Wählen Sie Ihre Nachrichten​

31. Dezember 1944: Das Leben in den Kellern
Lokales 2 Min. 31.12.2014 Aus unserem online-Archiv

31. Dezember 1944: Das Leben in den Kellern

Leben im Keller. Wer kennt die Leute auf dem Bild? Sagen Sie uns Bescheid! wort@wort.lu

31. Dezember 1944: Das Leben in den Kellern

Leben im Keller. Wer kennt die Leute auf dem Bild? Sagen Sie uns Bescheid! wort@wort.lu
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 2 Min. 31.12.2014 Aus unserem online-Archiv

31. Dezember 1944: Das Leben in den Kellern

Das Leben im Keller. Dieses Foto aus der Bilderreihe über die Ardennenoffensive knüpft an jenes an, das wir am vergangenen Freitag, dem 19. Dezember, veröffentlicht haben.

Das Leben im Keller. Dieses Foto aus der Bilderreihe über die Ardennenoffensive knüpft an jenes an, das wir am vergangenen Freitag, dem 19. Dezember, veröffentlicht haben. Damals zeigten wir die Luxemburger Kriegsflüchtlinge, Menschen, die mit ihren Karren vor den einfallenden Armeen flüchten mussten. Es ist dies ein Aspekt, den man in der Geschichtsschreibung über die „Battle of the Bulge“ weniger berücksichtigt hat.

Und auch das heutige Foto findet man in der Fülle der Kriegsbilder eher selten: Es zeigt das Leben in dunklen Kellern, die Suche nach Schutz vor Bomben und Geschützen. Drei Personen haben sich hier im Bild notdürftig im Keller ihres Hauses auf Matratzen eingekauert ... und das vermutlich an vielen langen Wintertagen und -nächten. Noch bis Ende Januar dauert die Ardennenschlacht. Einige Dörfer und Städte werden früher, andere später befreit.

So auch Vianden, deren Einwohner bis zum 22. Februar 1945 warten müssen, bevor sie sich wieder auf die Straße trauen können. Nach dem Gegenangriff der Amerikaner ist die Frontlinie aufgesprengt, die einzelnen Soldatenverbände sind von ihren Einheiten abgetrennt: Es herrscht Chaos, es gibt kein hinter und auch kein vor der Frontlinie mehr. Die Bilanz der furchtbaren Schlacht ist unermesslich. Neben den militärischen Verlusten gibt es viele zivile Opfer in den Ardennen. In Belgien sterben 2000 bis 2500 Menschen, in Luxemburg wird die Zahl der Toten auf 500 geschätzt.

Aus dem "Luxemburger Wort" vom 30. Dezember 1944

„Noch einmal brachten die letzten Tage des Jahres einen überraschenden feindlichen Schlag, der glücklicherweise nicht zur vollen Wirkung kam ohne es aber verhindern zu können, dass größeren Teilen der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Kapazität wiederum schwere Wunden geschlagen wurden. Am Ende der großen Entwicklung dieses Jahres merken die Luxemburger, dass sie in ihren Wünschen und Bestrebungen gewandelt sind, dass Selbstverständlichkeiten von gestern heute ohne Zögern fallen gelassen werden, und der Geist des Kleinlichen, weltumfassenderen Gesichtspunkten den Platz räumen. Die Neutralität, wie. wir sie in der Vergangenheit hegten, müsste uns in Zukunft zur unerträglichen Last werden. Mit der Aufstellung einer kleinen Militärmacht wird die Wandlung, am besten dokumentiert. Die Luxemburger sind heute mehr denn je überzeugt, dass nach innen nur eine enge, solidarische Zusammenarbeit aller Stände und Parteien den zukünftigen Aufbau gewährleisten kann.“ (LW 30. 12. 1944)


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck
Wer Ardennenoffensive sagt, der denkt an Schumannseck. Am 30. Dezember 1944, nach heftigen Kämpfen, erreicht die 26. US Infanterie Division diese Straßenkreuzung zwischen Wiltz und Bastogne und stößt hier auf heftigen Widerstand der 9. Volksgrenadierdivision, die sich in den Wäldern verschanzt hat.
Ein mörderischer Stellungskrieg am Schumanns-Eck.
29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee
Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.
Schneetarnung der US-Soldaten.
24. Dezember 1944: Briefpost an die Front
Schreiben im Krieg, Schreiben vom Krieg: Dank der Feldpost lässt sich auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Ardennenoffensive ein Bild über die Kriegswirren und vor allem über den schrecklichen Alltag der Soldaten an der Front zeichnen.
Feldpost an der Front.
23. Dezember 1944: Ein Panzer wird gekalkt
Dieses Bild wurde in Düdelingen aufgenommen. Ein US-Soldat streicht einen M36-Panzer mit Kalk, damit er später in den Ardennen, wo meterhoher Schnee liegt, auf Distanz weniger sichtbar sein wird.
Ein Sherman-Panzer wird in Düdelingen gekalkt.
22. Dezember 1944: Schnee und Stahl
Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.
Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.
Der 16. Dezember 1944: "Es geht ums Ganze!"
Der Tagesbefehl mit dem martialischem Aufruf „Wir greifen an!“ und das Bild eines deutschen Volksgrenadiers mit Panzerfaust in der Hand, das sind die beiden ersten Fotos einer langen Bilderreihe, mit der wir ab sofort Tag für Tag über die Ardennenoffensive vor 70 Jahren berichten werden.