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25 tödliche Motorrad-Unfälle zwischen 2015 und 2018
Gefährliche Geschwindigkeiten: Die führende Unfallursache bei Motorradunfällen ist ein zu hohes Tempo.

25 tödliche Motorrad-Unfälle zwischen 2015 und 2018

Foto: Gerry Huberty
Gefährliche Geschwindigkeiten: Die führende Unfallursache bei Motorradunfällen ist ein zu hohes Tempo.
Lokales 2 Min. 14.06.2019

25 tödliche Motorrad-Unfälle zwischen 2015 und 2018

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Innerhalb von vier Jahren starben 25 Motorradfahrer auf Luxemburgs Straßen. Die Zahl der Motorradfahrer, die in Unfälle verwickelt waren, liegt jedoch deutlich höher.

Am Freitag veröffentlichte das luxemburgische Statistikamt Statec die neuesten Zahlen zu Motorradunfällen in Luxemburg. Aus dem Bericht geht hervor, dass von den 642 Motorradfahrern, die zwischen 2015 und 2018 in Unfälle verwickelt waren, 282 schwer verletzt wurden. 311 Motorradfahrer kamen zwischen 2015 und 2018 mit leichten Verletzungen davon. Nur 24 der 642 Motorradfahrer wurden nicht verletzt.


Lokales, Motorradstrecke Wiltz Kautebach. Speziell für Motorräder angebrachte Markierungen. Motorrad, Moto,  Photo: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Neue Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Motorradfahrer
Motorradfahrer sind hierzulande immer wieder in tödliche Unfälle verwickelt. Das Mobilitätsministerium will nun mithilfe eines Aktionsplans solchen Unglücken entgegenwirken.

Motorradfahrer gehören zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern auf unseren Straßen. Auch wenn sie nicht so vielzählig unterwegs sind wie Autofahrer, machen sie dennoch einen großen Teil der Schwerverletzten auf Luxemburgs Straßen aus - 26 Prozent, um genau zu sein.

Der überwältigende Großteil derer, die bei Motorradunfällen verletzt oder getötet werden, sind Männer: 537 Männer im Vergleich zu nur 81 Frauen. Der Altersdurchschnitt aller Verletzten und Getöteten liegt bei rund 40 Jahren - bei Schwerverletzten liegt das durchschnittliche Alter mit rund 55 Jahren allerdings noch etwas höher.

Die meisten Opfer von Motorradunfällen sind männlich. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 40 Jahren.
Die meisten Opfer von Motorradunfällen sind männlich. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 40 Jahren.
Foto: Guy Wolff

Überraschend scheint die Zahl der Motorradfahrer, die zwar in Luxemburg verunfallen, aber nicht im Großherzogtum leben. Sie machen rund 47 Prozent der Unfallopfer aus. Ein Großteil von ihnen ist entweder auf Durchreise oder auf dem Weg zur Arbeit.


Lokales, Motorradstrecke Wiltz Kautebach. Speziell für Motorräder angebrachte Markierungen. Motorrad, Moto,  Photo: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Binnen drei Stunden: Zwei Motorradfahrer verletzt
Im Norden des Landes sind am Sonntag zwei Motorradfahrer schwer verletzt worden. Beide mussten mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Unfallursache ist in den meisten Fällen überhöhte Geschwindigkeit. Rund 44 Prozent der Unfälle passieren dadurch, dass Fahrer nicht auf ihre Tachoanzeige achten. Weitere 22 Prozent aller Motorradunfälle passieren nach einem Überholmanöver oder bei einem Spurwechsel. Auch zu dichtes Auffahren (12 Prozent der Unfälle) und das Überschreiten von Fahrbahnmarkierungen (10 Prozent) kann für Motorradfahrer gefährlich werden.

Ein Faktor, der bei Motorradunfällen selten eine Rolle spielt, ist Alkohol. In Alkoholkontrollen zeigen durchschnittlich nur 3 Prozent der Motorradfahrer erhöhte Werte auf, im Vergleich zu 17 Prozent bei verunfallten Autofahrern.

Gefährliche Sommer-Wochenenden

Es scheint wenig überraschend, dass die meisten Motorradunfälle in den sonnigen Monaten des Jahres passieren. Vor allem zwischen Mai und September kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, mit einem Peak während der Monate Juni bis August. In diesem Zeitraum ereignen sich nicht weniger als ein Drittel aller Motorradunfälle.

Auch passieren die Hälfte aller Unfälle an Wochenenden. Vor allem bei gutem Wetter - auch das ist wenig erstaunlich: 79 Prozent der Verkehrsopfer sind an sonnigen Tagen verunfallt, 85 Prozent auf trockener Fahrbahn und 87 Prozent tagsüber. Darüber hinaus passieren die meisten Unfälle auf geraden Straßen und in 35 Prozent der Fälle sind sonst keine Verkehrsteilnehmer an den Unfällen beteiligt.

Gutes Wetter, trockene Straßen und eine leere, gerade Fahrbahn - was für Autofahrer beste Bedingungen sind, kann für Motorradfahrer schnell zum Verhängnis werden.
Gutes Wetter, trockene Straßen und eine leere, gerade Fahrbahn - was für Autofahrer beste Bedingungen sind, kann für Motorradfahrer schnell zum Verhängnis werden.
Foto: Shutterstock

In dem Zeitraum zwischen 2015 und 2018 endete jeder Motorradunfall, bei dem der Fahrer mit einem Hindernis zusammenprallte, mit schweren Blessuren.


Verstärkte Motorrad-Kontrollen der Polizei
Die Polizei kontrolliert dieser Tage gezielt Motorradfahrer und deren Maschinen. Aufmerksam auf die Gefahren der Straßen soll zudem eine neue Aufklärungskampagne machen.

Geographische Tendenzen zeigen laut Statec, dass die schwersten Motorradunfälle überwiegend im Norden und im Osten des Landes passieren. Der Grund dafür liegt der Statec zufolge darin, dass die Straßen in diesen Regionen stärker befahren sind. 

Der Kanton Redingen ist trauriger Spitzenreiter in dieser Statistik, mit 92 Schwerverletzten und Toten zwischen 2015 und 2018. Redingen wird dicht gefolgt von Vianden, wo 82 Personen schwer verletzt wurden oder gar bei Motorradunfällen ums Leben kamen. Der Grund dafür liegt der Statec zufolge darin, dass die Straßen in diesen Regionen stärker befahren sind. Das Schlusslicht bildet Luxemburg-Stadt mit 37 Schwerverletzten oder Toten.


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