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20 Prozent weniger Einbrüche
Lokales 2 Min. 24.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Nach dem Rekordjahr 2014

20 Prozent weniger Einbrüche

Der Spurensicherung kommt bei den Ermittlungen eine entscheidende Rolle zu.
Nach dem Rekordjahr 2014

20 Prozent weniger Einbrüche

Der Spurensicherung kommt bei den Ermittlungen eine entscheidende Rolle zu.
Guy Jallay
Lokales 2 Min. 24.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Nach dem Rekordjahr 2014

20 Prozent weniger Einbrüche

Ist Luxemburg der internationalen Einbruchskriminalität wehrlos ausgeliefert? Der Leiter der zuständigen Sonderkommission der Polizei sagt nein. Die Zahl der Einbrüche sei in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Fünftel gesunken, heißt es.

2014 war Luxemburg regelrecht von einer Einbruchswelle überrollt worden. 4 368 Einbrüche, davon 3 315 in Wohnhäuser: Das waren ganze 48 Prozent mehr als im Vorjahr – ein Rekordjahr. Niemals hatte es so viele Einbrüche gegeben. Doch in diesem Jahr ist das anders, sagt der Leiter des „Groupe mixte d'enquête cambriolage“ der Polizei – jener Einheit, die die Bekämpfung der Einbruchskriminalität landesweit koordiniert. „Die Tendenz für 2015 ist durchweg positiv“, erklärt „Premier commissaire divisionaire“ Alain Engelhardt. „Aufgrund der bisher vorliegenden Daten werden die Zahlen voraussichtlich deutlich unter denen von 2014 liegen“, betont er. „Bei aller gebotenen Vorsicht, denn die Monate, die besonders günstig für Einbrecher sind, stehen uns noch bevor“. In den ersten neun Monaten des Jahren waren es 20,5 Prozent weniger Einbrüche als im Vorjahr.

Ab November vergangenen Jahres und bis Januar habe die Polizei massiv Präsenz gezeigt und entlang der großen Verkehrsachsen gezielte Kontrollen durchgeführt, unterstreicht der Regionaldirektor des Polizeibezirks Grevenmacher. Während die Polizeiaktion sich in Luxemburg sofort auf die Zahl der Einbrüche auswirkte, blieb sie in den Nachbarregionen konstant. Und auch nach Beendigung des Aktionsplans habe es keine entsprechende Zunahme gegeben – für Engelhardt ein klarer Erfolg. 280 Tatverdächtige wurden laut der offiziellen Jahresbilanz während der elfwöchigen Aktion überprüft. Deswegen wollen die Sicherheitskräfte nun auch bereits in den kommenden Tagen präventive Maßnahmen einleiten, um Einbrecher, die sich die früher einsetzende Dunkelheit zunutze machen wollen, im Vorfeld abzuschrecken. Falls dies sich als nicht wirksam erweisen sollte, will die Polizei ihre Präsenz demgemäß erhöhen.

Personalmangel bleibt ein Problem

Eines ist klar: Die Polizei kann mit einem derartigen Fokus auf ein Kriminalitätsfeld nur sporadisch auf ein Phänomen reagieren. Beamte, die zur Einbruchsbekämpfung abgestellt werden, fehlen in ihrem regulären Dienst. Personalmangel bleibt ein Thema in der Polizei.

Die Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten ist erschreckend gering. Von den 4 368 Taten im Jahr 2014 wurden lediglich 273 aufgeklärt. Das sind knapp 6,3 Prozent. Für Alain Engelhardt vermitteln diese Zahlen allerdings ein verzerrtes Bild der Polizeiarbeit. In der Praxis werden mehr Taten aufgeklärt. „Wir ermitteln sehr viele Täter und die Verhaftungen folgen“, erklärt er. „Wir analysieren dann, für welche Taten die Verdächtigen in Frage kommen“. Der Modus Operandi lasse beispielsweise oft eindeutige Schlussfolgerungen zu. Das bedeute dann allerdings nicht, dass die Täter auch tatsächlich für alle diese Taten verurteilt werden. Als aufgeklärt gelten nur jene Einbrüche, die dem mutmaßlichen Täter auch tatsächlich nachgewiesen werden. „Wenn eine Einbruchserie nach einer Verhaftung plötzlich aufhört, dann kann das ein Hinweis sein“, unterstreicht Engelhardt.

Wenn mutmaßliche Täter bei der Tatvorbereitung in eine Polizeikontrolle geraten und dann plötzlich Ruhe einkehrt, dann haben wir auch etwas erreicht“, fährt er fort. Zudem handele es sich bei einem beachtlichen Teil der registrierten Einbrüche lediglich um Einbruchsversuche, bei denen es dann auch wesentlich schwieriger sei, Spuren zu sichern. In der Tat blieb es im Jahr 2014 den Statistiken zufolge in 41,2 Prozent der 4 368 Fälle beim Versuch eines Einbruchs.


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