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Warum Kürbis nicht nur für Suppe taugt
Lifestyle 6 Min. 13.10.2021
Gnocchi, Burger, Soße

Warum Kürbis nicht nur für Suppe taugt

Wird das Fruchtfleisch des Kürbisses nicht gekocht, sondern im Ofen gebacken, verdunstet die Feuchtigkeit. So lässt sich die Masse etwa für die Zubereitung von Kürbis-Gnocchi besser verarbeiten.
Gnocchi, Burger, Soße

Warum Kürbis nicht nur für Suppe taugt

Wird das Fruchtfleisch des Kürbisses nicht gekocht, sondern im Ofen gebacken, verdunstet die Feuchtigkeit. So lässt sich die Masse etwa für die Zubereitung von Kürbis-Gnocchi besser verarbeiten.
Foto: dpa-tmn
Lifestyle 6 Min. 13.10.2021
Gnocchi, Burger, Soße

Warum Kürbis nicht nur für Suppe taugt

Kaum ein Gemüse steht so sinnbildlich für die Herbstküche wie der Kürbis – und doch landet er meist püriert in der Suppe. Dabei gibt es eine Menge Kürbis-Ideen.

(dpa/tmn) - Die gute Nachricht für alle, die sich bislang nur zögerlich an den Kürbis herangetraut haben: „Man kann kaum etwas falsch machen“, sagt die Foodbloggerin Tina Kollmann (foodundco.de). Das Herbstgemüse ist auch unglaublich vielfältig – „sowohl in den Sorten als auch in der Zubereitung“, fasst die Kochbuchautorin Tanja Dusy zusammen. So schmackhaft eine Kürbissuppe auch durchwärmen mag: Das Gemüse kann deutlich mehr als püriert im Topf zu landen.

Wer Kürbis „mal anders“ auf den Tisch bringen will, kann bereits bei der Wahl der Sorte damit beginnen. Der Klassiker ist der Hokkaido. „Der ist klein, rund und hat die Besonderheit, dass die Schale mitgegessen werden kann“, beschreibt Dusy. Durch sein festes Fruchtfleisch eignet er sich für fast alle Gerichte.

Kürbis ist sowohl in den Sorten als auch in der Zubereitung sehr vielfältig.
Kürbis ist sowohl in den Sorten als auch in der Zubereitung sehr vielfältig.
Foto: dpa-tmn

Das gilt auch für den Butternut-Kürbis, der an seiner Birnenform und der Karamell-farbenen Schale zu erkennen ist. Tanja Dusy erklärt: „Dieser Kürbis hat besonders viel Fruchtfleisch, da die Kerne nur im unteren Bereich sitzen.“ Deutlich spezieller ist der Spaghetti-Kürbis, dessen Hälften meist im Ofen geröstet werden. Sein faseriges Fruchtfleisch erinnert an dünne Spaghetti und lässt sich mit allem servieren, womit sich auch Nudeln toppen lassen.

Ein Hingucker ist der Delicata-Kürbis. „Er sieht mit seiner gelb-grünen Schale, die man übrigens mitessen kann, aus wie eine dicke Zucchini“, erklärt Foodbloggerin Kollmann. Was alle Kürbissorten gemeinsam haben: Sie sind nicht aufdringlich, sondern kommen neutral, manchmal leicht süß daher. Mit der Wahl der Würzung lässt sich Kürbis in unterschiedliche Richtungen stupsen, so Dusy.

Mit Orangensaft die Süße hervor kitzeln

Wer seinen Salat mit gerösteten Kürbiswürfeln toppt, kann durch etwas Orangensaft im Dressing seine Süße weiter hervor kitzeln. Denselben Effekt erreicht man, wen man die Kürbissuppe zur Abwechslung mal mit etwas Honig abrundet. „Kürbis lässt sich aber auch gut mit Säure kombinieren, etwa durch Essig oder Zitronensaft“, sagt Dusy. Wer es scharf mag, kombiniert das Gemüse mit Chili oder Ingwer.


Die Vielfalt an Formen und Farben ist bemerkentswert und macht auch die erstaunliche Palette an Verarbeitungsmöglichkeiten des Kürbis aus.
Für die Suppe oder die Fensterbank
Der eine nutzt sie zum Kochen, andere bevorzugen es, damit zu basteln - ein Wegweiser für Kürbisfreunde.

