Wählen Sie Ihre Nachrichten​

2. Test bestätigt: Corona-Virus hat Luxemburg erreicht
Lokales 4 Min. 01.03.2020 Aus unserem online-Archiv

2. Test bestätigt: Corona-Virus hat Luxemburg erreicht

"Es gibt keinen Grund zur Panik", so die Gesundheitsbehörden.

2. Test bestätigt: Corona-Virus hat Luxemburg erreicht

"Es gibt keinen Grund zur Panik", so die Gesundheitsbehörden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 4 Min. 01.03.2020 Aus unserem online-Archiv

2. Test bestätigt: Corona-Virus hat Luxemburg erreicht

Mara BILO
Mara BILO
Der erste Corona-Virus-Fall in Luxemburg wurde am Sonntag durch einen zweiten Test im Ausland bestätigt.

In dem unter Quarantäne gestellten Hotel auf Teneriffa wurde ein neuer Infektionsfall gemeldet.
Corona-Virus: Neuer Fall in Quarantäne-Hotel auf Teneriffa
Die Zahl der Infizierten auf der spanischen Urlaubsinsel ist auf fünf gestiegen. Das teilten die zuständigen Gesundheitsbehörden am Samstagabend mit.

Das neuartige Corona-Virus ist nun auch im Großherzogtum angekommen.  Gesundheitsministerin Paulette Lenert bestätigte am Samstagabend bei einer Pressekonferenz einen ersten Corona-Virus-Fall in Luxemburg. Beim Erkrankten handelt es sich um einen etwa 40-jährigen Mann. Er hatte sich in Norditalien aufgehalten und ist am Anfang der Woche über den Flughafen Charleroi in Belgien nach Luxemburg eingereist.

Das Corona-Virus wurde am Samstag beim Erkrankten bei einem ersten Test bestätigt. Ein zweiter Bestätigungstest sollte gemäß definierter Prozeduren im Ausland durchgeführt werden. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntagnachmittag mit, dass der zweite Test ebenfalls positiv ist.


Point-presse “coronavirus“ - Paulette Lenert -  Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"
Das Gesundheitsministerium informierte am Mittwoch die Öffentlichkeit über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus.

Derzeit befindet sich der Patient im Centre Hospitalier de Luxembourg. Es gehe ihm aber gut, so die Gesundheitsministerin. Er weist auch keine Krankheitsanzeichen mehr auf. Die Familienmitglieder des Erkrankten befinden sich derzeit in Quarantäne. Sie zeigen keine Symptome.

Die CHL-Mitarbeiter sind ausreichend beschützt, sagt Dr. Jean-Claude Schmit, der Direktor der Gesundheitsverwaltung. "Die Mitarbeiter wissen, wie man mit solchen Patienten umgehen muss. Sie tragen spezielle Atemmasken, Handschuhe und Blusen und gegebenenfalls eine Brille."

"Es war zu erwarten"

Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge hat sich der Patient selbst bei den Gesundheitsbehörden gemeldet. "Das weist darauf hin, dass das System funktioniert." Besonders überraschend kommt die Nachricht nicht, so die Gesundheitsministerin. "Es war zu erwarten."


Corona-Virus: Die Verbreitung im Überblick
Das neuartige Corona-Virus breitet sich weltweit aus. Wir haben einen interaktiven Überblick mit Fallzahlen und betroffenen Ländern zusammengestellt.

Den Informationen des Gesundheitsministeriums zufolge wurden nun die Menschen identifiziert, die in Kontakt mit dem Erkrankten gekommen sind. "Wir wollen sicherstellen, dass das Virus sich nicht weiter verbreitet", hatte Paulette Lenert am Samstagabend betont. Die Betroffenen wurden unter Quarantäne gestellt. "Derzeit weisen diese Menschen keine Symptome auf, die ersten Tests waren negativ." Bei Menschen, die in engem Kontakt mit jemandem stehen, der mit einem Virus infiziert ist, ist die Gefahr hoch, sich selbst zu infizieren.

Krisensitzung am Sonntag

Am Sonntag fand ein Krisenstab der Regierung statt. Über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus will die Regierung auch weiterhin die Öffentlichkeit "in voller Transparenz" informieren, so Lenert. "Das Thema beschäftigt uns alle. Die Öffentlichkeit hat das Recht zu wissen, wie sich die Situation entwickelt."


Engineer and construction site manager dealing with blueprints and projects. Construction site warning signs. Arbeitsunfall, Arbeitsunfälle, sicherheit am Arbeitsplatz, Baustelle, Helmpflicht
Corona-Virus: "Arbeitsrechtlich nicht ganz klar"
Gewerkschaften, Arbeitgeber und Ministerien beraten darüber, wie aus arbeitsrechtlicher Sicht mit der Epidemie umgegangen werden soll.

Die Regierung sieht sich für den Ernstfall gerüstet. "Es gibt keinen Grund zur Panik", betonte Paulette Lenert am Samstagabend. Infizierte Menschen können auch von zu Hause aus behandelt werden. Außerdem sei genügend Platz in den Krankenhäusern, um die Erkrankten zu isolieren, so Schmit. "Die Lage wird erst wirklich ernst, wenn Menschen sich in Luxemburg selbst infiziert haben. Bei diesem ersten Fall handelt es sich um einen sogenannten Import-Fall: Der Mensch ist mit dem Virus im Ausland in Kontakt gekommen."

Derzeit werden in Luxemburg keine Veranstaltungen abgesagt. Im Ausland waren in den vergangenen Tagen schon einige Großveranstaltungen wie etwa der Genfer Autosalon, die Reisemesse ITB in Berlin oder die Immobilienmesse MIPIM in Cannes abgesagt oder verschoben worden. Das habe mit dem unterschiedlichen Besucherprofil zu tun, so Lenert. Bei den Veranstaltungen in Luxemburg sei nicht mit internationalen Besuchern zu rechnen, die sich zuvor in Risikogebieten aufgehalten hätten. 

Mehr als 2.900 Todesopfer weltweit


Lokales, Coronavirus, Covid-19, Hopitaux Robert Schuman, HRS, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Corona-Virus: Antworten auf die wichtigsten Fragen
Wie kann ich mich schützen? Wie gefährlich ist das Virus wirklich? Hier gibt es die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Erreger.

Nachdem das Corona-Virus Ende Dezember in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen ist, sind weltweit nach vorläufigen Schätzungen mehr als 87.000 Menschen infiziert, mehr als 2.900 Todesopfer hat die Lungenerkrankung bislang gefordert. Das Virus hat inzwischen etwa 60 Länder weltweit erreicht. 

In Europa ist derzeit Italien das am stärksten betroffene Land – mit mehr als 1.100 Fällen und 29 Todesofpern.

_____

Mehr Informationen zum Corona-Virus gibt es auf der Website: https://gouvernement.lu.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Grenzgänger mit Virus infiziert
Eine Person aus Frankreich, die in Luxemburg arbeitet, hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Sie wird in Frankreich behandelt. Die Sanitärinspektion ermittelt Kontaktpersonen im Großherzogtum.
Corona-Virus erreicht Südamerika
Bisher war Südamerika vom Coronavirus verschont geblieben. Statt aus China scheint sich das Virus aus Italien dort eingeschlichen zu haben.
Brazilian Frevo dancers perform during the traditional Galo da Madrugada (Dawn Rooster) carnival parade along the streets of Sao Paulo, Brazil, on February 25, 2020. (Photo by NELSON ALMEIDA / AFP)