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William Amor, der Herr der Blumen
Lifestyle 3 Min. 24.11.2019

William Amor, der Herr der Blumen

William Amor mit einer der von ihm kreierten Mohnblumen.

William Amor, der Herr der Blumen

William Amor mit einer der von ihm kreierten Mohnblumen.
Foto: Kenzo
Lifestyle 3 Min. 24.11.2019

William Amor, der Herr der Blumen

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Der Pariser Kunsthandwerker William Amor verwandelt Abfall in zauberhafte Blüten. Auch Kenzo Parfums nahm bereits seine Dienste in Anspruch.

Zehn aufgeregte Kursteilnehmer, jede Menge Plastikabfall und ein gemeinsames Ziel: die Herstellung einer Brosche. Künstler William Amor ist ganz gespannt, wie sich die „Schüler“ in seinem Pariser Atelier in der Nähe der Porte Saint-Martin schlagen werden.

Gemeinsam mit einer Assistentin versucht er, den ungeübten Hobbybastlern beizubringen, wie man aus Abfall ein wunderschönes Accessoire kreieren kann – das auch nicht auf den zweiten Blick seinen wahren Ursprung preisgibt.

Wie aus Zauberhand

Als Basis dienen transparente Einwegflaschen aus Kunststoff, aus denen die Kursteilnehmer zunächst einmal mit Hilfe einer Schablone kleine, noch flache Blütenblätter ausschneiden. Anschließend werden die einzelnen Plastikblättchen mit Hilfe einer speziellen Lösung rot eingefärbt und – nach einer kurzen Trockenphase – mittels eines Stabfeuerzeugs in Form gebracht.

Eine der Mohnblumen, die William Amor für Kenzo erstellte.
Eine der Mohnblumen, die William Amor für Kenzo erstellte.
Foto: Kenzo

Dann werden die einzelnen Blätter und ein künstlicher Blütenstempel an einer langen Nadel befestigt und vom Künstler selbst mit wenigen geschickten Handgriffen fixiert. „Das geht einfach schneller, wenn ich das mache“, merkt William Amor mit einem Lachen an. Fertig ist ein kleines Schmuckstück, das – mit Ausnahme von Nadel und Blütenstempel – aus Wegwerfmaterial besteht.

Wer sich im Atelier des Pariser Künstlers umblickt, sieht jedoch nicht nur rote Mohnblumen, sondern auch eine Vielzahl von anderen bunten Naturgewächsen, die alle aus Abfall kreiert wurden. Flaschen, Umverpackungen und Plastiktüten – kein Material ist vor William Amor sicher. Sogar feine Pailletten in bunten Farben kann man auf einem der Schränke erblicken. „2003 habe ich angefangen, Blumen aus Seidenpapier zu fertigen“, erklärt William Amor. „Seit 2005 arbeite ich mit Plastikabfällen, die ich in der Natur und auf den Straßen von Paris finde – und natürlich auch mit dem Müll, den ich produziere.“

Die Idee zur Verarbeitung des Materials kam ihm an einem Abend in den Sinn, als er gerade einen Sack Abfall in eine Tonne werfen wollte. „Ich dachte mir: Warum soll aus diesen verschmutzenden und schlechten Materialien nicht etwas Schönes werden, die schönste Form, die es auf dem Planeten gibt: eine grazile und zerbrechliche Blüte.“


Benjamin Vnuk: Usage Rights: 28.10.2019 - 27.04.2020 Europe Only / Online, Social, Zalando App, the assets duration is in perpetuity for documentation and corporate and internal communication (such as annual company reports, corporate portfolio and corporate presentations) and archive rights / ©Zalando
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Mehr als nur Upcycling

Daraus entstand mit der Zeit mehr als nur ein reines Upcycling-Projekt, vielmehr ein eigenständiges Kunsthandwerk, bei dem das Material mit der gleichen Sorgfalt behandelt wird wie etwa Gold oder Seide. Die Hinwendung zu floralen Formen sieht der Künstler selbst als persönliche Entwicklung an.

„Blumen zu erschaffen, das passt am besten zu mir“, so Amor. „Ein echter Kindheitstraum ist wahr geworden. Damals habe ich mir immer vorgestellt, Botaniker zu sein und meine eigenen Pflanzen zu züchten.“ Amor arbeitet mit den Stoffen, die ihm im Alltag begegnen – seinen Konsum hat er nicht angepasst, um mehr Material zu erhalten. „Ich horte seit Jahren alle Arten von Abfällen.“

Aus diesen entstehen vor allem Deko-Elemente, Wandinstallationen oder Schmuckstücke. „Derzeit entwickele ich aus den Materialresten Ornamente und Pailletten für Stickereien und die Haute Couture“, fügt er hinzu. William Amor scheint einfach nicht zu stoppen zu sein. „Ich kenne keine kreativen Grenzen.“

Diente als Vorlage: der Flakon des Dufts „Flower by Kenzo“.
Diente als Vorlage: der Flakon des Dufts „Flower by Kenzo“.
Foto: Hersteller

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