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50 Jahre Großschifffahrtsstraße Mosel: Ein Fluss, der verbindet
Lokales 8 2 Min. 02.06.2014

50 Jahre Großschifffahrtsstraße Mosel: Ein Fluss, der verbindet

Lokales 8 2 Min. 02.06.2014

50 Jahre Großschifffahrtsstraße Mosel: Ein Fluss, der verbindet

Seit 50 Jahren gibt es den Moselkanal. Das großherzogliche Paar, Minister Bausch und politischer Besuch aus Deutschland feierten das Jubiläum in Schengen. Danach wurde die neue Moselbrücke in Grevenmacher eingeweiht.

(hip) - Luxemburg, Deutschland und Frankreich unterzeichneten am 27. Oktober 1956 den Vertrag über die Schiffbarmachung der Mosel. Die ersten Arbeiten zur Kanalisierung des Flusses wurden zwei Jahre später aufgenommen, in Luxemburg erst im Jahr 1961. Der Bau des Moselkanals fand auf einer Länge von insgesamt 270 Kilometern zwischen Thionville und Koblenz statt. Das Mammutprojekt mit Staustufen, Schleusen und Wasserkraftwerken wurde in nur sechs Jahren Bauzeit bewältigt. Ziel war es, die Befahrung für Großschiffe von 1500 Tonnen Gesamtgewicht zu ermöglichen. Die ersten Schiffe nahmen den Verkehr im Februar 1964 inoffiziell bereits auf. Die festliche Einweihung folgte dann im Mai.

Der geschichtsträchtige Tag liegt nun 50 Jahre zurück. Er wird in den kommenden Tagen in den drei Ländern gebührend gefeiert. In Anwesenheit von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland sowie Stellvertretern der französischen Regierung wurden die Festlichkeiten zum runden Jubiläum der Kanalisierung am Montag im Schloss von Schengen eingeläutet.

Unterschiedliche Konferenzen und Kolloquien zu Themen wie Wirtschaftlichkeit, Geografie und Umwelt sowie den Ausbau des Moselkanals und somit seine Vorbereitung für die Zukunft werden bis zum 4. Juni in Trier, Luxemburg und in Malbrouck veranstaltet. Damit die Schifffahrt auf der Mosel auch weiterhin ein verlässlicher und flexibler Verkehrsträger bleibt, werden zahlreiche Schleusen an den Staustufen verdoppelt.

Ihre komplette Umsetzung wird aber wohl, nicht wie damals in sechs, sondern erst in etwa 25 Jahren abgeschlossen sein. Damit diese Bauzeit sowie die heutigen Prozeduren möglichst verkürzt werden können, erfragte der deutsche Bundesminister ein baldiges Treffen mit Minister Bausch. Für Alexander Dobrindt hat die Kanalisierung der Mosel eine besonders tiefe politische Symbolik. Nur elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zeigten die drei Länder mit der Unterzeichnung des Vertrags, der den Bau ermöglichte, den Willen zum Neuanfang. „Dies war ein Frieden stiftendes Projekt“, so Dobrindt in seiner Rede.

Moselbrücke in Grevenmacher eingeweiht

Er und François Bausch machten sich nach der Veranstaltung in Schengen auf nach Grevenmacher, um gemeinsam mit Léon Gloden, Bürgermeister von Grevenmacher und Hans Dostert, Bürgermeister von Wellen sowie Roger Lewentz, Minister für Inneres, Sport und Infrastruktur im Landtag Rheinland-Pfalz, die neue 213 Meter lange Brücke am Nachmittag offiziell einzuweihen. Léon Gloden und Hans Dostert sind sich einig, dass die neue Moselbrücke zwischen Grevenmacher und Wellen ein Wahrzeichen für die Region ist. Auf dem Sonnendeck der „MS Princesse Marie-Astrid“ wurden die Bändchen in den Nationalfarben beider Länder sowie in denen der Europäischen Union durchgeschnitten.

Obwohl der offizielle Akt erst gestern stattfand, rollt der Grenzverkehr bereits seit Oktober wieder. Die breitere Fahrbahn erlaubt nun auch einen Fahrradweg. „Ein Gewinn für den Tourismus in der Region sowie für die Anwohner“, so Bausch. Zwischen Mai und dem Herbstmonat mussten sich die täglichen 15.000 Autofahrer Alternativrouten suchen und sich in Geduld üben. Am 8. August wurde die fertige Stahlkonstruktion in einer spektakulären Aktion über die Mosel an ihren Standort transportiert.