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Wechselkurs trübt Urlaubsfreude
Lifestyle 2 Min. 21.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Wechselkurs trübt Urlaubsfreude

Die Aussichten für Schweiz-Urlauber waren schon mal sonniger.

Wechselkurs trübt Urlaubsfreude

Die Aussichten für Schweiz-Urlauber waren schon mal sonniger.
Foto: Switzerland Tourism
Lifestyle 2 Min. 21.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Wechselkurs trübt Urlaubsfreude

Der Urlaub in der Schweiz wird teurer: Im Alpenland gehen die Preise , bedingt durch den ungünstigen Wechselkurs, kräftig nach oben. Die Hoteliers bangen.

(dpa) - Die Nachricht traf die Schweiz völlig überraschend. Die Schweizer Notenbank hat den Mindestkurs von 1,20 Franken für 1 Euro überraschend aufgehoben. Die Schweizer Währung verteuerte sich innerhalb weniger Stunden um mehr als 15 Prozent. Damit bekommen Touristen für einen Euro weniger Schweizer Franken als zuvor. Sie können sich für das gleiche Reisebudget also weniger leisten. Urlaub in der Schweiz wird damit teurer.

Skipässe deutlich teurer

„Der ausländische Gast hat seine Ferien mit seiner Heimwährung kalkuliert“, sagt Christoph Juen vom Schweizer Hotelverband Hotellerie suisse. „Wenn er damit nun 15 bis 20 Prozent weniger Schweizer Franken bekommt, dann hat er auch ein entsprechend kleineres Budget für seine Ferienausgaben.“ Ein Beispiel: Ein Skipass in Zermatt für sieben Tage kostet für Erwachsene derzeit 387 Schweizer Franken. Für diesen Betrag müssen Urlauber jetzt ungefähr 380 Euro eintauschen. Vor der Freigabe des Franken waren es dagegen nur rund 322 Euro.

Die Stärkung des Schweizer Franken bringt eine massive Verteuerung des Ferienlandes Schweiz mit sich und trifft uns im Kern“, erklärt Juen. Die Hotelbranche fürchtet deshalb um ihre Gäste aus den EU-Ländern. Wie sich der Wechselkurs des Franken in Zukunft genau entwickelt, ist allerdings offen. „Wir wissen noch nicht, wohin die Reise geht“, sagt Jörg Peter Krebs, von Schweiz Tourismus. Man stellt sich aber auf schlechte Zeiten ein: „Wenn Sie heute buchen, wissen Sie nicht, wie viel Sie in Ihrem Urlaub bezahlen. Das ist nicht gerade förderlich für das Geschäft.“

Der Tourismus in der Schweiz leidet schon länger unter der starken Währung, die Urlaub in dem Alpenland teuer macht. Zuletzt hatte der Franken im Sommer 2011 innerhalb weniger Wochen ungefähr 25 Prozent an Wert gegenüber dem Euro gewonnen. Viele Urlauber entschieden sich damals für ein anderes Reiseziel – zumal das Nachbarland Österreich in vieler Hinsicht vergleichbar ist.

Dann intervenierte im September 2011 die Notenbank: Sie kündigte an, einen höheren Kurs als 1,20 Franken pro Euro nicht tolerieren zu wollen. Diese Politik hat die SNB bis zum vergangenen Donnerstag durchgehalten. Trotz des Mindestkurses kämpfte die Schweiz in den vergangenen Jahren weiterhin mit den Folgen ihrer starken Währung. Touristiker Jörg Peter Krebs nannte die Lage noch im Dezember eine „wirkliche Herausforderung“ – und da ahnte noch niemand etwas vom Ende des Mindestkurses.

Mehr als Wintersport

Hinzu kommt, dass der klassische Alpentourismus schon seit Jahren stagniert. Tendenziell fliegen die Urlauber heute noch eher in den Süden, als Winterurlaub in den Bergen zu machen. Aus diesem Grund verschreibt sich die Schweiz seit einiger Zeit einem nachhaltigen Tourismus und setzt außerdem auf Vielseitigkeit: Urlauber sollen nicht bloß zum Wintersport und Wandern kommen. Das Land biete neben Bergen schließlich auch Kultur, interessante Städte und gutes regionales Essen.

Ob die Schweiz die akuten Folgen der starken Währung abmildern kann, ist fraglich. In der jetzigen Situation sei es zu früh für überstürzte Maßnahmen seitens der Hoteliers, erklärt der Hotelverband. Denkbar wären zum Beispiel Preissenkungen in Hotels und Gaststätten. Das aber würde die Unternehmen zusätzlich belasten.


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