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21-Jähriger nach Beziehung mit zwölfjährigem Mädchen angeklagt
Lokales 2 Min. 20.09.2019

21-Jähriger nach Beziehung mit zwölfjährigem Mädchen angeklagt

Vor dem Diekircher Gericht zeigte der Angeklagte Reue.

21-Jähriger nach Beziehung mit zwölfjährigem Mädchen angeklagt

Vor dem Diekircher Gericht zeigte der Angeklagte Reue.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 20.09.2019

21-Jähriger nach Beziehung mit zwölfjährigem Mädchen angeklagt

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Das Mädchen lernte den Angeklagten über das Internet kennen. Später kam es zum Geschlechtsverkehr. Nun ist der Mann wegen Vergewaltigung angeklagt.

Anfang August 2017 schreibt ein Unbekannter der Zwölfjährigen auf einem Messenger-Dienst. Die beiden kommen ins Gespräch, stellen sich gegenseitig vor. Der Unbekannte heißt Rick W., ist zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt. In den darauffolgenden Wochen bleiben die beiden in Kontakt, schreiben sich regelmäßig.


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Nun zwei Jahre später muss sich Rick W. wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Besitz von pädopornografischem Material in Diekirch vor Gericht verantworten. Denn die Beziehung zwischen den beiden blieb alles andere als rein freundschaftlich. Rick W. lässt sich vom Mädchen Nacktbilder und Videos schicken, versendet auch selbst Aufnahmen.

Mitte September kommt es dann zu einem Treffen: Rick W. holt die Zwölfjährige mit seinem Auto ab, die beiden fahren an einen abgelegenen Ort und haben, so schilderte es das Mädchen während seiner Vernehmung gegenüber den Polizeibeamten, einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Vor dem Gesetz gibt es allerdings eine solche Handlung zwischen einem Erwachsenen und einem Minderjährigen unter 16 Jahren nicht.

Opfer wendet sich an Eltern

Das Mädchen bereut die Entscheidung zudem schnell und sucht Rat bei seinen Eltern. Sie bringen ihr Kind umgehend in ein Krankenhaus, erstatten Anzeige. Die Polizei nimmt daraufhin die Ermittlungen gegen Rick W. auf. Dieser schreibt dem Mädchen weiterhin, der Kontakt bricht allerdings nach kurzer Zeit ab, nachdem die Zwölfjährige Rick W. mehrmals abgewiesen hat.

Vor Gericht zeigte der Angeklagte Reue. Er sei sich seiner Schuld bewusst. Die sexuelle Beziehung sei von ihm ausgegangen, er hätte Verantwortung übernehmen müssen und es nicht so weit kommen lassen dürfen.


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Sein Anwalt betonte, dass der Mann die Tat nie abgestritten und stets kooperiert habe. Deshalb solle das Gericht Milde walten lassen. Sollte eine Haftstrafe gesprochen werden, sollte diese zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch sollten die Richter davon absehen, ihm den Umgang mit Jugendlichen und Kindern unter Strafe zu verbieten.

Grund für diese Forderung ist, dass der junge Mann derzeit eine Ausbildung zum Erzieher macht. Vor Gericht betonte der Angeklagte, dass er diese gerne abschließen, den Beruf aber nicht ergreifen, sondern im Seniorenbereich arbeiten will. Für den Abschluss der Ausbildung sind allerdings verschiedene Praktika unter anderem in Schulen notwendig, die Rick W. durch ein Verbot nicht absolvieren könnte.

Gutachten gefordert

Auch schlug der Verteidiger vor, dass die Richter vor dem Urteilsspruch ein psychiatrisches Gutachten seines Mandanten anordnen sollten. Dies sei nämlich während der Ermittlungen nicht geschehen. So könnte sich zeigen, ob der junge Mann durch seine sexuelle Orientierung eine Gefahr für die Gesellschaft darstelle.


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Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stellte sich einer solchen Expertise nicht entgegen. In ihrem Plädoyer erkannte sie an, dass der junge Mann zu seinem Handeln steht, betonte aber auch, dass es sich hierbei nicht um einen einfachen Ausrutscher gehandelt habe. Rick W. sei das Alter des Opfers von Anfang an bekannt gewesen – auch sehe das Mädchen sehr kindlich aus.

Deshalb forderte die Anklägerin eine Haftstrafe von drei Jahren – die unter Auflagen wie einer Therapie zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Auch soll der Angeklagte fünf Jahre lang keinen Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben dürfen. Das Urteil ergeht am 17. Oktober.


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