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20 Prozent des Lebensmittelabfalls beruhen auf Unwissen
Lokales 2 Min. 13.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Zu viel Verschwendung

20 Prozent des Lebensmittelabfalls beruhen auf Unwissen

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der FAO, landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen an essbaren Nahrungsmitteln im Müll.
Zu viel Verschwendung

20 Prozent des Lebensmittelabfalls beruhen auf Unwissen

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der FAO, landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen an essbaren Nahrungsmitteln im Müll.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 13.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Zu viel Verschwendung

20 Prozent des Lebensmittelabfalls beruhen auf Unwissen

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Laut Daten des Agrarministeriums landen in Luxemburg pro Einwohner jährlich 140 Kilo an essbaren Lebensmitteln im Müll. Schuld ist an erster Stelle der Verbraucher selbst. Oft kennt dieser den Unterschied zwischen Verfalls- und den Mindesthaltbarkeitsdatum nicht.

(lb) - Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der FAO, landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen an essbaren Nahrungsmitteln im Müll. Das entspricht etwa einem Drittel der produzierten Nahrungsmittel. Gleichzeitig leidet jeder Neunte an Unterernährung. „Wir müssen das Problem an der Wurzel packen“, forderte Agrar- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP) am Donnerstag. „Wir müssen unsere Ess- und Einkaufgewohnheiten verantwortungsvoller gestalten.“

So wies der Minister darauf hin, dass der größte Teil des Abfalls auf die privaten Haushalte entfällt (42%). Die Agrar- und Lebensmittelindustrie ist ihrerseits für 39% der Lebensmittelverschwendung verantwortlich, während das Gaststättengewerbe sich „lediglich“ für 14% der weggeworfenen Lebensmittel rechtfertigen muss.

In einer Sensibilisationskampagne und einer Brochüre „Ensemble contre le gaspillage alimentaire“ richtet sich das Ministerium konkret an die Verbraucher. Hier finden sie Ratschläge dazu, wie weniger verschwenden können. Angefangen beim Einkaufen, bis zu Tipps für das Einräumen im Kühlschrank bis hin zur Wiederverwertung von Essensresten. Wichtig seien auch Ratschläge bezüglich der Interpretation der Verfalls- und den Mindesthaltbarkeitsdaten auf den Verpackungen. Mehr als 20 Prozent aller Lebensmittelabfälle seien nämlich darauf zurückzuführen, dass die Verbraucher beide nicht zu unterscheiden wüssten und noch essbare Lebensmittel verfrüht in der Tonne landen würden, so der Minister.

Kampfansage

Der Agrarminister betonte auch die ökologische Dimension der Lebensmittelverschwendung. „Der Abfall bedeutet, dass ein Drittel aller Nutzflächen unnütz bewirtschaftetet werden. Hinzu kommt die enorme Quantität an Wasser, die für die Bewässerung benötigt wird. Diese beziffert sich auf 250 Kubikkilometer pro Jahr, was dreimal dem Genfer See entspricht“, so Etgen. Das dabei ausgestoßene CO2 belaufe sich auf 3,3 Gigatonnen, was in etwa 80% des von China ausgestoßenen CO2 gleichkommt.

So will das Ministerium den diesjährigen Welthungertag vom 16. Oktober in den Fokus der Lebensmittelverschwendung setzten. „Wir wollen der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen“, beharrte Etgen.

Diesbezüglich sollen sich Ende Oktober die Restaurateure versammeln, um auch ihren Anteil weiterhin zu leisten. Zudem werde man gemeinsam mit der Handwerkskammer und der Horesca Richtlinien ausarbeiten um das Spenden von Lebensmittelresten zu fördern. Zudem soll eine Reform des Kantinenessens in den Schulen ausgearbeitet werden. Laut Daten des Agrarministeriums landen in Luxemburg pro Einwohner jährlich 140 Kilo an essbaren Lebensmitteln im Müll.

Vor dem Urlaub sollte man den Kühlschrank leeren und verderbliche Lebensmittel aufbrauchen.
Vor dem Urlaub sollte man den Kühlschrank leeren und verderbliche Lebensmittel aufbrauchen.
(Archivfoto)



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