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Wellness im Elefanten-Tümpel
Die Schlauchboot-Tour auf dem Sok-Fluss im Khao-Sok-Nationalpark führt durch unberührte Natur.

Wellness im Elefanten-Tümpel

Foto: Ulrich Uhlmann
Die Schlauchboot-Tour auf dem Sok-Fluss im Khao-Sok-Nationalpark führt durch unberührte Natur.
Lifestyle 4 Min. 23.05.2018

Wellness im Elefanten-Tümpel

Leckere Mahlzeiten in einer Elefantenküche zubereiten oder die grauen Riesen nach dem Schlammbad waschen und abrubbeln – im Süden Thailands ist das im Dschungelgrün des Khao-Sok-Nationalparks bei einem Besuch des Elefantencamps durchaus möglich.

von Ulrich Uhlmann

Das Elephant Hills Camp mit seinen komfortablen Safari-Zelten liegt rund zwei Autostunden vom Fluhafen Phuket entfernt. In der Nähe findet sich inmitten einer beeindruckenden Tropenlandschaft auch der Elefantenpark, in dem ein Dutzend Dickhäuter nach langen Arbeitsjahren die verdiente Ruhe findet. Von großen und kleinen Besuchern neugierig begutachtet, steht zuerst der Badetümpel auf dem Programm, in dem es sich die Dickhäuter gutgehen lassen. Spielend verschwinden sie im kühlen Nass, bis lehmiger Schlamm die Rücken bedeckt und schließlich nur noch die Rüssel an der Wasseroberfläche zu sehen sind.

Dann ist die Elefanten-Waschanlage angesagt: Mit großem Hallo werden den Besuchern Wasserschläuche und Kokosfasern in die Hand gedrückt, das Abspritzen und Abschrubben der Dickhäuter kann beginnen. Nach anfänglichem Zaudern geht dies allen gut von der Hand, und manches Foto wird zur Erinnerung gemacht. Danach ist Essenszeit – natürlich nur für die Elefanten.

Auf einem langen, hölzernen Tisch ist alles aufgereiht, was auf dem Speiseplan der Rüsseltiere steht: Bananen, Ananas, Bambus, Zuckerrohr und anderes mehr. Immerhin verdrückt ein ausgewachsener Dickhäuter täglich bis zu 200 Kilogramm Grünzeug. Also heißt es: Hackmesser nehmen und alles in gerechte Stücke zerkleinern. Aber was nun? Zögerlich halten die Besucher den Elefanten das Futter auf flacher Hand hin, die es dann behutsam mit dem Rüssel aufnehmen und geschickt im Maul verschwinden lassen – ein ganz besonderes Erlebnis!

Am Tag danach dann die Übernachtung im nahegelegenen Rainforest Camp am Cheow Lan-Stausee, der ebenfalls zum Khao-Sok-Nationalpark gehört. 1987 geflutet, ist er heute doppelt so groß wie der bayerische Chiemsee. Mit dem Longtail-Boot, dem beliebten thailändischen Transportmittel, geht es während der fast einstündigen Fahrt rasant vorbei an steil aufragenden Kalksteinfelsen, winzigen Inseln und dichtem Regenwald. Guide Tony berichtet, dass durch den Bau des Stausees mehrere Dörfer umgesiedelt und rund 1 400 Wildtiere, die sich auf die neu entstandenen, winzigen Inseln geflüchtet hatten, per Hubschrauber und Boot gerettet werden mussten. Aber noch heute leben im Dschungel des Nationalparks wilde Elefanten, Bären, Leoparden und Tiger.

Schwimmende Luxuszimmer

Dann steuert das Langboot das Camp an. Die Schwimmwesten werden abgelegt, Landgang. Doch dies täuscht: Die zwanzig, mit Dusche und allem Drum und Dran ausgestatteten Luxusunterkünfte schwimmen nämlich auf dem See und faszinieren durch die eine Aussicht auf eine einzigartige Bergkulisse. Im smaragdgrünen Wasser dümpeln Kajaks, mit denen man eine Tour in die fjordähnlichen Seitenarme des Stausees starten kann. Die geheimnisvolle Ruhe des tropischen Regenwaldes empfängt die Kajaktouristen – nur unterbrochen von den Geräuschen des Waldes. Mit etwas Glück lassen sich Gibbons und Makakenäffchen beobachten, die sich von Ast zu Ast hangeln.

