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122 Menschen starben im "Haus Omega"
Lokales 1 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Begleitung von todkranken Menschen

122 Menschen starben im "Haus Omega"

Insgesamt wurden 2015 126 Patienten für 4.461 Tage im "Haus Omega" aufgenommen
Begleitung von todkranken Menschen

122 Menschen starben im "Haus Omega"

Insgesamt wurden 2015 126 Patienten für 4.461 Tage im "Haus Omega" aufgenommen
Foto:Gerry Huberty
Lokales 1 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Begleitung von todkranken Menschen

122 Menschen starben im "Haus Omega"

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Das "Haus Omega" der Vereinigung "Omega 90" bietet eine persönliche Betreuung der todkranken und sterbenden Menschen am Lebensende an. Letztes Jahr konnten mehr Leute aufgenommen werden, als noch ein Jahr davor.

(lb) - Leuchtet im "Haus Omega" eine Kerze, bedeutet das, dass soeben ein Mensch nach einer schweren Krankheit verstorben ist und trauernde Freunde und Familienmitglieder hinter sich lässt. Diese lässt die Vereinigung "Omega 90" nicht allein. Neben der Begleitung von Menschen mit einer unheilbaren Krankheit steht auch die Trauerbegleitung der Familienmitglieder im Vordergrund ihrer Aktivitäten.

Die Vereinigung, die von Croix-Rouge, Caritas, Fondation Cancer, "Hëllef Doheem", "Doheem Versuegt" und Amiperas unterstützt wird, begleitete letztes Jahr 760 Menschen in ihrer Trauerbewältigung. Zudem empfing sie 126 Patienten im "Haus Omega", ihrem Zentrum für Palliativpflege, das Menschen an ihrem Lebensende aufnimmt und pflegt und dabei auf ihre physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse anpasst.

83 Prozent an Krebs erkrankt

Zum Großteil werden die Patienten einige Tage oder Wochen vor ihrem Tod im "Haus Omega" aufgenommen. In der Regel verbringen sie dort nicht mehr als drei Monate. Letztes Jahr betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 34 Tage. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 74 Jahren. Von den 122 Patienten, die im Haus Omega starben, waren 83 Prozent an Krebs erkrankt. Insgesamt wurden 2015 126 Patienten für 4.461 Tage aufgenommen. Somit stieg die Zahl der Patienten im Vergleich zum Vorjahr.

Die Belegung des Hauses lag bei 81,5 Prozent, eine Zahl die leicht über der Belegung eines Krankenhauses liegt. Die Wartezeit schwankt zwischen mehreren Tagen und einigen Wochen. "Die Wartezeit ist sehr unterschiedlich", erklärt die Direktorin des Hauses, Alice Even. Gegenwärtig befinden sich zehn Leute auf der Warteliste. Diese Zahl liegt über dem Durchschnitt. So gibt es auch Monate, in denen es überhaupt keine Warteliste gibt. Für weniger akute Fälle und kranke Menschen, die noch in medizinischer Betreuung sind, wurde eine zusätzliche Warteliste eingerichtet. Der Präsident von Omega 90, Roger Molitor betont: "Wir sind nicht überlastet, aber gesund ausgelastet." Er unterstreicht, dass es auf den Palliativstationen in Luxemburg im Gegensatz zu anderen Ländern keinen Platzmangel und auch kein Notstand gibt. Hier sei man gut ausgerüstet um die Patienten auffangen zu können. 

Im April 2016 wurde das "Haus Omega" mit dem schweizer Qualitätslabel in Palliativpflege ausgezeichnet.


Dieser Film beschreibt die Trauer- und Betreuungsarbeit von "Omega 90":

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