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22. Dezember 1944: Schnee und Stahl
Lokales 22.12.2014 Aus unserem online-Archiv

22. Dezember 1944: Schnee und Stahl

Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.

22. Dezember 1944: Schnee und Stahl

Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.
FOTO: US ARMY SIGNAL CORPS / COLLECTION MUSÉE NATIONAL D'HISTOIRE MILITAIRE
Lokales 22.12.2014 Aus unserem online-Archiv

22. Dezember 1944: Schnee und Stahl

Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.

(mt) - Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.

In Generalskreisen spottet Generaloberst Alfred Jodl: „Allein ausschlaggebend ist das Wetter. Es wird daher vom Führer bestimmt.“ Alsdann am 16. Dezember 1944 die Ardennenoffensive beginnt und zwischen Monschau und Echternach 3.400 Geschütze das Feuer eröffnen, herrscht tatsächlich „Führer-Wetter“: Dichter Nebel liegt über den Ardennen. Ohne Luftattacken kommen die deutschen Panzerdivisionen schnell voran.

Ab dem 22. Dezember trifft dann ein Tief von Russland kommend auf das Hoch über dem Atlantik, wodurch es in Westeuropa massiv zu schneien beginnt. Auch setzt örtlich Regen ein und es gibt erneut Nebel. Auf Seiten der Alliierten kämpfen sich junge Männer ohne Kampferfahrung in Sommeruniform in Eiseskälte durch dichtes Waldgebiet.

Doch der Widerstand wächst und Hitlers letzter Verbündete – der Nebel – verschwindet. Einen spektakulären Wetterwechsel folgt nämlich ab dem 23. Dezember mit klirrender Kälte und auffrischendem trockenem Wind aus dem Osten. Die Luftstreitkräfte können fliegen und die zahlenmäßig überlegenen Panzerdivisionen der US-Streitkräfte kommen nun auf zugefrorenem Boden schneller voran als zuvor im Schlamm.

Das Bild zeigt die Amerikaner mit einem improvisierten Streudienst. Den Streuwagen hat man aus einem liegen gebliebenen Lastwagen hergerichtet.

Tagesverlauf

+ + + Am 22. Dezember 1944 schneit es an der Front. + + + Deutsche Fallschirmjäger erreichen Martelingen und schneiden die Straße Arlon – Bastogne ab. + + + Pattons 3. Armee tritt zum Gegenangriff an. + + + Zwischen Vichten und Michelbuch treffen US-Panzer auf deutsche Soldaten: 30 werden getötet, 25 gefangen genommen. + + + Die US-Panzer rücken nach Mertzig und Feulen vor. + + + Auch in Grosbous werden US-Panzer in Stellung gebracht. + + + Deutsche Truppen dringen bis nach St. Hubert vor. + + + Die Zufahrten nach Bastogne werden von den dort 
heranfahrenden deutschen Truppen abgesperrt. + + + Die Stadt und ihre Verteidiger sind eingekesselt, doch die Soldaten der 101. Fallschirmjägerdivision halten die Stellung. + + + Kapitulationsaufforderungen beantwortet US-General Anthony Mc Auliffe an diesem 22. Dezember mit seinem berühmt gewordenen Wort „Nuts“ (Quatsch!). + + + Die Schlacht um Bastogne fordert das Leben von etwas mehr als 160 000 deutschen und amerikanischen Soldaten. + + +


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