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Wenn Handys und Laptops nass werden
Lifestyle 3 Min. 10.10.2019

Wenn Handys und Laptops nass werden

Wassertropfen bereiten den meisten modernen Smartphones keine Probleme.

Wenn Handys und Laptops nass werden

Wassertropfen bereiten den meisten modernen Smartphones keine Probleme.
Foto: dpa
Lifestyle 3 Min. 10.10.2019

Wenn Handys und Laptops nass werden

Wasser ist der Feind technischer Geräte. Was aber ist zu tun, wenn das Smartphone in die Toilette gefallen oder Kaffee über das Notebook geschwappt ist?

(dpa) - Das Handy liegt noch auf der Terrasse, als der Regenschauer niedergeht. Schnell reinholen und abtrocknen - ist damit alles gut? Wahrscheinlich schon. Ein paar Regentropfen sollte jedes Handy aushalten, die meisten Geräte überstehen das ohne Probleme. Doch sind Regenschauer auch eher selten die Verursacher des Malheurs.

Vielen Modellen macht ein kurzes Tauchbad in der Wanne oder ein umgekipptes Glas nichts aus, da die Gehäuse wasserdicht verklebt und mit zusätzlichen Gummidichtungen gegen das Eindringen von Wasser geschützt sind. Mineral- oder Leitungswasser sollte man jedoch schnell abtrocknen. Anders ist das, wenn Salz, Säure, Chlor oder Seife im Spiel sind. Wassergeschützte Geräte müssten nach einem Kontakt mit diesen Substanzen sofort mit klarem Wasser abgespült werden. Limonade, Cola oder Bier könnten wegen des enthaltenen Zuckers ebenfalls aggressiver sein als reines Wasser.

IP-Schutzgrad liefert Orientierung

Eine Orientierung, wie wasserfest ein Gerät ist, liefert der IP-Schutzgrad. Die Kennung besteht aus zwei Ziffern. Die erste bezeichnet den Schutz gegen Fremdkörper, die zweite den gegen Wasser. Je höher die Ziffer, desto besser: 0 etwa steht für keinen Schutz, 1 für senkrecht herabfallendes Tropfwasser. Bei der Ziffer 8 soll ein Gerät dauerhaft untertauchen können, ohne Schaden zu nehmen.

Platsch! Eine kleine unfreiwillige Dusche macht vielen modernen Smartphones zum Glück nichts aus. Handelt es sich etwa um Mineralwasser, kann man das Gehäuse einfach schnell abtrocknen.
Platsch! Eine kleine unfreiwillige Dusche macht vielen modernen Smartphones zum Glück nichts aus. Handelt es sich etwa um Mineralwasser, kann man das Gehäuse einfach schnell abtrocknen.
Foto: dpa

Doch der Schutzgrad allein ist nicht alles: Der Hersteller muss konkret angeben, welchen Test er zugrunde legt. Beispielsweise, ob das Gerät 60 Minuten im Wasser in zwei Meter Tiefe aushalten kann. Man kann sich nicht immer hundertprozentig darauf verlassen. Aber wenn der Anbieter das so ausweist, ist es schon mal ein gutes Zeichen.

Laut dem Fachmagazin „connect“ schränken die Hersteller den Wasserschutz in den Geschäftsbedingungen (AGB) häufig ein. So gelte dieser oft nur für Süßwasser, nicht jedoch für Schmutz-, Chlor- oder Salzwasser sowie Getränke. Dazu können Einschränkungen für die Zeit unter Wasser sowie die Eintauchtiefe gemacht werden.

Ausschalten, Akku entfernen und Trocknen

Ansonsten lauten die ersten beiden Regeln nach dem Kontakt mit Flüssigkeiten: Sofort ausschalten, um Kurzschlüsse zu verhindern, und - falls möglich - den Akku entfernen. Allerdings sind diese heutzutage oft geklebt oder nur mit speziellem Werkzeug erreichbar.

Hat das Handy unfreiwillig gebadet, sollte es ausgeschaltet und - wenn möglich - der Akku entfernt werden.
Hat das Handy unfreiwillig gebadet, sollte es ausgeschaltet und - wenn möglich - der Akku entfernt werden.
Foto: dpa

Dann ist Trocknen angesagt. Allerdings bitte nicht mit dem Haartrockner, im Backofen, in der Mikrowelle oder in der prallen Sonne. Stattdessen tupft man das Gehäuse ab, nimmt SIM- sowie Speicherkarte heraus und wickelt das Gerät in ein Papiertuch ein. Anschließend legt man es für mehrere Tage in einen verschlossenen Plastikbeutel mit ungekochtem Reis.

Noch besser ist der Gang zum Spezialisten. Die Kosten für den Service muss man gegen Alter und Wert seines Gerätes abwägen. Grundsätzlich könne sich der Weg zur Smartphone-Werkstatt aber lohnen. Techniker könnten das Gerät öffnen, trocknen und die Platine reinigen sowie vor Korrosion schützen. 


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Bedenklich ist jedoch: Selbst wenn alles wieder trocken scheint, kann es sein, dass auf den Platinen Rückstände bleiben und sich Kurzschlüsse bilden. Deshalb wird geraten, das Gerät lieber noch einmal fachmännisch prüfen zu lassen, bevor man es wieder anschaltet.

Abdichten bei Notebooks oft unmöglich

Vor allem Notebooks bieten viele Scharniere und Buchsen, die das Abdichten nahezu unmöglich machen. Immerhin: Die meisten Notebooks sind über Gummilippen so gesichert, dass zumindest über die Tastatur kaum Wasser ins Innere eindringen kann. Trotzdem sollte man das Gerät nach einem Wasserunfall rasch vom Netz nehmen, den Akku und - falls möglich - die Festplatte entfernen. Dann alles so gut wie möglich mit einem Tuch trocknen.

Anschließend sollte man versuchen, das Notebook bei mittlerer Temperatur auf der Heizung zu trocknen. Bei manchen Tastaturen lassen sich die einzelnen Buchstaben lösen und trocknen. Das funktioniert aber nur bei ein paar Tropfen Wasser. Wichtig: Die Reihenfolge merken. Wer vorher ein Foto der Tastatur macht, findet danach für jede Taste wieder den richtigen Platz.


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