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Zurückhaltender Luxus in Gstaad
Lifestyle 6 Min. 21.01.2020

Zurückhaltender Luxus in Gstaad

Louis Vuitton, Hermès, Moncler – beim Bummel durch den urigen Dorfkern von Gstaad kommen auch Luxusfans auf ihre Kosten.

Zurückhaltender Luxus in Gstaad

Louis Vuitton, Hermès, Moncler – beim Bummel durch den urigen Dorfkern von Gstaad kommen auch Luxusfans auf ihre Kosten.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 6 Min. 21.01.2020

Zurückhaltender Luxus in Gstaad

Jessika Maria RAUCH
Jessika Maria RAUCH
Der Urlaubsort in den Schweizer Alpen lockt ganzjährig mit Bergromantik und Kulturvergnügen.

Beim Blick auf das mächtige Hotel Gstaad Palace, das mehr im Einklang als in Konkurrenz mit dem nicht viel weniger imposanten Alpina über den Urlaubsort Gstaad zu wachen scheint, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, wie Gunter Sachs, Brigitte Bardot und Konsorten hier die Schönheit der Landschaft und seiner Gäste feierten. Das war in den 1960er-Jahren, als Gstaad zum Lieblingsort des internationalen Jetsets avanciert war.

Langlauf bei strahlendem Sonnenschein: Natürlich darf man rund um Gstaad auch die Skier anschnallen.
Langlauf bei strahlendem Sonnenschein: Natürlich darf man rund um Gstaad auch die Skier anschnallen.
Foto: PR

Schauspieler-Legenden wie Elizabeth Taylor und Roger Moore wurden, Modezar Valentino und Musikstars wie Madonna werden nicht nur von den Legenden und dem Luxus angelockt, der hier unverzüglich spürbar ist. Auch landschaftlich wickelt die knapp 7 000-Seelen-Gemeinde Saanen, zu der Gstaad gehört, selbst verwöhnte Schweizliebhaber sofort um den Finger. Gleichzeitig ist sie sympathisch, bis auf die mächtige Architektur im Falle der beiden 5-Sterne-Paläste auf dem Berg alles andere als protzig, sondern elegant und im Vergleich zu Sankt Moritz zudem „leiser“. Unprätentiöser Luxus und weniger „Show“, fast ursprünglich romantisch und ohne Bausünden – das ist Gstaad.

Die Privathäuser kosten zwar auch hier ein Vermögen, die Quadratmeterpreise sind deutlich fünfstellig, sie wirken aber von außen fast bescheiden. Das liegt unter anderem daran, dass die Chalets nicht höher als drei Stockwerke sein dürfen und der Wellnessbereich häufig unterirdisch angelegt wurde, verrät Céline Jaisli von Destination Gstaad. „Es ist kein Geheimnis, dass viele Prominente herkommen, für ein paar Tage oder gar Wochen, viele sind im Besitz eigener Anwesen. Was sie an Gstaad schätzen, ist die Privatsphäre, denn es ist ein unausgesprochenes Gesetz im Ort, dass man nicht über sie spricht“, so resümiert sie.

Skifahren mit Champagnerpausen

Sicherlich ist der Winter die stärkste Saison und Schneebegeisterte reisen aus der ganzen Welt in das berühmte Skiresort oder auch in eine der beliebten Nachbargemeinden wie Saanen oder Zweisimmen. Rougemont im angrenzenden Kanton Waadt ist Ferienwohnort betuchter und royaler Gäste. Die 200 Pistenkilometer der Region mit 41 Bahnanlagen verteilen sich auf mehrere Skigebiete inklusive Gletscher (Glacier 3 000). Und auch wenn einige den Vergleich mit Gebieten wie Zermatt oder Saas-Fee nutzen, um die vermeintlich fehlenden Höhenmeter zu beklagen, so verspricht das Skigebiet Wintersport-Vergnügen oft schon ab Ende Oktober bis in den Mai hinein.

Nur wenige Kilometer von Gstaad entfernt kann man in luftiger Höhe über den Glacier-3000-Gletscher wandel.
Nur wenige Kilometer von Gstaad entfernt kann man in luftiger Höhe über den Glacier-3000-Gletscher wandel.
Foto: Shutterstock

Der Gstaader Hausberg Wispile wird als Paradies für Familien und Kinder beworben, der Wasserngrat mit schwarzer Steilpiste „Tiger Run“ als Nervenkitzel für Fortgeschrittene. Das „Berghaus“ mit Panoramaterrasse wird auch für Firmenevents oder Hochzeiten genutzt. Mit dem Kombi-Angebot „Mountain Lunch“ kann man hier sogar nur zum Mittagessen hinkommen, Berg- und Talfahrt inklusive.

