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Zehn neue Parfums im Test: Lieben und lieben lassen
Lifestyle 10 15.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Zehn neue Parfums im Test: Lieben und lieben lassen

Lifestyle 10 15.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Zehn neue Parfums im Test: Lieben und lieben lassen

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Manche mögen’s heiß – andere lassen verführerische, orientalisch angehauchte Parfums dagegen relativ kalt. Das kann gleich mehrere Gründe haben.

(nr) - Manche mögen’s heiß – andere lassen verführerische, orientalisch angehauchte Parfums dagegen relativ kalt. Das kann gleich mehrere Gründe haben. Zum einen sollen unsere Ernährungsgewohnheiten wesentlichen Einfluss darauf haben, was wir gerne riechen und was nicht. So ist ab den 1980er-Jahren der Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel stark angestiegen. Nicht ohne Grund kam daher 1992 mit „Angel“ von Thierry Mugler der erste (und meistkopierte) von zahlreichen Gourmand-Düften auf den Markt.

Bei den mittlerweile regelrecht Zuckersüchtigen wurde die ungewohnt süße Kreation prompt zum Kassenschlager“, erzählt Parfumeurin Françoise Donche. Inzwischen seien aber aufgrund der Besinnung auf bewusste, gesunde Ernährung wieder verstärkt cleanere, für Natürlichkeit stehende Duftkompositionen gefragt. Genauso wie moderne, zumeist leichtere Abwandlungen von Klassikern – ganz nach dem Motto: „Bei Mutti schmeckt’s am besten – aber die schwere Soße sparen wir uns dann doch lieber.“

Zudem hat Studien zufolge jeder Mensch individuelle blinde Flecken in seinem olfaktorischen Repertoire. Das heißt, die Geruchsrezeptoren nehmen bestimmte Duftmoleküle kaum bis gar nicht wahr. Bei den einen ist es praktischerweise der beißende Geruch von Schwefel, bei anderen leider das liebliche Aroma von Karamell. Dies hat zur Folge, dass verschiedene Menschen bestimmte Parfums nicht in ihrer Gänze wahrnehmen, sondern in etwa so, als würde ein Farbenblinder ein Gemälde betrachten. Im Übrigen können diese blinden Flecken auch einen allzu verschwenderischen Umgang mit bestimmten Kreationen zur Folge haben.

Persönliches Duftgedächtnis

Da Erinnerungen im Gehirn eng mit olfaktorischen Reizen verknüpft sind, spielen laut Wissenschaftlern aber nach wie vor auch persönliche Erfahrungen eine große Rolle bei der Bewertung von Düften. Wer etwa eine schöne Kindheit auf dem Land verbracht hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit positivere Assoziationen zu den Ausdünstungen von Kuhmist, sowie zu modrigem Erdgeruch und würziger Waldluft haben als Stadtkinder, während letztere womöglich eher ein Faible für metallische Noten entwickeln.

Auch wer sich gerne daran zurückerinnert, mit der Oma Zimtsterne und Vanillekipferl gebacken zu haben, steht den entsprechenden Düften heute wahrscheinlich positiver gegenüber als jemand, der während der Weihnachtsplätzchenproduktion von der Affäre seines Partners Wind bekommen hat.

Welche Ernährungsstile, einschneidenden Erlebnisse und blinde Flecken unsere Parfumtester unterschwellig zu folgenden Kritiken bewogen haben, kann der aufmerksame Hobbypsychologe eventuell zwischen den Zeilen lesen.