Wischiwaschi: In der „Elefanten-Waschanlage“ im Elephant Hills Camp im Khao-Sok-Nationalpark werden die Besucher bei der Dickhäuterpflege gefordert.
Wischiwaschi: In der „Elefanten-Waschanlage“ im Elephant Hills Camp im Khao-Sok-Nationalpark werden die Besucher bei der Dickhäuterpflege gefordert.
Foto: Uhlrich Uhlmann

Abenteuerlich ist auch die einstündige Fahrt im Schnellboot von Phuket zur kleinen Insel Kho Yao Noi. Dort empfängt im winzigen Hafen von TreeHouse Villas der 25-jährige Resortchef Thomas Boehringer eine kleine Gruppe Sonnenhungriger, die erholsame Tage an der Andamanensee gebucht hat.

Gewohnt wird inmitten des tropischen Grüns in einer der 31 modern gestalteten Baumhausvillen, die der australische Architekt John Underwood dem thailändischen Stil nachempfunden hat. Hundert Quadratmeter Fläche stehen jeweils auf zwei Etagen zur Verfügung. Selbst an eine Hängebrücke wurde gedacht, die zu den gediegenen Räumlichkeiten führt. Für das leibliche Wohl sorgt in der erst vor Kurzem eröffneten Anlage mit Raffinesse Küchenchef Romano Kreutz aus Berlin-Köpenick, der schon in Dubai, Bahrain und Shanghai gearbeitet hat.

Insel-Hopping und wilder Urwald

Was der 28-Jährige seinen Gästen außer Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln an Aktivitäten empfiehlt? „Nun“, sagt er, „da wäre eine Tour quer übers Land vorzuschlagen. Dort gibt es viel zu sehen: Kautschuk- und Ölpalmplantagen, Urwald und Mangrovensümpfe, ausgedehnte Reisfelder und abseits gelegene Fischerdörfer. Schließlich leben auf Kho Yao Noi nur 6 000 Menschen, zumeist Muslime.“ Und Thomas Boehringer ergänzt: „Wer urwüchsige Natur erleben will, sollte auf keinen Fall eine Tour von Insel zu Insel – das sogenannte Inselhüpfen – verpassen.“

Um das zu erleben, ist das Longtail-Boot etwa drei Stunden unterwegs. Zuerst geht es zum hoteleigenen Kletterfelsen, der steil ins Meer abfällt. Danach bringt Bootsführer Muhammad seine Gäste rund um Koh Yao Noi von Inselchen zu Inselchen; etwa 140 davon soll es in der Bucht zwischen Phuket und Krabi geben, fast alle sind unbewohnt. Die Fahrt führt vorbei an bizarren Kalksteingebilden, an tief in den Berg geschnittenen Höhlen und an einsamen, feinsandigen Stränden. Gelegentlich taucht hinter einer Klippe ein Fischerkahn auf, denn Fischfang ist neben der Kautschukgewinnung seit jeher einer der Haupterwerbszweige auf Koh Yao Noi.

Muhammed legt am Ufer eines Eilands an. Wenige Meter weiter beginnt der Regenwald mit seinem dichten Kronendach, mannshohen Baumfarnen und Palmen, Büschen und Bambus. Eigenartige, gewaltige Brettwurzeln halten die riesigen Edelholzbäume in der dünnen Humusschicht fest, die feucht-heiße Luft verbreitet Modergeruch.

Ped, der sympathische Guide, der Koh Yao Noi samt den umliegenden Inseln von Kindesbeinen an wie seine Westentasche kennt, bereitet das Mittagsmahl vor. Auf dem Speisezettel stehen frisch geerntete Ananas und Bananen aus seinem heimischen Garten, fruchtige Mangos und kühle Kokosmilch aus der noch grünen Nuss. Und die gleich am Strand aufgespannte Hängematte macht das Postkartenidyll perfekt.

www.thailandtourismus.de / www.elephanthills.com / www.treehouse-villas.com


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