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2020 gab es 24 Verkehrsunfälle mit Todesfolge
Lokales 3 Min. 12.05.2021

2020 gab es 24 Verkehrsunfälle mit Todesfolge

2020 gab es 24 Verkehrsunfälle mit Todesfolge

Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 12.05.2021

2020 gab es 24 Verkehrsunfälle mit Todesfolge

Luc EWEN
Luc EWEN
26 Menschen haben bei Unfällen ihr Leben im Straßenverkehr verloren. François Bausch sieht sich, was Radaranlagen angeht, bestätigt.

Insgesamt ist Luxemburg was Verkehrssicherheit angeht auf einem guten Weg, allerdings gibt es einige Wermutstropfen, so lässt sich kurz die Vorstellung der Bilanz der Verkehrsunfälle von 2020 gestern durch Mobilitätsminister François Bausch zusammenfassen. Insgesamt weist diese Bilanz 771 Unfälle mit Körperschäden auf. Das sind 22 Prozent weniger als im Vorjahr. 2020 gab es dabei 217 Schwerverletzte, das sind 13 Prozent weniger als 2019 und 744 Leichtverletzte, was einem Rückgang von 29 Prozent gleichkommt.

Anders sieht es dagegen bei den Todesopfern aus. Derer waren 2020 mit 26 vier mehr zu beklagen als im Vorjahr, während die Zahl der Unfälle mit Todesfolge um zwei stieg. Dies ist auf zwei Unfälle zurückzuführen, einer im Januar auf der A6, als ein Lastwagen auf ein Stauende auffuhr, und einer mit einer Massenkarambolage im Juli im Tunnel Gousselerbierg auf der A 7. Bei beiden Vorfällen starben je zwei Menschen. 


Lok , Speedmarathon , Geschwindigkeitskontrolle ,  Radarkontrolle , Polizei , Police , Sicherheit Verkehr , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Vergleicht man die Zahlen längerfristig, etwa ab 2013, so lässt sich sowohl bei der Zahl der Unfälle mit Todesfolge oder Schwerverletzten, als auch bei den jeweiligen Opferzahlen eine klare Tendenz nach unten feststellen. Bei den Todesopfern ist es ein Rückgang von 42, bei den Schwerverletzten von 31 Prozent. Im internationalen Vergleich der Todesfälle durch Verkehrsunfälle pro eine Million Einwohner kommt Luxemburg innerhalb der Europäischen Union somit auf den mittleren Platz 13.

Corona und die Verkehrssicherheit 

Die Pandemie samt Lockdown und Trend zu Home-Office habe sich auf die Zahl der schweren Unfälle kaum ausgewirkt, so François Bausch auf die Frage von Journalisten hin. Unfälle mit Todesfolge oder Schwerverletzten entstünden eher selten zu den Stoßzeiten, so der Minister. Im Stau auf dem Weg zur oder von der Arbeit entstünden eher harmlosere Auffahrunfälle mit Blechschaden, denn solche mit schwerwiegenderen Folgen. 


Illustration, Bilanz 2020, Strassenopfer, Bilanzbericht, Stassenunfälle, accidents de la route, Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
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Allerdings, eine Auswirkung gibt es dann doch: Denn, während der Pandemie haben viele Luxemburger ihre Liebe zum Fahrrad wiederentdeckt und das zeigt sich auch in den Statistiken. Die Zählstationen entlang der Fahrradwege hätten gezeigt, dass es einen wahren Fahrradboom gibt. An einigen Stellen hätte sich die Zahl der Radfahrten binnen kürzester Zeit verdoppelt. Gestiegen ist somit allerdings auch die Zahl der Unfälle. 2020 kamen drei Radfahrer bei Unfällen ums Leben, 35 wurden schwer verletzt. Zum Vergleich: Neun Autofahrer kamen ums Leben und 98 wurden schwer verletzt. 

Bei Fußgängern waren es vier Todesfälle und 32 Schwerverletzte. Rückläufig ist dagegen die Zahl der schweren Unfälle mit Motorrädern, auch wenn die Zahl der Todesopfer hier von vier auf sieben gestiegen ist. 43 Schwerverletzte hat es in diesem Bereich gegeben, im Vorjahr waren es noch 59, 2019 sogar 85.


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In diesem Kontext unterstreicht der Minister die unternommenen Bemühungen, um etwa Alleen zu sichern. 339 Bäume seien insgesamt hierzulande an Straßenrändern entfernt worden und viele weitere Bäume seien im Sinne der Motorradfahrer, etwa mit Leitplanken, abgesichert worden. 15 Todesopfer waren 2020 auf Landstraßen zu beklagen, fünf im urbanen Bereich und vier auf Autobahnen. 

Je 47 Prozent der schweren Unfälle fanden auf Landstraßen, beziehungsweise innerorts statt, nur sechs Prozent auf Autobahnen.

Drogen bleiben tabu 

Was die Ursachenforschung der einzelnen Unfälle angeht, so stehen Geschwindigkeit, Fahrfehler, Fehler gegenüber Fußgängern, sowie Alkohol und Rauschmittel im Visier des Ministeriums. Was die Geschwindigkeit angeht, so habe sich die Entscheidung Radargeräte zu installieren als richtig erwiesen, so der Minister. Zu Rauschmitteln stellte François Bausch klar, dass egal welche Entscheidung es in Sachen Legalisierung geben werde, Drogen im Straßenverkehr immer tabu bleiben müssten. Hier gelte es gegebenenfalls zu sensibilisieren. 

Was das laufende Jahr angeht, so seien in der noch provisorischen Auflistung sechs Todesopfer zu beklagen.

Vorgestellt wurde auch der Synthesebericht der Administration des enquêtes techniques zu Verkehrsunfällen mit tödlichen Folgen auf öffentlichen Wegen. Die Schlussfolgerungen aus diesem Bericht beziehen sich auf die Installation von Leitplanken um die Folgen von Unfällen zu verringern, die Verbesserung der Baustellensicherung und die Sensibilisierung von Lastwagenfahrern zum Einschalten automatischer Notbremssysteme auf Autobahnen.

Auch bemängelte Verwaltungsdirektor Paul Meyers, dass es kein einheitliches europäisches System gibt, das den Behörden Zugriff auf die gespeicherten Fahrzeugdaten gibt. Hier bestehe Nachholbedarf.

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Illustration, Bilanz 2020, Strassenopfer, Bilanzbericht, Stassenunfälle, accidents de la route, Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
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