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Wenn der Garten wieder ruft
Lifestyle 3 Min. 13.03.2018

Wenn der Garten wieder ruft

Die Christrose kann im Frühling ins Freie umziehen, wenn es draußen etwas wärmer ist. Gut ist ein Boden mit hohem Humusgehalt.

Wenn der Garten wieder ruft

Die Christrose kann im Frühling ins Freie umziehen, wenn es draußen etwas wärmer ist. Gut ist ein Boden mit hohem Humusgehalt.
Foto: dpa
Lifestyle 3 Min. 13.03.2018

Wenn der Garten wieder ruft

Jean-Paul SCHNEIDER
Jean-Paul SCHNEIDER
Es juckt in den Fingern! Wenn im März die ersten warmen Sonnenstrahlen den Tag erhellen und die Frühblüher ihre Triebe aus der Erde stecken, kann die Gartenarbeit endlich wieder losgehen. Zunächst sind es vor allem Pflegemaßnahmen, die Hobbygärtner angehen sollten.

Im März und April fängt es im Garten langsam an zu sprießen. Das bedeutet: Der Hobbygärtner darf wieder buddeln, schneiden und setzen. Es ist aber auch die Zeit, in der Gärtner von ihren Kunden angerufen werden mit der Bitte, den Rasen oder Ziergarten nach einem langen Winter wieder auf Vordermann zu bringen.

Aloyse Hoffmann, Landschaftsgärtner aus Schifflingen, weiß um Wichtigkeit und Bedeutung der ersten Aufgaben für den Frühlingsbeginn im Garten.

Rasen vertikutieren

Als Erstes steht die gefühlte Zerstörung des Rasens an: das Vertikutieren. Auf brachiale Weise werden Moos und abgestorbene Reste aus der Fläche geholt, um den verbleibenden Gräsern wieder Luftaustausch zu ermöglichen sowie besser Wasser und Dünger zukommen zu lassen. Das hält den Rasen gesund, und er wächst prächtiger.

"Wichtig ist, den Vertikutierer nicht zu tief auf den Boden zu setzen – die Messer berühren diesen am besten nur leicht", erklärt der Experte. Sonst werden die Rasenwurzeln beschädigt. Ein guter Zeitpunkt für das Vertikutieren ist während einer Trockenperiode, die Erdoberfläche sollte bereits abgetrocknet sein. Der danach ramponiert aussehende Rasen erholt sich schnell. Dafür sorgt auch die Düngung, die der Rasen anschließend erhält. Das erste Mal im Jahr bekommen die Gräser am besten Mitte April abgestimmte Nährstoffe, das zweite Mal im Juli. Wird der Rasen stark beansprucht, sollte er sogar dreimal im April, Juni und August gedüngt werden. Hoffmann rät, den Rasen zwei Wochen nach dem ersten Düngen wöchentlich auf ein Höhe von fünf Zentimetern zu schneiden, damit er eine Schattengare bildet und das Erdreich im Sommer nicht berstet. Nur so erhalte man einen schönen, gepflegten Rasen nach englischer Art.

Für Aloyse Hoffmann, Landschaftsgärtner aus Schifflingen, ist der Frühling stets eine arbeitsintensive, aber umso abwechslungsreichere Zeit.
Für Aloyse Hoffmann, Landschaftsgärtner aus Schifflingen, ist der Frühling stets eine arbeitsintensive, aber umso abwechslungsreichere Zeit.
Foto: Jean-Paul Schneider

Beetboden auflockern

Der Beetboden sollte aufgelockert werden, wenn das der Frost nicht geschafft hat. "In diesem Jahr stehen die Chancen aber gut, dass die tiefen Minusgrade des Winters das erledigt haben", betont der Inhaber und Betreiber von "Mon Jardin" in Schifflingen. Wenn der Frost im Winter den Boden durchfriert, brechen durch die kältebedingte Ausdehnung des Wassers dicke Erdklumpen zu Krümeln auf. Man spricht hier von Frostgare. Der Boden ist somit nach dem Winter gut aufgelockert.

Stauden und Farne pflanzen

Sommer- und herbstblühende Stauden kommen nun in die Erde. Auch empfindliche Farne werden am besten jetzt erst in den Boden gesetzt.

Winterblühende Stauden brauchen nach ihrer Blüte im zeitigen Frühjahr einen Rückschnitt. Aber nicht alle Gehölze müssen jährlich geschnitten werden: Zum Beispiel fördert am Winter-Jasmin ein leichter Rückschnitt alle zwei bis drei Jahre die Blüte.

Winterpflanzen ausquartieren

Typische Winterpflanzen können im Frühling in den Garten umziehen. Dazu gehört etwa der Glücksklee, den es als Geschenk zum Jahreswechsel gab. Der Experte rät, die Wurzelknollen im Frühjahr in frische Erde zu pflanzen und den Topf, sobald es frostfrei ist, nach draußen zu stellen.

Auch die Christrose kann ins Freie. Zunächst muss sie sich aber akklimatisieren – der Wechsel aus dem warmen Haus ins noch kühle Freie wäre zu heftig. Daher sollte sie den März über noch an einem kühlen und hellen Platz im Haus gehalten werden. Danach kann sie in einen Boden mit hohem Humusgehalt im Halbschatten umsiedeln.

Kübelpflanzen ans Licht gewöhnen

Im Winter eingelagerte Kübelpflanzen sollten unbedingt ans Fenster oder in Kleingewächshäuser und Wintergärten umziehen, wo sie mehr Licht abbekommen. Temperaturen über 20 Grad sollten sie aber vorerst noch nicht ausgesetzt sein.

Bei lauen Temperaturen dürfen die Pflanzen auch schon mal zeitweise ins Freie, um sich dort abzuhärten. Allerdings müssen die Pflanzen und darunter insbesondere jene, die ihr Laub verloren haben, an die neuen Lichtverhältnisse und vor allem die Sonnenwärme gewöhnt werden. Sonst gibt es einen Sonnenbrand, erläutert der Landschaftsgärtner. Daher sollten sie zunächst zwei bis drei Wochen im Schatten oder Halbschatten stehen. Dauerhaft ins Freie umziehen dürfen die Pflanzen aber erst, wenn Spätfröste ausgeschlossen sind.

Im zeitigen Frühjahr können die Pflanzen noch gepflegt werden: Zu üppige lassen sich auslichten und in Form bringen. Kranke und abgestorbene Äste sowie lange und schwache Austriebe sollten entfernt werden. Insbesondere gilt das für hellgrüne Triebe, die sich wegen eines zu geringen Lichtangebots im Winter gebildet haben.

Mit Material der dpa.


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