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So schlägt sich der Roomba j7+ in der Katzenhaar-Apokalypse
Lifestyle 4 Min. 29.08.2022
Staubsaugerroboter im Test

So schlägt sich der Roomba j7+ in der Katzenhaar-Apokalypse

Trotz kleinerer Schwächen hat sich der Roomba j7+ in einer nicht ganz einfachen Testumgebung gut geschlagen. Seine Achillesferse ist eindeutig der Preis.
Staubsaugerroboter im Test

So schlägt sich der Roomba j7+ in der Katzenhaar-Apokalypse

Trotz kleinerer Schwächen hat sich der Roomba j7+ in einer nicht ganz einfachen Testumgebung gut geschlagen. Seine Achillesferse ist eindeutig der Preis.
Foto: IRobot
Lifestyle 4 Min. 29.08.2022
Staubsaugerroboter im Test

So schlägt sich der Roomba j7+ in der Katzenhaar-Apokalypse

Dustin MERTES
Dustin MERTES
Im Produkttest musste sich der neue Staubsaugerroboter von iRobot in einer verwinkelten Dachgeschosswohnung mit zwei vierbeinigen Mitbewohnern beweisen.

Eine verwinkelte Dachgeschosswohnung mit drei Zwischenebenen, 120 Quadratmeter und zwei Katzen – es gibt denkbar einfachere Szenarien für einen Staubsaugerroboter. Doch die Marke iRobot wirbt damit, dass der neue Roomba j7+ auch mit Tierhaaren wunderbar klarkommt, clever navigieren kann und sogar eventuelle Tretminen der Haustiere clever umfährt. 

Der j7+ ist mit seiner Absaugstation effektiv in einem Würfel-förmigen Karton untergebracht und schon fix und fertig montiert. Der Aufbau im neuen Einsatzgebiet geht dementsprechend schnell von der Hand und nach wenigen Minuten steht die wuchtige Absaugstation samt Saugroboter an ihrem vorübergehenden Teststandort. 

Die Absaugstation leert den kleinen Auffangbehälter des j7+ nach jedem Saugvorgang.
Die Absaugstation leert den kleinen Auffangbehälter des j7+ nach jedem Saugvorgang.
Foto: iRobot

Zur Absaugstation soll der Roomba nach jedem Saugvorgang zurückkehren, seinen Akku automatisch aufladen und den aufgesaugten Staub in einen Staubsaugerbeutel in der Absaugstation befördern. Der Vorteil liegt auf der Hand: Anstatt täglich das kleine Staubbehältnis des Roboters zu leeren, reicht es, nach rund 60 Tagen den Beutel in der Absaugstation zu ersetzen. Zwei liegen bereits der Packung bei. Der Preis im Handel: knapp 20 Euro für einen Dreierpack. Eine Wischfunktion bietet der j7+ nicht.


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Vor der Arbeit muss der neue, fleißige Mitbewohner aber zunächst eingerichtet werden, ohne App-Anbindung verweigert die smarte Haushaltshilfe nämlich ihren Dienst. Der Benutzer wird schnell und unkompliziert durch den Einrichtungsprozess geführt und nach wenigen Minuten ist der Roomba j7+ startklar.

Mit einem akustischen Signal setzt sich der runde Helfer nach dem entsprechenden App-Befehl in Bewegung und beginnt den Kampf gegen die Katzenhaare. Was beim ersten Saugvorgang noch mehr schlecht als recht funktioniert, wird mit jedem Durchgang besser. Das resultiert aus der Navigation via Kamera, die den Roomba j7+ von vielen Mitbewerbern unterscheidet. Während die Konkurrenz ihre Umgebung schon bei der ersten Fahrt via Laser scannt, lernt der kamerabasierte Roomba Stück für Stück sein neues Revier kennen und wird dann mit jedem Saugvorgang merklich besser. 

Aus sicherer Entfernung kamen auch die Katzen des Hauses mit dem smarten Haushaltshelfer klar.
Aus sicherer Entfernung kamen auch die Katzen des Hauses mit dem smarten Haushaltshelfer klar.
Foto: Dustin Mertes

Nach drei Saugdurchgängen ist ein Wohnungsplan in der App hinterlegt, in welchem Räume einzeln benannt und anschließend auch separat gereinigt werden können. Der eine oder andere Datenschützer dürfte wohl von der Tatsache, dass eine Kamera auf Rädern durch die eigenen Räumlichkeiten rollt, nicht allzu begeistert sein.


