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13. Burgfest in Düdelingen-Budersberg: Ritter, Gaukler und holde Mägde
Lokales 23 3 Min. 14.09.2014

13. Burgfest in Düdelingen-Budersberg: Ritter, Gaukler und holde Mägde

Jedes Jahr im September löst das Mittelalter die Idylle in Budersberg ab. Die 13. Auflage des Burgfestes zog wieder tausende Besucher an.

Von Raymond Schmit

Was vor Jahren als Dorfmarkt begann, hat sich inzwischen zu einem Großereignis gemausert. In der Tat hat die Veranstaltung, die vom Interessenverein Budersberg mit der Unterstützung der Stadt Düdelingen organisiert wird, längst den lokalen und regionalen Rahmen gesprengt und ist zu dem bedeutendsten Mittelalterfest in der Großregion geworden. Und das hat seinen guten Grund, wie der Verantwortliche Patrick Enkel erklärt, denn beim Fest in Budersberg ist, im Gegensatz zu anderen  Veranstaltungen, alles authentisch. Neuzeitlichen Schnickschnack und Materialien, die man im Mittelalter nicht kannte, sucht man im Düdelinger Stadtteil vergeblich. Die Teilnehmer und Besucher wissen das zu schätzen. Im vergangenen Jahr unternahmen deren in der Regel bis zu 10 000 an einem einzigen Tag einen Ausflug in düstere Zeiten.

90 Stände

Auch diesmal hatten sich Händler aus ganz Europa eingefunden, um ihre Waren feilzubieten. Mit insgesamt 90 Ständen war der mittelalterliche Markt bestückt. Angereist waren fahrende Händler aus dem Reich der Teutonen, die ihre Waren anpriesen. Und davon gab es reichlich. Das Angebot reichte vom Stand der Kräuterhexe bis zum Atelier des Holzschnitzers. Auch Gallier hatten die lange Reise nach Düdelingen nicht gescheut und boten Spezialitäten aus den entlegensten Ecken des Frankenreichs an, um den Gaumen der Besucher zu erfreuen.

Zwei Tage lang waren die Straßen fest in den Händen von Rittern, Kriegern, edlen Leut und holden Mägden. Aber auch biederes Volk und manches Pack waren angereist. Die Kunde vom festlichen Treiben war sogar bis in die Weiten des germanischen Reiches vorgedrungen und hatte den hässlichen Hans angelockt, den freundlichen Pestbettler, der die Besucher Jahr für Jahr mit seinen Späßen erfreut. Dass er auch noch andere Talente hat, bewies er in der Mittelaltermesse, die von Dechant Edmond Ries in der St.-Lukas-Kapelle gefeiert wurde, an der Geige, der Zither und als Erzähler. Vor dem Gottesdienst mussten Schwerter, Knüppel und ähnliche Mordwerkzeuge, die dem körperlichen Wohlbefinden des Nächsten Schaden zufügen können, so wie es das Gesetz verlangt, vor dem Altar abgelegt werden.

Hohe Gäste

Auch edle Herren waren der Einladung gefolgt. Marcelsus, der erste Redner der nationalen Volksvertretung, und Alexis, der oberste Magistrat der Stadt Düdelingen, hielten ein strenges Auge darauf, dass die elementarsten Regeln der Sittsamkeit und der gemäßigte Genuss von Hopfen und Malz, so wie sie Vogt Patrizius beim Verlesen der Marktregularien kundgetan hatte, eingehalten wurden. Nationalökonom Stefan Schneider seinerseits achtete darauf, dass vom Erlös der verkauften Waren reichlich Zins in die Staatskasse abgeführt wurde.

Für die Unterhaltung und Belustigung des Volkes sorgten Barden, Gaukler, Jongleure und fahrende Spielleute, wie die „Streuner“, die zu den treuesten und beliebtesten Gästen auf dem Mittelalterfest zählen. Ihre Trinklieder begeisterten auch beim nächtlichen Tavernenspektakel, bei dem manch Flüssiges die ausgetrockneten Kehlern erfreute.

Auch die Unterhaltung der angehende  Ritter war bestens gesorgt. Auf dem Mittelalterkarussell, beim Kinderturnier oder beim Umgang mit Pfeil und Bogen konnten sie feststellen, dass bereits vor dem Computerzeitalter einfache Dinge Freude bereiten konnten.

Mittelalterlich ging es auch auf dem Speiseplan zu. Neben den unumgänglichen Würsten vom Grill wurden Fladen oder Hexenkuchen aufgetragen. Dazu reichte man in den Tavernen Met oder Drachenblut. Genossen wurden die köstlichen Flüssigkeiten mit den Furcht einflößenden Namen nicht im Glas, sondern, wie es sich geziemt, im Horn. Mittelalter verpflichtet eben.


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