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29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee
Lokales 2 Min. 29.12.2014 Aus unserem online-Archiv

29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee

Schneetarnung der US-Soldaten.

29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee

Schneetarnung der US-Soldaten.
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 2 Min. 29.12.2014 Aus unserem online-Archiv

29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee

Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.

(mt) - Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.

Nicht die weiße Camouflage als solche ist das Außergewöhnliche an dem Foto, sondern der Kreis, den man auf dem Rücken der Tarnkleidung sehen kann. Um auf weiter Distanz vom Feind unentdeckt zu bleiben, haben sich die amerikanischen Soldaten in weiße Bettlaken gehüllt, was aber auch die deutschen Soldaten in dem schneebedeckten Gelände tun. Um im Gefecht allerdings nicht auf die eigene Armee zu schießen, haben sich die Amerikaner hier im Bild zusätzlich mit roter Farbe einen Kreis auf den Rücken gemalt.

Es ist das einzige Foto mit diesem kleinen Detail in der Tarnung, das dem „Musée national d'histoire militaire“ aus Diekirch vorliegt. Die Bettlaken haben sich die Soldaten übrigens bei den Einwohnern verschafft. Im dichten Nebel schreiten diese Soldaten voran. Ihnen voraus muss wohl eine Panzereinheit gefahren sein, so deuten es jedenfalls die Spuren in dem aufgewühlten Boden an. Wo genau das Bild hinter den Frontlinien entstanden ist, kann man nicht auf einen ersten Blick erkennen. Die meisten Bilder von der Ardennenschlacht stammen übrigens vom „US Army Signal Corps“, der Fernmeldetruppe der Armee, die mit militärischen Bildberichterstattern in der Ardennenoffensive vor Ort war.

Tagesverlauf

+ + + Die Alliierten wollen die deutschen Truppen, die sich in die Ardennen vorgewagt haben, von ihren Basen abtrennen. Deshalb setzt Eisenhower auf eine Großoffensive, die von Norden her von Montgomerys 21. Army Group und von Süden her von Bradleys 12. Army Group in einer Zangenbewegung ausgeführt wird. + + + Die 35. US-Infanteriedivision stößt nach Lutrebois und Villers-la-Bonne-Eau vor, wo sie am folgenden Tag einen Gegenangriff des Regimentes 331 der 167. Volksgrenadierdivision mit Unterstützung des Regimentes 2 der ersten SS-Panzerdivision „Leibstandarte Adolf Hitler“ abwehrt. + + + Die sechste Panzerdivision sammelt sich bei Arlon + + + Die fünfte US-Infanteriedivision patrouilliert im Raum Haller und Befort. Die Aufgabe besteht darin, Minenfelder zu räumen und Verbindungen mit dem zehnten Regiment auf der linken und dem zwölften Regiment auf der rechten Flanke aufrechtzuhalten. + + + Im Raum Machtum schicken die Amerikaner bereits Patrouillen über die Mosel. + + +


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