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VW T-Roc: Spätzünder aus Wolfsburg
Lifestyle 3 Min. 08.12.2017

VW T-Roc: Spätzünder aus Wolfsburg

Der knapp 4,24 Meter lange T-Roc orientiert sich im Format am Kompaktwagen-Bestseller Golf.

VW T-Roc: Spätzünder aus Wolfsburg

Der knapp 4,24 Meter lange T-Roc orientiert sich im Format am Kompaktwagen-Bestseller Golf.
Foto: Volkswagen
Lifestyle 3 Min. 08.12.2017

VW T-Roc: Spätzünder aus Wolfsburg

Marc BOURKEL
Marc BOURKEL
Das Segment der kompakten SUV boomt gewaltig. Davon will jetzt auch VW profitieren. Die Wolfsburger Antwort auf Opel Mokka X und Co. heißt T-Roc und soll alles ein wenig besser können als die Konkurrenz.

Von Marc Bourkel

Mit dem Touareg und dem etwas handlicheren Tiguan ist Volkswagen seit Jahren äußerst erfolgreich auf dem SUV-Markt unterwegs. Da insbesondere in Europa jedoch vor allem kompaktere SUV-Modelle auf dem Vormarsch sind, schickt der Autobauer aus Wolfsburg jetzt den T-Roc ins Rennen. Dieser ist mit seinen knapp 4,24 Metern rund 25 Zentimeter kürzer als der Tiguan und etwa zwei Fingerbreit kompakter als sein vielleicht wichtigster Wettbewerber, der Opel Mokka X.

Wenn man in Wolfsburg über den kleinen Tiguan-Bruder spricht, übt man sich erst gar nicht in Bescheidenheit. Der Spätzünder soll laut Volkswagen nicht weniger als das Segment der kompakten SUV dynamisieren beziehungsweise dieses – in Anlehnung an den Modellnamen – richtiggehend rocken. Der T-Roc sei schließlich das SUV vom Erfinder des GTI, so die fast schon ein wenig arrogante Ansage aus der VW-Zentrale.

Dort bezeichnet man den Neuling übrigens als „neues Gesicht in der Menge“, was ebenfalls etwas hochgegriffen ist. Der T-Roc kommt für VW-Verhältnisse zwar fast schon progressiv daher, ist aber in optischer Hinsicht selbst mit Zweifarblackierung kein wirklicher Aufreger. Der modern gezeichnete, im portugiesischen Setubal gefertigte Fünfsitzer ist dafür auf den ersten Blick als Mitglied der großen Volkswagen-Familie zu erkennen.

Digital und bunt

Auch das Cockpit wirkt recht vertraut. Es erinnert stark an jenes des neuen Polo und wartet wie dieses auf Wunsch mit in Kontrastfarbe lackierten Dekorblenden auf, die aber sicherlich nicht jedermanns Sache sind. Anders als vielleicht die gegen Aufpreis erhältliche jüngste Generation des Active Info Displays (volldigitale Instrumente).

Punkten soll der T-Roc nicht zuletzt auch mit seinen zahlreichen Assistenzsystemen, mit denen er laut Hersteller in einer eigenen Liga innerhalb des Segments spielt. Serienmäßig sind unter anderem der aktive Spurhalteassistent Lane Assist und das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion.

Für den T-Roc bietet VW zunächst drei Benziner und drei Diesel an.
Für den T-Roc bietet VW zunächst drei Benziner und drei Diesel an.
Foto: Volkswagen

Optional gibt es etwa die automatische Distanzregelung ACC (Adaptive Cruise Control), den Spurwechselassistenten Blind-Spot-Sensor inklusive Ausparkassistent Rear Traffic Alert oder den sogenannten Emergency Assist, der den T-Roc sicher zum Stillstand bringt, falls der Fahrer etwa einen Herzinfarkt erleidet.

Das Platzangebot im T-Roc ist ordentlich, aber – anders als von VW versprochen – nicht wirklich besser als bei den meisten Wettbewerbern – zumindest für die Passagiere. Beim Gepäckraum belegt der kompakte Deutsch-Portugiese mit einem Fassungsvermögen von 445 Litern nämlich Platz eins in seiner Klasse. Bei umgeklappter Rücksitzlehne stehen sogar bis zu 1 290 Liter Stauvolumen zur Verfügung.

Konventionelles unter der Haube

Bei den Motoren setzen die Wolfsburger auf Bewährtes. Zur Auswahl stehen sechs Turboaggregate – drei TSI-Benziner und drei TDI-Diesel, die jeweils in den Leistungsstufen 85 kW (115 PS), 110 kW (150 PS) und 140 kW (190 PS) angeboten werden.

Die beiden Einstiegstriebwerke werden mit Frontantrieb und manuellem Schaltgetriebe kombiniert, während die Käufer bei den 150-PS-Varianten zwischen Frontantrieb und Allradantrieb wählen und sich auch für ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) entscheiden können. Die 190-PS-Motoren werden serienmäßig mit Sieben-Gang-DSG und Allradantrieb ausgeliefert.

Im Cockpit setzt VW auf kräftige Farben. Auf Wunsch gibt es das Ganze aber auch etwas dezenter.
Im Cockpit setzt VW auf kräftige Farben. Auf Wunsch gibt es das Ganze aber auch etwas dezenter.
Foto: Volkswagen

Ob es den T-Roc später auch als Erdgasvariante oder als Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Modell geben wird, lässt VW noch offen. Die Technik dafür wäre in Wolfsburg auf jeden Fall vorhanden. Das Aushängeschild der Marke, der Golf, ist schließlich mit allen drei Antriebsarten lieferbar.

Apropos Golf: Das Fahrverhalten des T-Roc ist mit jenem des Kompaktwagen-Bestsellers vergleichbar. Dass man im SUV-Modell etwas höher über der Straße sitzt, vergisst man auch auf kurvenreichem Geläuf relativ schnell. Das Fahrwerk des kleinen Rockers ist nämlich durchaus sportlich abgestimmt.

Technische Daten

Motoren: drei TSI-Benziner und drei TDI-Diesel; Leistung: 85 kW (115 PS) bis 140 kW (190 PS); Maximales Drehmoment: 200 bis 400 Nm; Kraftübertragung: Sechs-Gang-Schaltgetriebe bzw. Sieben-Gang-DSG, Front- bzw. Allradantrieb; Länge x Breite x Höhe: 4 234 x 1 819 x 1 573 Millimeter; Leergewicht: 1 270 bis 1 530 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 445 bis 1 290 Liter; 0-100 km/h*: 7,2 bis 10,1 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit*: 187 bis 216 km/h; ECE-Verbrauch*: 5,1 bis 6,9 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß*: 120 bis 158 Gramm pro Kilometer; Preis: ab 20 130 Euro.

* Daten für 115-PS- und 190-PS-Diesel liegen noch nicht vor.


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