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Die Saugleistung des Roombas ist zufriedenstellend, bietet aber noch Luft nach oben. Die besten Ergebnisse im Test wurden erzielt, wenn der j7+ die Wohnung zweimal hintereinander beackerte. Grundsätzlich sollte man hier auch die eigenen Erwartungen zurechtrücken: Ein Staubsaugerroboter ist kein Ersatz für einen richtigen Staubsauger, sondern nur eine Ergänzung. Als solche konnte der Roomba in der Katzenhaar-Apokalypse aber definitiv überzeugen. Beim Wohnungsputz am Wochenende fiel dann deutlich auf, dass sich weit weniger Staub, Haare und Schmutz über die Woche angesammelt hatten. 

Die fahrende Kamera auf Rädern navigiert den j7+ durchaus zuverlässig um Stuhlbeine herum.
Die fahrende Kamera auf Rädern navigiert den j7+ durchaus zuverlässig um Stuhlbeine herum.
Foto: iRobot

Hinderniserkennung mit Luft nach oben

Nach rund zwei Monaten mit dem smarten kreisrunden Mitbewohner lässt sich sagen, dass die kamerabasierte Navigation trotz Lerneffekt noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Auch am Ende der Testphase eckte der Roomba j7+ noch hin und wieder an Möbelstücken an, auf die er frontal zusteuerte, obwohl er die Wohnung und deren Hindernisse eigentlich bereits kennen sollte. Dank der abgefederten Frontseite hinterließen die Rempler aber nie Schäden, weder beim Roboter noch bei den Möbelstücken. Vor menschlichen Füßen machte der j7+ ebenfalls nicht immer Halt. Bleibende Schäden waren aber glücklicherweise nicht erkennbar.


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Die verschiedenen Ebenen der Testwohnung stellten eine zusätzliche Herausforderung für den smarten Haushaltshelfer dar. Treppenstufen erkannte der Roomba fast immer, lediglich einmal donnerte er krachend eine Stufe aus der leicht höheren Wohnzimmerebene herunter. Den kleinen Stunt steckte das robuste Gerät problemlos weg. Problematischer war die Tatsache, dass der j7+ wegen der Stufen nicht zur Absaugstation zurückfinden konnte und sich nach getaner Arbeit mitten im Raum ausschaltete. Ein händischer Transport zur Absaugstation sorgte anschließend allerdings nicht dafür, dass der Roomba sein Lade-Zuhause erkannte. Stattdessen musste man über die App eine neue Saug-Aufgabe starten, anschließend pausieren und konnte das Gerät erst dann zur „Home Base“ schicken. Smart geht anders.

Der Roomba j7+ soll Exkremente selbstständig erkennen und meiden.
Der Roomba j7+ soll Exkremente selbstständig erkennen und meiden.
Foto: iRobot

Besonders smart soll der Roomba hingegen bei Hindernissen agieren und dabei sogar Haustier-Exkremente erkennen und meiden können. Auch wenn die felinen Mitbewohner des Roomba für die Notdurft in der Testphase immer das Katzenklo wählten, entledigte sich der Kater des Hauses dann doch einmal während eines Saugvorgangs seines Mageninhaltes... und der Roomba kurvte wie versprochen großzügig um das unappetitliche Hindernis herum. Ungeplanter Test bestanden! 

Andere Hindernisse wie Kabel oder Katzenspielzeug wurden hingegen nicht immer erkannt und verfingen sich stellenweise in den Walzen des Saugers. Ganz autonom und ohne kurze Vorbereitung der Wohnung sollte man sich also nicht auf den Roomba verlassen. Bei der Konkurrenz läuft das aber ähnlich.

Die Akkugröße fällt bei den Mitbewerbern hingegen durch die Bank größer aus. Die überschaubare Kapazität von 2.210 mAh sorgte zwar dafür, dass der j7+ den Test-Wohnbereich samt Flur mit rund 60 Quadratmetern doppelt saugen konnte. Danach war aber erstmal eine Ladepause notwendig, um in den restlichen Räumlichkeiten weiterzumachen. Das ginge mit einem größeren Akku durchaus noch ein bisschen besser.

Die komfortable Absaugstation sorgt dafür, dass der Sauger nicht mehr täglich entleert werden muss. Der Aufpreis für den Luxus liegt bei rund 200 Euro.
Die komfortable Absaugstation sorgt dafür, dass der Sauger nicht mehr täglich entleert werden muss. Der Aufpreis für den Luxus liegt bei rund 200 Euro.
Foto: IRobot

Zusammengefasst macht der Roomba j7+ seine Sache definitiv nicht schlecht und stellt trotz der ein oder anderen Schwäche eine beachtliche Hilfe im täglichen Haushalt dar. Die Achillesferse des Staubsaugerroboters ist eindeutig der angesetzte Preis mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 999 Euro für das Modell mit Absaugstation. Wer auf den komfortablen Luxus verzichten kann, bekommt den Standalone-Sauger rund 200 Euro günstiger. Teuer ist dies immer noch, vor allem vor dem Hintergrund, dass viele günstigere Konkurrenzsauger im Vergleich genauso gut oder sogar etwas besser abschneiden.

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