Welches Lieblingsgericht man auch hat: Die Wahrscheinlichkeit, dass man Kürbis darin unterbringen kann, ist groß. Ob Lasagne, Risotto, Curry, Flammkuchen oder Pizza: Fast jedes Gericht bekommt durch Kürbiswürfel oder -scheiben eine herbstliche Note.

Kürbis lässt sich sogar zwischen den Brötchenhälften eines Burgers unterbringen, wie Kollmann erklärt. Für ein herbstliches Burger-Patty raspelt sie Kürbis und vermengt ihn mit etwas Kürbispüree, Ei, Haferflocken, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zu einer Masse, die anschließend in der Pfanne ausgebacken wird. Dazu passt Ziegenkäse.

Tina Kollmann bringt Kürbis sogar im Burger unter: Für den Patty raspelt sie Kürbis und vermengt ihn mit etwas Kürbispüree, Ei, Haferflocken, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zu einer Masse, die dann in der Pfanne ausgebacken wird. Dazu passt Ziegenkäse.
Tina Kollmann bringt Kürbis sogar im Burger unter: Für den Patty raspelt sie Kürbis und vermengt ihn mit etwas Kürbispüree, Ei, Haferflocken, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zu einer Masse, die dann in der Pfanne ausgebacken wird. Dazu passt Ziegenkäse.
Foto: dpa-tmn

Soße aus der Tüte anrühren? Nein, mit Kürbis!

Kürbis-Püree lässt sich wie gestampfte Kartoffeln für Gnocchi nutzen. Das Fruchtfleisch dafür sollte gebacken und nicht gekocht werden.
Kürbis-Püree lässt sich wie gestampfte Kartoffeln für Gnocchi nutzen. Das Fruchtfleisch dafür sollte gebacken und nicht gekocht werden.
dpa-tmn

Auch als Zutat für eine cremige Soße punktet der Kürbis. „Viele Leute sagen, dass sie Probleme haben, Soßen ohne Tüten zu kochen. Mit Kürbis geht es ganz einfach“, sagt Tina Kollmann. Sie dünstet Schalotten und Knoblauch in einem Topf, gibt Kürbiswürfel hinzu und löscht alles mit Wasser ab. Sobald der Kürbis gar ist, wird er mit etwas Sahne püriert und abgeschmeckt. „Das ergibt eine wunderbare sämige Konsistenz. Die Soße passt zu Reis, Nudeln, Gnocchi oder lässt sich einfach mit dem Brot aufdippen“, erklärt Kollmann.

Stichwort: Gnocchi. Das gegarte Fruchtfleisch des Kürbisses eignet sich - gestampft oder püriert - als Grundlage für die kleinen Klöße. Tanja Dusy empfiehlt, den Kürbis im Ofen zu backen, anstatt ihn zu kochen: „Vorteil ist, dass im Ofen das Wasser verdunstet. Die Masse wird also nicht zu feucht und lässt sich besser verarbeiten.“ So lässt sich das Kürbispüree wie gestampfte Kartoffeln für Gnocchi nutzen. Zu den Kürbis-Gnocchi passt selbst gemachte Salbei- oder Haselnussbutter.

Kürbis-Twist für Waffelteig und „Arme Ritter“-Auflauf

Wer über den Herbst hinaus nicht auf Kürbis-Gnocchi verzichten mag, kann das Kürbispüree einfach einfrieren, um es bei Bedarf aufzutauen. Kürbispüree ist dabei eine echte Alleskönner-Zutat. Auch selbst gemachte Brötchen, Pancakes oder Waffeln bekommen - nicht nur optisch - einen neuen Twist, wenn man etwas Kürbispüree unter den Teig hebt.

Eine süße Resteverwertung ist ein Kürbis-Brot-Auflauf. „Dafür werden Kürbisspalten, Apfelspalten und Brotwürfel in einer Auflaufform geschichtet“, erklärt Dusy. Ganz im Stil von „Arme Ritter“ werden die Zutaten dann mit einer Mischung aus Milch, Zucker und verquirltem Ei übergossen, ehe die Form in den heißen Ofen geschoben wird.

