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30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck
Lokales 2 Min. 30.12.2014 Aus unserem online-Archiv

30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck

Ein mörderischer Stellungskrieg am Schumanns-Eck.

30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck

Ein mörderischer Stellungskrieg am Schumanns-Eck.
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 2 Min. 30.12.2014 Aus unserem online-Archiv

30. Dezember 1944: Stellungskrieg am Schumannseck

Wer Ardennenoffensive sagt, der denkt an Schumannseck. Am 30. Dezember 1944, nach heftigen Kämpfen, erreicht die 26. US Infanterie Division diese Straßenkreuzung zwischen Wiltz und Bastogne und stößt hier auf heftigen Widerstand der 9. Volksgrenadierdivision, die sich in den Wäldern verschanzt hat.

(mt) - Wer Ardennenoffensive sagt, der denkt an Schumannseck. Am 30. Dezember 1944, nach heftigen Kämpfen, erreicht die 26. US Infanterie Division diese Straßenkreuzung zwischen Wiltz und Bastogne und stößt hier auf heftigen Widerstand der 9. Volksgrenadierdivision, die sich in den Wäldern verschanzt hat.

Die Front erstarrt schnell zu einem Stellungskrieg, und während zwei Wochen lösen sich amerikanische und deutsche Gegenangriffe ab. Den erbitterten Nahkämpfen und dem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer fallen Tausende Soldaten zum Opfer. Es sind die verlustreichsten Kämpfe in Luxemburg, die sehr an den mörderischen Abnutzungskrieg des Ersten Weltkrieges erinnern. Auch unser heutiges Bild zur Ardennenoffensive zeigt einen getöteten amerikanischen Soldaten, der mit dem Kopf zu Boden gerichtet im Schnee liegt.

Dieses Foto stammt vom US-Army Signal Corps, der Pressestelle der Armee, die ihre Kriegsreporter an die Front schickte und auch solche Bilder vom Krieg übermittelte. Damals fotografierte man die Kriegsopfer auf beiden Seiten, etwas, was seit dem 
Vietnam-Krieg nicht mehr gemacht wird. Die Fotografie und auch der Film haben im Zuge des Zweiten Weltkrieges immer mehr an Macht gewonnen, wurden für Propaganda missbraucht und verfälscht.

Interessant an diesem Bild ist aber vor allem der Ausdruck des erschöpften Soldaten rechts an der Mauer. Sein Blick geht ins Leere. An was er wohl in dem Moment, wo der Fotograf abdrückte, gedacht hat? Besser hätte sich der sinnlose und ungeheuerliche Stellungskrieg nicht bebildern lassen.

Tagesverlauf

+ + + Am 30. Dezember 1944 wird das Café Schumann nach mörderischen Kämpfen eingenommen, aber die Front um Nothum und Café Schumann erstarrt zu einem Stellungskrieg. + + + An diesem Tag gelingt es der 9. Volksgrenadierdivision, einen Angriff der 26. US-Infanteriedivision mit Panzerunterstützung bei Nothum durch einen verzweifelten Gegenangriff zum Stehen zu bringen. + + + Die 167. Volksgrenadierdivision greift die Straße Martelingen-Bastogne von Osten an. + + + Die „Führer-Grenadier-Brigade“ wird aus der Front herausgelöst und im Raum Wiltz als Armeereserve notdürftig aufgefrischt. + + + Ein deutsches Flugzeug überfliegt nach Einbruch der Dunkelheit Befort und wirft einige Leuchtsignale, aber keine Bomben ab. + + + Patton greift am 30. Dezember mit zwei neuen Verbänden bei Bastogne an. Er fällt allerdings auf 
einen deutschen Panzerangriff, der mit aller Wucht versucht, den amerikanischen Korridor zu zerschlagen. + + +


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