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VW Polo: Ganz schön erwachsen geworden
Lifestyle 1 4 Min. 15.09.2017 Aus unserem online-Archiv

VW Polo: Ganz schön erwachsen geworden

Der neue VW Polo knackt erstmals die Vier-Meter-Schallmauer und folgt damit dem Beispiel der Konkurrenz.

VW Polo: Ganz schön erwachsen geworden

Der neue VW Polo knackt erstmals die Vier-Meter-Schallmauer und folgt damit dem Beispiel der Konkurrenz.
Foto: Volkswagen
Lifestyle 1 4 Min. 15.09.2017 Aus unserem online-Archiv

VW Polo: Ganz schön erwachsen geworden

Marc BOURKEL
Marc BOURKEL
Mit bislang mehr als 14 Millionen verkauften Einheiten gehört der VW Polo zu den erfolgreichsten Kleinwagen überhaupt. Das soll auch in sechster Generation so bleiben.

Von Marc Bourkel

Ist das noch ein Polo oder schon ein Golf? Diese Frage drängt sich unweigerlich auf, wenn man sich dem neuen VW Polo nähert – beziehungsweise spätestens dann, wenn man diesen etwas näher unter die Lupe nimmt. Der vermeintliche Kleinwagen aus Wolfsburg ist in sechster Generation nämlich ganz schön erwachsen geworden, und zwar so sehr, dass er dem großen Bruder ordentlich in die Parade fahren könnte.

Auch wenn der Polo seit Ewigkeiten zu den erfolgreichsten Kleinwagen gehört, beobachtet man die Konkurrenz in der VW-Zentrale ganz genau. Und weil die Wettbewerber in den vergangenen Jahren quasi allesamt um ein paar Zentimeter zugelegt haben, hat man nun auch den Polo gestreckt. Für die Entwickler war dies eine relativ leichte Übung, weil die neue Generation erstmals auf dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB) basiert – jener Plattform, auf der unter anderem auch der Tiguan oder der Arteon aufbauen.

Mit seinen 4,05 Metern überragt der neue Polo den Vorgänger um immerhin 8,1 Zentimeter und übertrifft damit selbst das Maß des Golf III (4,02 Meter). Vom ersten Polo ganz zu schweigen: Die 1975 eingeführte „Sparvariante“ des Audi 50 kam gerade einmal auf 3,51 Meter.

Mehr Platz für Mensch und Gepäck

Da der Radstand gegenüber der fünften Polo-Generation sogar um 9,4 Zentimeter und die Breite um immerhin 6,9 Zentimeter zugelegt haben, dürfen sich die Insassen über mehr als ordentliche Platzverhältnisse freuen. Mehr Raum steht auch im Kofferraum zur Verfügung, der sich mit einem Fassungsvermögen von 351 Litern (plus 71 Liter) auf Golf-IV-Niveau bewegt.

Das auf den Fahrer zugeschnittene Cockpit überzeugt ergonomisch und technologisch, wartet aber mit etwas zu viel Hartplastik auf.
Das auf den Fahrer zugeschnittene Cockpit überzeugt ergonomisch und technologisch, wartet aber mit etwas zu viel Hartplastik auf.
Foto: Volkswagen

Zum luftigen Gesamteindruck trägt neben den neuen Fahrzeugdimensionen auch das moderne und aufgeräumte Cockpit bei – mit allerdings leider etwas zu hohem Hartplastikanteil. Das laut Volkswagen „für das digitale Zeitalter“ entwickelte Interieur fährt auf Wunsch als erstes Auto der Kleinwagenklasse mit volldigitalen Instrumenten, dem sogenannten Active Info Display, vor. Pluspunkte verdienen auch die auf der gleichen Sicht- und Bedienachse angeordneten, bis zu acht Zoll großen Infotainmentsysteme, und zwar sowohl in Sachen Darstellungsqualität als auch in puncto Bedienkomfort.

Viele Assistenzsysteme aus der Oberklasse

Eine Vorreiterrolle soll der neue Polo auch im Bereich der Komfort- und Assistenzsysteme einnehmen. Während die Basisversion bereits mit dem Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung vorfährt, gibt es optional unter anderem die automatische Distanzkontrolle ACC mit Stop-and-go-Funktion (nur mit DSG), einen Spurwechselassistenten mit Ausparkassistent, LED-Scheinwerfer und eine Rangierbremsfunktion, die vor teuren Parkremplern schützen soll.

VW bietet für den neuen Polo optional das volldigitale Active Info Display an.
VW bietet für den neuen Polo optional das volldigitale Active Info Display an.
Foto: Volkswagen

Die Motorenauswahl fällt zumindest zum Marktstart nicht ganz so üppig aus. Los geht es zunächst mit drei 1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinern im Leistungsspektrum von 48 kW (65 PS) bis 70 kW (95 PS).

In den kommenden Wochen und Monaten sollen aber sechs weitere Triebwerke folgen: drei TSI-Benziner mit 85 kW (115 PS) bis 147 kW (200 PS), zwei 1,6-Liter-Vierzylinder-TDI-Diesel mit 59 kW (80 PS) und 70 kW (95 PS) sowie erstmals im Polo ein Erdgasmotor mit 66 kW (90 PS) Leistung (1.0 TGI). Beim sogenannten 200-PS-Benziner handelt es sich übrigens um den bis zu 237 km/h schnellen Polo GTI.

Beim Fahrwerk des neuen Polo setzt Volkswagen auf einen bestmöglichen Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit. Für sportlich ambitionierte Fahrer stehen optional ein Sportfahrwerk und ein sogenanntes „Sport Select“-Fahrwerk mit Fahrprofilauswahl bereit. Die Qual der Wahl haben die Käufer auch bei den Ausstattungen und Farben, die die Zusammenstellung des Wunschfahrzeugs nicht unbedingt erleichtern. In Wolfsburg spricht man diesbezüglich von „größtmöglicher Vielfalt als System“. Volkswagen hat demnach auf fast alles eine Antwort – nur nicht bezüglich der Preise für den Luxemburger Markt. Diese sollen aber bei rund 13 000 Euro beginnen.

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Technische Daten

Motoren: vier 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, zwei 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel und ein 1,0-Liter-Dreizylinder-TGI (Erdgas); Leistung: 48 kW (65 PS) bis 147 kW (200 PS); Max. Drehmoment: 95 bis 320 Nm; Kraftübertragung: Fünf- oder Sechs-Gang-Schaltgetriebe, Sieben-Gang-DSG, Frontantrieb; Länge x Breite x Höhe: 4 053 x 1 751 x 1 446 Millimeter; Leergewicht: 1 105 bis 1 205 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 351 bis 1 125 Liter; 0-100 km/h: 6,7 bis 15,5 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 164 bis 237 km/h; ECE-Verbrauch: 3,7 bis 5,9 l/100 km; CO2-Ausstoß: 97 bis 134 g/km; Preis: keine Angabe. 

Der kleine Golf-Bruder macht auch in der Heckansicht eine gute Figur.
Der kleine Golf-Bruder macht auch in der Heckansicht eine gute Figur.
Foto: Volkswagen



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