Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wie aus Abfall wertvolle Erde wird
Lifestyle 3 Min. 15.10.2019

Wie aus Abfall wertvolle Erde wird

Dünger muss man nicht immer kaufen, man kann ihn auch im eigenen Garten selber machen.

Wie aus Abfall wertvolle Erde wird

Dünger muss man nicht immer kaufen, man kann ihn auch im eigenen Garten selber machen.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 3 Min. 15.10.2019

Wie aus Abfall wertvolle Erde wird

Eigentlich bekommen wir natürliche Rohstoffe wie Laub in Hülle und Fülle kostenlos. Doch viele werfen sie einfach in den Müll. Es gibt aber einen besseren Weg.

(dpa/tmn) - In einer Stadt der Größe Hamburgs fallen jeden Herbst 12.000 bis 15.000 Tonnen Laub an - und das ist nur die Masse, die im Müll landet. Außerdem kommt in jedem Garten der Rückschnitt von Hecken, Bäumen und Sträuchern zusammen - jede Menge Grünabfall, mag man sagen. Eigentlich ist das eine Riesenmenge Rohstoff voller wertvoller Nährstoffe, die dem Garten wieder zugeführt werden kann: über die Verrottung in einem Kompost.

Bei grünen Küchenabfällen sind sich alle Experten einig - sie dürfen auf den Kompost.
Bei grünen Küchenabfällen sind sich alle Experten einig - sie dürfen auf den Kompost.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Dabei werden im Laufe der Zeit die Grünabfälle zu Humus, der die Nährstoffe zurück in den natürlichen Kreislauf bringt und die Bodenfruchtbarkeit erhält, wenn nicht gar verbessert. Die Folge: Man kann im eigenen Garten weitestgehend auf Ressourcen-zehrende Kunstdünger oder umweltschädigende Torfprodukte verzichten.

Was darf auf den Komposthaufen?

Grundsätzlich erst mal jeder Grünabfall, wobei bei einigen Laubarten wie Eiche, Kastanie und Birke ein Zusatz von Kalk oder Tonmineralien gut sein kann. Diese Blätter verrotten schwer und setzen Gerbsäure frei, die zur Versauerung führen können.

Was darf auf keinen Fall auf den Kompost?

Pflanzenteile mit Pilzbefall oder Krankheiten kommen besser nicht auf den Komposthaufen. Unkräuter, die Wurzeln oder Samen haben, haben dort auch nichts zu suchen, denn der Temperaturverlauf ist, was Höhe und Zeitverlauf betrifft, nicht mit großen Kompostierungsanlagen vergleichbar. Keimfähige Samen, Sporen und Krankheitserreger werden daher nicht sicher abgetötet. Verteilt man dann den Kompost im Beet, gelangen auch diese wieder in den Kreislauf.

Was ist mit anderen Abfällen?

Bei grünen Küchenabfällen sind sich alle Experten einig - sie dürfen auf den Kompost. Zum Rest aber gibt es verschiedene Meinungen: Das deutsche Umweltbundesamt hält sogar Küchen- oder Zeitungspapier in kleinen Mengen für geeignet, auch Kleintierstreu, Kaffee- und Teefilter sowie Eierschalen sind kompostierbar.


Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand
Unterwegs in Luxemburg: Im Naturschutzzentrum A Wiewesch in Manternach zeigt eine nagelneue Ausstellung, wie sehr Ökologie und Landwirtschaft aufeinander angewiesen sind.

Andere denken, man sollte nur Küchenabfälle von rohem Obst und Gemüse nutzen. Gekochtes und Produkte tierischen Ursprungs gehörten besser in die Mülltonne, weil sonst etwa Ratten angelockt werden.

Wie lege ich den Kompost an?

Auf offenen Boden - das heißt, wer einen Kompostbehälter fertig kauft, sollte ein Modell ohne untere Abdichtung wählen. Nur so können vom Erdboden Insekten in den Haufen aufsteigen und mitarbeiten. Dann bildet sich eine dicke Schicht aus dünnen Ästen oder Reisig die Grundlage. Sie sorgt dafür, dass sich Regen nicht aufstaut und an die Grünabfälle noch Luft kommt. Darüber kommen dann feinere Abfälle abwechselnd mit groben Materialien. Auch das sorgt für Belüftung.

Die Rotte, so nennt man die Umsetzungsprozesse von pflanzlichem Material zu Humus, kommt dann automatisch in Gang. Durch Vermischung mit Muttererde oder dem Kompost der vorhergehenden Saison kann man für eine Beschleunigung sorgen - sogenannte Kompoststarter, die der Handel anbietet, sind daher nicht zwingend erforderlich.

Wann kann ich meinen Kompost nutzen?

In der Regel dauern die Umsetzungsprozesse zwischen sechs und zwölf Monaten. Man merkt es, wenn sie beendet sind - denn fertiger Kompost riecht nach frischer Walderde.

Auch über den sogenannten Kressetest kann man den Kompost-Reifegrad bestimmen. Dafür wird eine Handvoll Kompost mit Gartenerde gemischt und in ein kleines Gefäß gefüllt. Nach dem Anfeuchten mit Wasser wird darauf Kresse gesät. Das Gefäß wird lichtdurchlässig abgedeckt und hell, aber nicht sonnig aufgestellt.

Wenn die Samen normal keimen und keine Auffälligkeiten in Färbung und Wachstum zeigen, ist der Kompost reif. Andernfalls ist er noch zu frisch, um als Kultursubstrat verwendet zu werden. Man kann ihn dann aber bereits als Mulch, also oben auf der Erde, oder zur Bodenverbesserung verwenden. Bei letzterem mischt man ihn unter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Bauerenzentral feiert 75. Geburtstag
Die Centrale Paysanne Luxembourgeoise steht seit 1944 im Dienste der Landwirte. Präsident Marc Fisch spricht im Interview über ihre Rolle und die Landwirtschaft im Allgemeinen.
Lokales, ITV Marc Fisch,Foire Agricole.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort.
Tag der offenen Gartentür: Grünes Glück
Ökologische Gärten sind wahre Oasen der Natur. Edmée und Marco Schank aus Eschdorf arbeiten seit 40 Jahren in ihrem grünen Paradies. Am 30. Juni ist beim „Tag der offenen Gartentür“ auch ihr Juwel zu besichtigen.
Telecran, Garten Schanck, Foto: Lex Kleren/Telecran
Tipps zur Bewässerung des Rasens
Der Rasen ist die Pflanze, die (quasi) jeder in seinem Garten hat - und man müsste meinen, die Pflege sei daher auch einfach. Aber da spielt oft der Sommer nicht mit.
ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Katja Fischer vom 20. Juni 2019: Bei Trockenheit kann man den Rasen getrost etwas höher wachsen lassen. Dann können sich die Pflanzen gegenseitig besser Schatten spenden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Kompost-Tipps: Wohin mit dem Herbstlaub?
Herbstlaub ist schön - am Boden wird es aber nach und nach rutschig und matschig. Und gefährlich für Fußgänger. Doch wohin damit? Hobbygärtner können es gut gebrauchen: Aus den Blättern entsteht auf einem Kompost wertvoller Mulch und Dünger.
Zum Themendienst-Bericht von Alexander Stahr vom 24. August 2017: In Gärten mit großen Bäumen kann viel Herbstlaub anfallen. Wohin damit? (Archivbild vom 03.11.2014/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.