panzerfaust in der Hand, das sind die beiden ersten Fotos einer langen Bilderreihe, mit der wir ab sofort Tag für Tag über die Ardennenoffensive vor 70 Jahren berichten werden.