Exklusiver Skispaß

Exklusiver geht es im Eagle Skiclub zu, wo nur Mitglieder speisen dürfen und dafür fünfstellige Mitgliederbeiträge hinblättern. Die Warteliste ist lang und Promistatus alleine reicht als Aufnahmekriterium nicht aus. Aber selbst auf urigen Berghütten wird auch normal Sterblichen der zauberhafte Charme der Gegend zuteil. Viele Skipisten führen durch Waldgruppen, an Bergbächen vorbei, malerische Wege und mittelschwere Abfahrten fühlen sich mehr wie eine Panoramafahrt als nach Sport an. Und auch skifreie Tage sollte man hier förmlich mit einplanen, da Winterwanderwege, zahlreiche Freizeitaktivitäten in der Natur und im Ort selbst sowie dessen Cafés und Boutiquen besucht werden wollen. Hausgemachte Schokolade und Patisserie zum Heißgetränk gibt es im „Charly’s“ mit über 100-jähriger Geschichte, um nur eine der gastronomischen Institutionen vor Ort zu nennen.


So sieht Gletscherschwund aus: die glatten Felsen waren vor einigen Jahrzehnten noch von Eis bedeckt. Im Hintergrund links erkennt man das Matterhorn. / Foto: Frank WEYRICH
Dem Aletschgletscher ganz nah
Auf einer Bergwanderung in den Walliser Alpen in Richtung Konkordiaplatz kann man auf den Spuren der Erdgeschichte wandeln.

Die Schweiz ist bekannt für ihre Architekten wie Peter Zumthor, Mario Botta und Le Corbusier, vielerorts haben sich Musik- oder Filmfestivals international etabliert und auch Gstaad lockt Liebhaber der Ästhetik und schönen Künste regelmäßig ins Berner Oberland. Das Menuhin Festival für klassische Musik wurde nach dem Violinvirtuosen Yehudi Menuhin benannt, der sich in Gstaad verliebte und das Festival im Jahr 1957 ins Leben rief. Ihm zu Ehren führt der Leiter des Festivals, Christoph Müller, es heute weiter und holt Stars wie Tenor Jonas Kaufmann oder Pianistin Hélène Grimaud von Juli bis September in den Ort inklusive Umland. Viele Konzerte finden in Kirchen oder im großen Festzelt statt. Auch „Les Sommets Musicaux de Gstaad“ ist Kulturfans seit Jahrzehnten ein Begriff und vom 31. Januar bis 8. Februar ein zusätzlicher Magnet.

Die Region lockte immer wieder internationale Kunstschaffende an und tut es noch. Eine zeitgenössische Installation des gebürtigen Kaliforniers Doug Aitken zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sich Architektur in die Landschaft einfügen und die Schönheit der Jahreszeiten im wahrsten Sinne ungefiltert widerspiegeln kann. Sein Spiegelhaus reflektiert innen wie außen die Umgebung und schafft damit eine Atmosphäre, die fast magisch wirkt – von maximaler Fotogenität mal ganz zu schweigen.

Einer optischen Täuschung gleich: Das Spiegelhaus „Mirage Gstaad“ des US-Künstlers Doug Aitken lockt kunstinteressierte Besucher an.
Einer optischen Täuschung gleich: Das Spiegelhaus „Mirage Gstaad“ des US-Künstlers Doug Aitken lockt kunstinteressierte Besucher an.
Foto: J.M. Rauch

Damit das so bleibt, kümmert sich jemand um die aufwendige Instandhaltung. „Die Spiegelflächen werden zwei Mal in der Woche gereinigt, ein Mal pro Monat mache ich den ausgiebigen ‚Rundumschlag‘“, sagt Stefan Welten aus Gstaad. Wie viele Einzelflächen zu polieren sind, das hat er nicht gezählt, es werden aber einige hundert sein. Das offene Haus der besonderen Art liegt auf einer Höhe von 1 049 Metern, heißt „Mirage Gstaad“ und ist noch bis zum Januar 2021 zu besichtigen.

Der Weg ist das (schöne) Ziel

Die Schweiz liebt und bewirbt ihre Bahn ausgiebig – zurecht! Nicht nur, dass die Verbindungen zahlreich sind und alle großen Flughäfen mit den Urlaubsregionen bestens verbunden sind, die Züge sind pünktlich, sehr komfortabel und alleine der Blick aus dem Fenster ist schon das Ticket wert. Da muss es nicht einmal die Fahrt mit den ausgewiesenen Panoramazügen wie dem Glacier und Bernina Express mit Übernachtung sein. Auch viele andere Verkehrszüge sind fürs idyllische Reisen gemacht und zugleich eine umweltbewusste Alternative zum Auto. 


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