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151 DNA Proben, aber nur 29 Expertisen
Lokales 02.03.2012 Aus unserem online-Archiv

151 DNA Proben, aber nur 29 Expertisen

Seit Anfang der 1990er Jahre erstellt die Luxemburger Justiz DNA-Profile. So wird etwa allen verurteilten Verbrechern, deren Haftstrafe zwei Jahre überschreitet, eine DNA-Probe entnommen.

151 DNA Proben, aber nur 29 Expertisen

Seit Anfang der 1990er Jahre erstellt die Luxemburger Justiz DNA-Profile. So wird etwa allen verurteilten Verbrechern, deren Haftstrafe zwei Jahre überschreitet, eine DNA-Probe entnommen.
Foto: Shutterstock
Lokales 02.03.2012 Aus unserem online-Archiv

151 DNA Proben, aber nur 29 Expertisen

Seit der Einführung von Datenbanken mit Fingerabdrücken hat kaum ein Verfahren die Kriminalermittlungen derart revolutioniert wie das der Sicherung von menschlicher DNA. Das Erbgut gilt heute als ein über alle Zweifel erhabenes Identifikationsmerkmal. Auch im Dossier Bommeleeër mussten insgesamt 151 Personen eine DNA-Probe abgeben.

(str) - Seit der Einführung von Datenbanken mit Fingerabdrücken hat kaum ein Verfahren die Kriminalermittlungen derart revolutioniert wie das der Sicherung von menschlicher DNA. Das Erbgut gilt heute als ein über alle Zweifel erhabenes Identifikationsmerkmal. Auch im Dossier Bommeleeër mussten insgesamt 151 Personen eine DNA-Probe abgeben. Merkwürdig nur, dass sich an den beschlagnahmten Gegenständen keinerlei Spuren der zwei Angeklagten finden lassen.

Dabei liegt Annahme liegt nahe, dass damit der gesamte Verdächtigenkreis rund um die Bommeleeër-Affäre abgedeckt ist. Von der leitenden Untersuchungsrichterin Doris Woltz wurden insgesamt 29 DNA-Vergleiche angeordnet. In der Bommeleeër-Anklageschrift werden allerdings keinerlei materielle Beweise gegen die Beschuldigten Marc Scheer und Jos Wilmes aufgeführt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass bei den Angeklagten keine Übereinstimmungen mit gesicherten DNA-Spuren erzielt werden konnten.

Überhaupt werden DNA-Spuren ausschließlich im Zusammenhang mit den Erpresserbriefen erwähnt. Auf den Umschlägen des zweiten, des vierten und des achten Briefes wurde ein DNA-Nachweis der gleichen Person gesichert. Die Forschung im Zusammenhang mit genetischen Spuren steckte Mitte der 1980er Jahre noch in den Kinderschuhen. Es gab allerdings bereits ein Verfahren, das es erlaubte, Speichelspuren einer Person zuzuordnen. Laut Anklageschrift mussten die Täter das gewusst haben, denn weder auf den Umschlägen noch auf den Briefmarken wurde Speichel festgestellt.

Im Großherzogtum wurden Anfang der 1990er Jahre erste DNA-Profile erstellt. Inzwischen werden rund 80 Treffer pro Jahr erzielt. Eine DNA-Analyse kostet je nach der Zahl der erforderlichen Untersuchungen zwischen 70 und 300 Euro. Nicht identifizierte Spuren werden nach 30 Jahren vernichtet.