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200 Millionen Euro: Luxemburgs Militärflieger wohl teurer als erwartet
Der luxemburgische Militärtransporter des Typs A400M soll ab 2019 im Verbund mit einer belgischen Flotte zum Einsatz kommen.

200 Millionen Euro: Luxemburgs Militärflieger wohl teurer als erwartet

Foto: AFP
Der luxemburgische Militärtransporter des Typs A400M soll ab 2019 im Verbund mit einer belgischen Flotte zum Einsatz kommen.
Lokales 2 Min. 24.01.2014

200 Millionen Euro: Luxemburgs Militärflieger wohl teurer als erwartet

Noch immer teuer, aber wohl nicht verspätet: Der 168 Millionen teure Militärflieger A400M soll pünktlich bis 2019 geliefert werden. Dies verlautet aus dem Verteidigungsministerium. Indes kommen danach noch weitere Kosten auf das Land zu.

(CBu) - Noch immer teuer, aber wohl nicht verspätet: Der 168 Millionen teure Militärflieger A400M soll pünktlich bis 2019 geliefert werden. Dies verlautet aus dem Verteidigungsministerium. Indes kommen danach noch weitere Kosten auf das Land zu.

Verteidigungsminister Etienne Schneider geht derzeit davon aus, dass es bei der Auslieferung des Transportflugzeugs zu keinen Verspätungen kommen wird. Dies geht aus einer Antwort des Ministers auf eine parlamentarische Anfrage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser hervor. 

Demnach rechnet der luxemburgische Staat mit der Lieferung bis Februar 2019. Sollte es wider Erwarten zu Verspätungen kommen, würden auf den Verkäufer "Airbus Military" Strafzahlungen zukommen.

168 Millionen sind nicht das letzte Wort

A propos Zahlungen: Die Anschaffung eines eigenen Militärtransportflugzeugs wird Luxemburg insgesamt 168 Millionen Euro kosten. Bisher habe man davon bereits (2014 mit eingerechnet) rund 72 Millionen bezahlt. Nach der Auslieferung des Flugzeugs sollen noch einmal während fünf Jahren ca. 40.000 Euro pro Jahr an Verwaltungsgebühren fällig werden.

Einmal ausgeliefert, werden auf das Großherzogtum noch weitere Kosten zukommen. Auch wenn der A400M Luxemburg gehört, soll dieser jedoch in eine (in Melsbroek bei Brüssel stationierten) belgisch-luxemburgischen Flotte integriert werden. Die A400M-Flotte soll insgesamt acht Flugzeuge diesen Typs umfassen.

Zur vollen Inbetriebnahme und insbesondere zur Modernisierung der Infrastruktur des belgischen Stützpunktes wird sich Luxemburg mit weiteren 17 Millionen Euro, "gestaffelt über mehrere Jahre" beteiligen, so Minister Schneider in seiner Antwort. Alles in allem würden sich die voraussichtlichen Kosten für den Luxemburger A400M "inklusive erstem Jahr Betrieb" laut Schneider auf "rund 200 Millionen Euro belaufen.

Regierung will Einkaufspolitik "überarbeiten"

Generell will Schneider in diesem Dossier, das die neue Koalition von den Vorgängerregierungen geerbt hat, mit "größtmöglicher Transparenz" gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit vorgehen. Im Regierungsprogramm ist indes die Rede davon, dass man die Einkaufspolitik in Sachen Militär in den kommenden Jahren "überarbeiten" und bei künftigen Projekten an den "realen Bedarf" der luxemburgischen Armee anpassen will.

Kartheiser bezog sich in seiner schriftlichen Anfrage übrigens auf die Nachricht "in den internationalen Medien", wonach der A400M in Deutschland mit Verspätung ausgeliefert werden soll. Die Bundesrepublik hat insgesamt 53 Maschinen bestellt, die ab November 2014 geliefert werden sollen. 13 davon sollen allerdings weiterverkauft werden.

Weitere Käufer des A400M sind unter anderem Frankreich (50 Maschinen), Großbritannien (19) Spanien (14), Türkei (10) und Belgien (7).