Für einen Kürbis-Brot-Auflauf werden Kürbisspalten, Apfelspalten und Brotwürfel in einer Auflaufform geschichtet. Ganz im Stil von «Arme Ritter» werden die Zutaten dann mit einer Mischung aus Milch, Zucker und verquirltem Ei übergossen und im Ofen gebacken.
Für einen Kürbis-Brot-Auflauf werden Kürbisspalten, Apfelspalten und Brotwürfel in einer Auflaufform geschichtet. Ganz im Stil von «Arme Ritter» werden die Zutaten dann mit einer Mischung aus Milch, Zucker und verquirltem Ei übergossen und im Ofen gebacken.
Foto: Coco Lang/Gra·fe und Unzer Verlag/dpa-tmn

Rezept: Kürbisrisotto mit Baconchips und Pinienkernen  

Wer von Kürbis bisher wenig überzeugt ist, den fordert Food-Bloggerin Doreen Hassek auf, es einmal mit ihrem Kürbisrisotto zu probieren. Das kann die Einstellung zu dem Gemüse komplett ändern.

Bei Kürbis scheiden sich ja die Geister. Entweder man mag ihn oder eben nicht. Ich glaube, dazwischen gibt es wenig. Kürzlich ist mir diesbezüglich ein ganz großer Schlag geglückt. Ich konnte mit meinem Kürbisrisotto die Freundin meines Sohnes ins Team Kürbis locken ... Yes!

Wenn es darum geht, jemanden für richtig gutes Essen zu begeistern, ist meine Mission erfüllt. Mehr Ansprüche habe ich ja gar nicht. Aber auch nicht weniger. Jedenfalls hatte sie noch nie Kürbis gegessen und puhhhh ... Glück gehabt und genau das richtige Rezept erwischt. Wie sieht es denn bei Ihnen aus? Team Kürbis oder nee, lass mal lieber? Wenn Sie zur 2. Gruppe gehören, dann bitte ich Sie um einen letzten Versuch. Probieren Sie das Risotto einfach mal aus und entscheiden Sie final.

Das Risotto ist genau richtig, wenn es eine cremige Konsistenz, der Reis aber noch etwas Biss hat.
Das Risotto ist genau richtig, wenn es eine cremige Konsistenz, der Reis aber noch etwas Biss hat.
Foto: Doreen Hassek/hauptstadtkueche.blogspot.com/dpa-tmn

Zutaten für 4 Personen:

300 g Risottoreis, 1 kg Kürbis (Hokkaido) gewürfelt 1 × 1 cm, 2 rote Zwiebeln, 6 sonnengereifte getrocknete Tomaten, 2 frische Zweige Rosmarin gehackt, 2 gehäufte TL Koriander gestoßen, 2 Knoblauchzehen, 1 Chilischote, 8 Scheiben Bacon, Pinienkerne als Topping, Olivenöl 150 g Parmesan frisch gerieben, Salz, Pfeffer frisch gemahlen

Zubereitung:

1. Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Chilischote und Knoblauch klein schneiden und in eine Schüssel zum Kürbis geben. Ebenfalls einen guten Schuss Olivenöl, Salz, den Rosmarin und den frisch gemahlenen Pfeffer unterrühren und 1 Stunde marinieren.

2. Die Kürbis-Mischung mit der Marinade in einen ausreichend großen Topf geben und kurz anbraten. Den Reis trocken dazugeben und immer schön rühren bis der Reis glasig ist. Dann immer wieder mit etwas heißem Wasser ablöschen und einkochen lassen.

3. Den Bacon auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech auslegen und im vorgeheizten Ofen bei 230 Grad knusprig backen. Das geht relativ schnell. Also bitte im Auge behalten. Die Pinienkerne fettfrei in einer Pfanne anrösten und zur Seite stellen.

4. Wenn der Reis gar ist (nach ca. 15 min je nach Sorte) sollte das Ganze eine cremige Konsistenz haben und der Reis noch etwas Biss haben. Jetzt muss nur noch der geriebene Parmesan untergehoben werden und zusammen mit den Bacon-Chips und mit Pinienkernen bestreut serviert werden. Fertig ist das Risotto. Guten Appetit!

Mehr Rezepte auch unter: https://hauptstadtkueche.blogspot.com


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