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6000 Besucher bei "Porte Ouverte": Die DC-3 als Star auf dem Findel
Lokales 41 3 4 Min. 04.05.2015

6000 Besucher bei "Porte Ouverte": Die DC-3 als Star auf dem Findel

Die Breitling DC-3 ist die Hauptattraktion bei der "Porte Ouverte" auf dem Findel.

6000 Besucher bei "Porte Ouverte": Die DC-3 als Star auf dem Findel

Die Breitling DC-3 ist die Hauptattraktion bei der "Porte Ouverte" auf dem Findel.
Foto: Roland Arens
Lokales 41 3 4 Min. 04.05.2015

6000 Besucher bei "Porte Ouverte": Die DC-3 als Star auf dem Findel

Tausende Luftfahrtfans wollten bei der "Porte Ouverte" am Findel die DC-3 sehen, die auf Einladung des "Luxemburger Wort" nach Luxemburg gekommen war. Auch Großherzog Henri war bei einem Rundflug über das Land mit an Bord.

(rar) - Samstag, kurz nach 10.30 Uhr: Im grau-blauen Himmel über Contern taucht ein Flugzeug auf, das üblicherweise nicht in diesem Luftraum gesichtet wird: die Breitling DC-3. Unverkennbar die Silhouette, charakteristisch das Brummen der Doppelsternmotoren, ungewöhnlich die langsame Fluggeschwindigkeit des Oldies.

Hunderte Luftfahrtliebhaber waren in diesem Augenblick bereits zur Porte Ouverte am Flughafen Findel gekommen, um das Spektakel aus nächster Nähe mitzuerleben. Die DC-3 flog einmal im Tiefflug über die Landebahn. Von dort nahm die Maschine Kurs Richtung Norden, und das nicht ohne Grund.

Erinnerung an den 14. April 1945

Der Besuch der Breitling DC-3 ist die Erinnerung an den Heimflug von Großherzogin Charlotte aus London nach Luxemburg am 14. April 1945. Sie flog an Bord einer C-53, einer militärischen DC-3-Variante, dem persönlichen Flugzeug von General Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der Allierten Truppen in Europa.

Mit an Bord der Maschine war an jenem Tag auch der damalige Erbgroßherzog Jean, der Sohn von Großherzogin Charlotte. Und so flog die DC-3 an diesem Samstag sowohl über Schloss Fischbach, den Alterssitz von Großherzog Jean, als auch über Schloss Colmar-Berg, den Familiensitz der großherzoglichen Familie. Dieser einmalige Erinnerungsflug geht auf eine Initiative des "Luxemburger Wort" zurück.

Vor der eigentlichen Landung der DC-3 auf dem Findel musste die Maschine mit dem Schweizer Kennzeichen HB-IRJ noch einige Warteschleifen in der Nähe des Flughafens drehen. Auch für einen berühmten Luftfahrt-Oldie bleibt der normale Flugbetrieb nicht stehen.

Zehn Minuten nach elf Uhr setzte die Maschine dann auf der Landebahn 06 auf und rollte wenig später auf das Vorfeld der Allgemeinen Luftfahrt, unweit des Air-Rescue-Stützpunkts, wo sich die Breitling DC-3 erstmals in ihrer ganzen weiß-blauen Pracht zeigte.

Volksfeststimmung auf dem Findel

Es war, als ob die Luftfahrtliebhaber auf diesen ersten Tag der offenen Tür am Flughafen Findel seit 30 Jahren gewartet hätten. Zwar war der Himmel bewölkt, doch es blieb am Samstag trocken und so wurden an die 3000 Zuschauer bereits am ersten Tag gezählt.

Sie wurden vom "Static Display" nicht enttäuscht. Auch wenn attraktive Modelle wie die angekündigte Mustang P-51 wegen technischer Probleme fehlten, gab es dennoch eine Menge zu sehen auf dem Findel. Bereitwillig erzählten die Piloten die Geschichte und die Geschichten ihrer "tollen Kisten", für Essen und Trinken war bestens gesorgt, und viele Besucher nutzten die Gelegenheiten, Lufttaufen zu buchen.

Zwischendurch gab es immer wieder tolle Flugzeuge zu sehen, darunter verschiedene Cargolux- und Luxair-Maschinen oder die Helikopter von Air Rescue und Polizei. Sehr viele neugierige Blicke erntete auch ein schwarzer Buick aus dem Diekircher Automuseum. Im Mai 1940 fuhr die großherzogliche Familie unter anderem mit diesem Auto bei Rodange über die Grenze nach Frankreich.

Großherzog Henri mit an Bord

Großherzog Henri, Enkel von Großherzogin Charlotte, der nicht nur  geschichtsbewusst ist, sondern auch luftfahrtbegeistert, kam am Nachmittag zur Porte Ouverte in Begleitung von Großherzogin Maria Teresa und ihrer Enkelkinder, Noah und Gabriel. 

Der Staatschef flog ebenfalls mit der Breitling DC-3, in Begleitung von Transportminister François Bausch und Chamberpräsident Mars di Bartolomeo. Großherzog Henri zeigte sich nach der Landung sehr beeindruckt von dem Flug mit dem historischen Flugzeug.

Zufriedene und begeisterte Gesichter gab es auch bei den anderen Passagieren der Breitling-Flüge. Der Andrang auf die seltenen Plätze war groß, es konnte sogar ein zusätzlicher Flug eingeplant werden. 

Zuschauerrekord trotz Regens

Für den Sonntag waren weitere Rundflüge mit der Breitling DC-3 geplant. Doch wie befürchtet machte das Wetter dieses Flugprogramm zunichte. Schon am Morgen mussten alle Flüge abgesagt werden, einschließlich des Rückfluges der DC-3 nach Nancy. Am dortigen Flughafen herrschten starke Seitenwinde, die eine Landung wohl nicht erlaubt hätten.

Die Passagiere, die ihre Flüge in der historischen Maschine gebucht hatten, waren natürlich enttäuscht, zeigten jedoch Verständnis für die Entscheidung. Die meisten Interessenten erklärten, sie würden bei einer Wiederholung der Flüge sofort wieder mit dabei sein.

Obschon die DC-3 für Instrumentenflug ausgerüstet und zugelassen ist, machte vor allem die niedrige Wolkendecke weitere Flüge unmöglich. Aber auch der starke Regen hielt das Publikum nicht dvon ab, zur "Porte Ouverte" zu kommen. Gut 6000 Zuschauer kamen an den zwei Tagen zum Findel, darunter waren auch Prinz Louis und seine Frau Tessy.

Kurz nach 17.30 Uhr verließ die Breitling DC-3 Maschine Luxemburg dann wieder verlassen und dann ihre Saison mit vielen weiteren Auftritten in ganz Europa fortführen.

Buchtipp:

  • Francesco Agullo, Pilot und Miteigentümer der Breitling DC-3, hat ein Buch geschrieben über die einmalige Maschine. "Douglas DC-3 - Backstage" verspricht einen Blick hinter die Kulissen des Flugzeugs und ihrer Betreiber. Der Fotoband soll im Juni 2015 erscheinen.


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